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Lenovo Tab3 7 Essential Test: Wie gut ist ein 79 Euro Tablet?

Das Lenovo Tab3 7 Essential ist ein sehr günstiges Android-Tablet, das viel verspricht. Doch wie gut ist es wirklich? Das zeigt unser neuster Tablet-Test.

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Lenovo Tab3 7 Essential Test

Lenovo Tab3 7 Essential Test
Lenovo hat eine ganze Reihe preiswerter Tablets im Angebot, die allesamt ziemlich beliebt sind. Das neuste ist das Lenovo Tab3 7 Essential, das ein 7 Zoll großes Display bietet und deutlich unter 100 Euro kostet. Damit ist es eine direkte Konkurrenz zum Amazon Fire. Doch zu was taugt ein so günstiges Tablet? Das wollen wir mit diesem Test herausfinden.

Bei Amazon kostet die günstigste Ausführung des Lenovo Tab3 7 Essential aktuell rund 80 Euro (Link zum Angebot). Dafür gibt es 8GB Speicher, doch wer 16GB haben möchte, muss nur rund 10 Euro draufzahlen (Link zum Angebot).

Design und Verarbeitung

Das Design des Tab3 7 Essential finde ich durchaus schick. Farblich ist das Tablet komplett in schwarz gehalten, nur der Rahmen und die Abdeckung des MicroSD-Kartenslots sind blau. Auf der Rückseite ist ein Muster aufgetragen, dadurch sieht man dort nicht so leicht Fingerabdrücke. Das ist super.

Über dem Display sitzt eine Kamera mit einer Auflösung von 0,3 Megapixel und daneben ist ein Lautsprecher angebracht. An den Seiten befindet sich ein Power-Button, sowie die Lautstärkeregler und gegenüber der Kartenslot für MicroSD-Speicherkarten. Oben sitzen der Audioanschluss und ein ganz normaler MicroUSB-Port.

Natürlich besteht das Gehäuse bei diesem Preis komplett aus Kunststoff und man merkt direkt, dass es ein eher günstiges Gerät ist. So fühlt es sich bei weitem nicht so wertig an wie das etwas teurere Samsung Galaxy Tab A 7.0 (Test). Es ist eben ein billiges Tablet und die Verarbeitung ist mit der des Amazon Fire vergleichbar.

Lenovo Tab3 7 Essential Anschlüsse

Display: Da ist noch Platz

Lenovos Spezifikationen ähneln sehr dem Fire von Amazon, die beiden sind direkte Konkurrenten. So hat das 7 Zoll große Display auch hier nur eine Auflösung von 1024 x 600 Pixel. Das ist recht niedrig, doch auf 7 Zoll sieht das nicht so schlimm aus, wie man es beim Lesen der Auflösung erwartet. Ich finde 1024 x 600 Pixel durchaus noch nutzbar, erst recht bei dem Preis. Im direkten Vergleich zu einem HD-Panel sieht man jedoch einen großen Unterschied.

Schade finde ich, dass die Touch-Oberfläche nicht direkt auf dem IPS-Panel sitzt. Man hat so nicht das Gefühl direkt auf einen Button zu drücken, sondern es ist rund 1mm Abstand zwischen Finger und Display. Früher war das bei allen Touchscreen so und bei vielen günstigen Geräten ist das noch immer der Fall – wie bei diesem hier.

Die restlichen Eigenschaften des Displays sind in Ordnung. Die Blickwinkel sind gut und es ist ausreichend hell, zumindest wenn man drinnen ist. Draußen und vor allem in der direkten Sonne verwandelt sich das Tab3 7 schneller in einen Spiegel als einige – zugegeben teurere – Konkurrenten.

Hardware und Performance

Lenovo Tab3 7 Essential Verarbeitung
Unter dem 7 Zoll Display sitzt ein MediaTek MT8127 SoC. Hierbei handelt es sich um einen QuadCore-Prozessor, dessen vier Kerne bei 1,3GHz takten. Dazu gibt es 1GB Arbeitsspeicher und 8GB bis 16GB internen Speicher. Zu den weiteren Spezifikationen gehören natürlich WLAN und Bluetooth, aber auch GPS. Ein LTE-Modell gibt es bisher nicht.

Die Performance des Lenovo Tab3 7 Essential ist überraschend gut. Alle von mir getesteten Spiele liefen äußerst flüssig. Dazu zählen recht aufwändige wie Modern Combat 5, Asphalt 8: Airborne und sogar N.O.V.A. 3 Freedom Edition, mit dem einige preiswerte Tablets Probleme haben. Ich bin kein Gamer und für Gamer gibt es deutlich bessere Geräte, aber gelegentlich kann man hierdrauf durchaus auch anspruchsvollere Spiele spielen.

Andere Apps wie der Chrome Browser oder YouTube laufen ebenfalls größtenteils flüssig. Hin und wieder kann es kleinere Ruckler geben, beispielsweise wenn im Hintergrund ein Spiel aus dem PlayStore herunterlädt. Doch zum Surfen im Netz oder für YouTube ist das Tab3 7 insgesamt gut geeignet.

Wir müssen uns bei dem Tablet immer wieder den Preis vor die Augen halten, und dafür ist die Performance echt gut. Das spiegeln auch die Benchmarks wieder. So werden bei Geekbench 3 im Single-Core-Test knapp über 350 Punkte erreicht und im Multi-Core-Test knapp über 1200 Punkte. Bei AnTuTu sind es rund 25.000 Punkte. Damit schneidet es etwas besser ab als das teurere aber ebenfalls neue Galaxy Tab A 7.0.

Software: Lollipop anstatt Marshmallow

Lenovo Tab3 7 Essential Display
Es gibt das Lenovo Tab3 7 auch in einer etwas besseren Version mit mehr Speicher und Android 6.0 Marshmallow, doch in Deutschland ist bisher nur das günstige Essential-Modell erschienen. Auf diesem läuft nur Android Lollipop und ich gehe nicht davon aus, dass es jemals ein Update geben wird. Zumindest kein großes auf Marshmallow. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Ist es schlimm, dass wir hier nur Lollipop bekommen? Eigentlich nicht, erst recht zu dem Preis. Klar, Lollipop ist nicht mehr das neuste, doch ist es ein gutes und stabiles Betriebssystem. Allzu viel entgeht uns im Vergleich zu Marshmallow nicht.

Schön ist, dass die eigene Oberfläche von Lenovo sich kaum von normalem Android unterscheidet. Das war früher anders, doch jetzt bekommen wir so ziemlich das Android, das Google sich erdacht hat. Das ist super und verlangsamt das Tablet nicht unnötig. Schade ist, dass bei dem begrenzten Speicher einige Apps von Lenovo vorinstalliert sind. Die braucht man nicht, stören sonst aber auch nicht wirklich.

Akkulaufzeit

Lenovo Tab3 7 Essential Akkulaufzeit
Lenovo hat dem Tablet einen Akku mit einer Kapazität von 3450mAh spendiert, der laut Verpackung für eine lange Laufzeit sorgen soll. Im Vergleich zu anderen von mir getesteten Tablets ist die Laufzeit jedoch nicht wirklich lang.

Ich führe immer den gleichen Akkutest durch, indem ich immer das gleiche 720p-Video in einer Endlosschleife laufen lassen. Die Helligkeit ist dabei auf 50% gesetzt, der Ton ist ausgeschaltet und WLAN ist aktiviert. Hin und wieder kommen Benachrichtigungen von Gmail rein, nicht jedoch von Facebook oder anderen sozialen Netzwerken.

Bei diesem Test hat das Tab3 7 Essential bei mir eine Laufzeit von 7 Stunden erreicht. Das schlechteste Ergebnis ist das nicht, so schneidet das in Deutschland nie erschiene, umgerechnet aber in etwa gleichteure ASUS ZenPad C 7.0 deutlich schwächer ab. Andere Konkurrenten wie das Galaxy Tab A 7.0 kommen auf über 9 Stunden.

Lautsprecher

Es gibt nur einen Lautsprecher und der sitzt über dem Display. Die Qualität des Sounds ist für unter 100 Euro natürlich nicht die beste, aber für YouTube oder Netflix ist es ausreichend. Laut genug sind die Lautsprecher ebenso, lautes Hundegebelle übertönen sie jedoch nicht. In der lautesten Einstellung verzerrt der Sound außerdem etwas.

Mein Fazit

Lenovo Tab3 7 Essential Tablet Test
Ich habe mehrmals erwähnt, dass ein Feature „für den Preis“ gut sei. Das gilt für das Lenovo Tab3 7 Essential insgesamt. Für ab 79 Euro bekommt man ein gutes Tablet, mit dem man ohne Probleme im Internet surfen oder auf YouTube Videos schauen kann. Wer tatsächlich einige Spiele installieren möchte, sollte jedoch zur der Version mit 16GB Speicher greifen. Wer nur die bereits installierten Apps benutzt, kann sich den Aufpreis sparen.

Was die Performance betrifft, kann das Tab3 7 Essential auch mit etwas teureren Konkurrenten mithalten. Das gilt jedoch nicht für das Display oder die Akkulaufzeit. Betrachtet man das Preis/Leistungsverhältnis ist beides in Ordnung, doch für rund 50 Euro mehr kann man ein HD-Display und einen länger haltenden Akku bekommen. Schauen wir mal, was da in Frage käme.

Die Alternativen

Es gibt einige aktuelle Tablets, die als Alternative zum Tab3 7 Essential in Betracht kämen. An oberster Stelle steht bei mir das Samsung Galaxy Tab A 7.0, das zwar keine bessere Performance bietet, dafür aber ein deutlich besseres Display, eine etwas hochwertigere Verarbeitung und mit über 9 Stunden eine längere Akkulaufzeit. Mit aktuell knapp 119 Euro ist es aber auch ein gutes Stück teurer.

Falls ihr weniger Geld ausgeben möchtet, wäre das Amazon Fire eine spannende Alternative. Die Hardware ist mit der des Lenovo Tab3 7 Essential fast identisch, aber es ist 20 Euro günstiger. Dafür bekommt ihr mit dem Fire nicht „Googles Android“ inklusive PlayStore und den Apps von Google, sondern Amazons stark angepasstes Android, das sie Fire OS nennen. Für Prime-Kunden ist das super, denn man hat schnellen und direkten Zugriff auf die Angebote von Amazon, wie Instant Video. Alle anderen werden wohl die Angebote von Google vermissen. Das Fire kann man schon für ab 59 Euro bekommen.


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