Samsung Galaxy Tab A 10.1 im Test: Ein Preis/Leistungssieger?

Das Samsung Galaxy Tab A 10.1 ist ein neues Android-Tablet mit Marshmallow und FullHD-Display für rund 250 Euro. Wie wird es sich in unserem Test schlagen? | Von Andrzej Tokarski am 22. July 2016

Samsung Galaxy Tab A 10.1 Test

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Das Samsung Galaxy Tab A 10.1 dürfte in diesem Jahr zu den beliebtesten Tablets gehören. Immerhin war das auch beim Galaxy Tab A 9.7 der Fall. Doch der Vorgänger hatte mich in meinem Test vor knapp über einem Jahr enttäuscht. Ist das diesmal anders? Finden wir es heraus.

Ich habe das weiße Galaxy Tab A 10.1 mit 16GB Speicher und WLAN getestet. Dieses Modell kostete anfangs 289 Euro, doch ist der Preis mittlerweile auf rund 250 Euro gefallen (Link zum Angebot). Wer möchte kann das Tablet auch mit integriertem LTE bekommen, dafür wird nur ein kleiner Aufpreis fällig (Link zum Angebot).

Design und Verarbeitung

Beginnen wir unseren Test mit der Verarbeitung und dem Design. Das Gehäuse des 10,1 Zoll großen Tablets besteht bei diesem Preis natürlich komplett aus Kunststoff, das kennen wir von Samsung sowieso. Schlimm ist das jedoch nicht, denn das Tablet ist solide verarbeitet. Anders als einige Konkurrenten lässt es sich nicht leicht biegen und es quietscht nichts. Nicht so schön ist der Übergang vom Rahmen zum Display, hier sitzt ein hervorstehender Kunststoff streifen. Stören tut der jedoch nicht.

Insgesamt halte ich die Verarbeitung für gut und dem Preis angemessen. Negativ sind mir jedoch einige Punkte beim Design aufgefallen. Das Galaxy Tab A 10.1 sieht zwar recht gut aus, wie die meisten Geräte von Samsung, doch haben die Mitarbeiter beim Entwurf des Tablets scheinbar nicht richtig aufgepasst.

Samsung Galaxy Tab A 10.1 Lautsprecher

Das Display hat ein Seitenverhältnis von 16:10, dadurch kann man darauf super Filme, Serien oder andere Videos schauen. Doch kurioser Weise sitzen die beiden Lautsprecher nicht an den beiden Seiten des Tablets, sondern nur an einer, als würde man es eher hochkant halten. Auch die drei Buttons unter dem Display und das Logo sind so angebracht.

Man kann natürlich ein Tablet im 16:10 Format auch hochkant halten, doch in der Regel wird das eher mit Geräten mit einem Seitenverhältnis von 4:3 gemacht. Bei 16:10 ist das Display hochkant ziemlich schmal und zum Schauen von Videos würde es jeder drehen. Doch dann sind die Lautsprecher nur an einer Seite. So hat man nicht viel vom Stereo-Sound.

Display: Endlich mehr Pixel!

Samsung Galaxy Tab A 10.1 mit Marshmallow

Der Vorgänger, das Galaxy Tab A 9.7 (Test), hatte mir im letzten Jahr an sich gut gefallen, doch hatte das Display mit 1024 x 768 eine zu niedrige Auflösung. Hier hat Samsung sich deutlich verbessert. Auf dem 10,1 Zoll großen IPS Panel sitzen nun 1920 x 1200 Pixel, wir haben es also mit einer ordentlichen FullHD-Auflösung zu tun. Einzelne Pixel sieht man jetzt nicht mehr so einfach, das ist super.

Allgemein hat Samsung dem Tablet ein ordentliches Panel spendiert. Es gibt Farben schön wieder, hat sehr gute Blickwinkel und ist gleichzeitig recht hell. Natürlich verwandelt sich das Display in der direkten Sonne in einen Spiegel, doch das ist bei fast allen Tablets so. Etwas besser sind in diesem Punkt Tablets mit Super AMOLED-Display, wie beim teureren Galaxy Tab S2 (Test).

Hardware und Performance

Samsung Galaxy Tab A 10.1 Design

Im Inneren des Galaxy Tab A 10.1 sitzt ein neuer Samsung Exynos 7870 Soc. Hierbei handelt es sich um einen OctaCore-Prozessor mit acht Cortex A53 Kernen, die jeweils mit 1,6GHz takten. Dazu gibt es 2GB Arbeitsspeicher und einen 16GB großen internen Speicher, von denen gut 8,5GB frei sind. Wer möchte kann den internen Speicher mit einer MicroSD-Speicherkarte erweitern.

Bei der Performance kann sich das Tablet auf jeden Fall sehen lassen. Sämtliche von mir ausprobierten Spiele liefen größtenteils flüssig. Dazu gehören Action-Shooter wie Modern Combat 5 und N.O.V.A. 3 Freedom Edition, aber auch Rennspiele wie Asphalt 8: Airborn und Need for Speed: No Limits. Klar, es ist nicht direkt ein Gaming-Tablet und wer ein solches sucht, muss bei einem 10 Zoll Gerät etwas mehr Geld auf den Tisch legen. Aber für ein paar Spiele zwischendurch ist es gut geeignet.

Die für den Preis solide Performance spiegelt sich auch in den Benchmarks wieder. So werden bei Geekbench 3 im Single-Core-Test rund 750 Punkte erreicht und im MultiCore-Test gar über 4000 Punkte. Letzteres ist besser als beim von mir ebenfalls getesteten und etwas teureren Huawei MediaPad M2 10.0 (Test). In dem Benchmark von AnTuTu bin ich auf fast 46.000 Punkte gekommen. Hier liegt es rund 10.000 Punkte unter dem deutlich teureren Galaxy Tab S2, doch bei den meisten Anwendungen wird man real wohl keinen Unterschied feststellen.

Marshmallow und TouchWiz

Auf dem Galaxy Tab A 10.1 läuft Android 6.0 Marshmallow, die Zeiten von Lollipop sind also endlich vorbei. Es ist schön, dass Samsung Marshmallow direkt vorinstalliert hat, denn bei allen Herstellern ist das noch nicht der Fall. Da der Vorgänger ebenfalls ein Update erhielt, sieht die Zukunft bezüglich aktueller Software zumindest für das erste Jahr außerdem gut aus.

Kosmetisch hat sich im Vergleich zu Lollipop nicht allzu viel getan und das gilt auch für die TouchWiz Oberfläche, die die Koreaner auf all ihren Geräten installieren. Früher war TouchWiz ziemlich überladen und sorgte für regelmäßige Ruckler, doch das ist seit knapp über einem Jahr vorbei. Auch hier läuft die Oberfläche sehr flüssig und es gibt einige Funktionen, die mir sehr gefallen.

Das in meinen Augen wichtigste Feature von TouchWiz ist die MultiWindow-Funktion. Mit dieser kann man zwei Apps nebeneinander öffnen und gleichzeitig nutzen. Das ist praktisch, wenn man gerade ein Video bei YouTube schaut und gleichzeitig den Browser öffnen oder mit Freunden über Hangouts chatten möchte. Ich nutze diese Funktion recht häufig und habe hier keine Probleme festgestellt.

Wie beim Vorgänger sind die Office Apps von Microsoft vorinstalliert, dazu gehören auch OneDrive und Skype. Ich nutze sowieso Office 365 und habe deswegen nichts dagegen, aber die Apps sind sowieso kostenlos und wer sie nicht mag, kann sie einfach deinstallieren. Auch Flipboard Briefing, das den Homescreen für mich zu überladen macht, kann in den Einstellungen deaktiviert werden. In dem folgenden Video seht ihr, wie das geht, sowie einige Tipps und Tricks zum aktuellen TouchWiz:

Akkulaufzeit

In meinem Akku-Test bin ich auf eine Laufzeit von 10 Stunden und 45 Minuten gekommen. Für ein Tablet dieser Klasse mit FullHD-Display ist das ein sehr guter Wert. Es gibt nur wenige Konkurrenten, die in meinen Tests mehr erreichen.

Meinen Akku-Test führe ich immer genau gleich durch. Ich lasse das gleiche 720p-Video in einer Endlosschleife laufen, dabei ist die Helligkeit des Displays auf 50% gesetzt, das WLAN ist eingeschaltet und der Ton ist auf Stumm gestellt. Zwischendurch treffen hin und wieder Benachrichtigungen von Gmail ein, soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind jedoch nicht installiert.

Unter diesen Bedingungen erreicht das Galaxy Tab A 10.1 also eine Akkulaufzeit von 10 Stunden und 45 Minuten. Hier ein Vergleich mit den Akkulaufzeiten anderer von mir getesteten Tablets:

Samsung Galaxy Tab A 10.1 Akkulaufzeit

Galaxy Tab A 10.1 Fazit

Ich halte das Galaxy Tab A 10.1 für ein ziemlich gutes Tablet. Die Performance ist dem Preis angemessen, das 10,1 Zoll große Display hat endlich eine FullHD-Auflösung und die Akkulaufzeit ist sehr gut. Gleichzeitig ist mit Marshmallow ein aktuelles Betriebssystem installiert. Schön ist außerdem, dass der Preis wie bei Samsung fast schon üblich ständig am Fallen ist.

Wenig durchdacht sind hingegen die beiden Lautsprecher, die an nur einer Seite angebracht sind. Das ist bedauerlich, denn sonst hätte ich kaum etwas auszusetzen. Dennoch gehört das Galaxy Tab A 10.1 in meinen Augen zu den Preis/Leistungssiegern in dieser Klasse. Es ist definitiv nicht das beste Tablet da draußen, aber zu diesem Preis gibt es kaum richtig empfehlenswerte Alternativen.

Samsung Galaxy Tab A 10.1 Lautsprecher

Mögliche Alternativen

Kommen wir zu den Alternativen. Wenn ihr ein 10,1 Zoll großes Tablet mit einem FullHD-Display und Android 6.0 Marshmallow für unter 300 Euro sucht, gibt es wie gesagt kaum Konkurrenten. Einer wäre das Acer Iconia Tab 10 A3-A40, das mit 199 Euro zwar etwas günstiger ist, mich bei der Verarbeitung aber richtig enttäuscht hat.

Ein weiteres 10 Zoll Tablet mit FullHD-Display und Android Marshmallow ist das Lenovo Tab3 10 Business, das in Deutschland wohl für um die 280 Euro erscheinen wird. Mit 32GB bietet es deutlich mehr Speicher, doch dürfte die Performance des 1,3GHz MediaTek QuadCore-Chips merkbar schwächer sein.

Wer etwas mehr Geld ausgeben mag, bekommt mit dem Galaxy Tab S2 sonst ein deutlich schlankeres und besser durchdachtes Tablet. Auch dieses wird mit Marshmallow ausgeliefert und für ältere Modelle sind Updates verfügbar.

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