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Tipps & Tricks

Kaufratgeber microSD-Karten: Alles, was ihr wissen müsst

In unserem microSD-Speicherkarten-Kaufratgeber erfahrt ihr alles, was ihr über den Kauf von microSD-Karten für euer Tablet oder andere Geräte wissen müsst.

Veröffentlicht am

San Disk Extreme 128 GB microSD-Speicherkarte

Der Kauf einer microSD-Karte für euer Tablet kann sich als ziemliche Herausforderung anfühlen. Vor allem, wenn ihr einfach nur etwas mehr freien Speicherplatz haben wollt. Warum kosten manche microSD-Karten um ein Vielfaches mehr als die billigsten Modelle?

Nun, ihr zahlt bei Speicherkarten normalerweise tatsächlich für das, was ihr bekommt. Als Faustregel gilt: „Je mehr ihr bezahlt, desto wahrscheinlicher ist es, dass eure microSD-Karte eine bessere und schnellere Leistung bringt.

Wenn ihr bei der Qualität spart, lauft ihr Gefahr, eine minderwertige microSD-Karte zu bekommen, bei der die Datenintegrität im Laufe der Zeit schneller abnimmt. Der Datenträger wird dann eher früher als später den Geist aufgeben und schlimmstenfalls eure Daten mit ins Jenseits nehmen.

Welche SD-Karte ist die beste für euch?

Auch wenn der Gedanke, dass ihr für die gleiche Menge an Speicherplatz das Doppelte oder Dreifache bezahlen sollt, vielleicht etwas schockierend ist, wird eure Speicherkarte auf lange Sicht viel besser funktionieren, wenn ihr die beste Variante kauft, die ihr euch leisten könnt.

Wie ihr sehen könnt, bietet SanDisk drei Stufen von 256 GB microSDs an, wobei jede Stufe im Preis ansteigt.

SanDisk 256 GB ModellPreis
Ultraab 16 €
Extremeab 25 €
Extreme Proab 35 €

Zwischen der Ultra- und der Extreme-Serie gibt es einen Sprung in der Geschwindigkeit und der Zuverlässigkeit, was ihr anhand der Symbole auf der Karte ablesen könnt. Ich erkläre euch weiter unten, was die Symbole im einzelnen bedeuten.

Auf SD-Karten trifft der Spruch „Billig kaufen, wieder kaufen“ ziemlich gut zu. Folgendes Szenario könnte vermutlich alle von uns irgendwann mal betreffen. Ihr besitzt ein Tablet, welches 1080p-Videos aufzeichnet. Eure Einstiegs-SD-Karte funktioniert ohne Probleme.

Aber vielleicht kauft ihr euch später mal ein Gerät, welches 4K oder mehr aufnimmt. Ich habe beispielsweise eine 360°-Kamera gekauft, die keine Low-End-Karten akzeptiert. Sie bricht die Aufnahme einfach ab. Mein Handy nimmt 4K-Videos nur auf dem internen Speicher auf, auch wenn ich es so eingestellt habe, dass es die Daten auf meiner SD-Karte speichern soll.

Oftmals produzieren die Hersteller SD-Karten, die auf den ersten Blick völlig identisch aussehen wie die oben genannten Extreme und Extreme Pro Serien. Sie haben die gleichen Geschwindigkeitsangaben und unterscheiden sich augenscheinlich nur leicht im Design.

Um den Unterschied zu erkennen, müsst ihr selbst recherchieren. Einige Gründe, warum ein Hersteller eine microSD-Karte unter einem anderen Namen herstellt, sind die maximale Größe der Karte oder wie oft die Karte garantiert ohne Probleme überschrieben werden kann.

Karten, die für vielfache Schreibvorgänge gedacht sind (z. B. für den Einsatz in Dashcams oder Überwachungskameras), werden manchmal auch als „Endurance“-Karten bezeichnet und ihr werdet bei den verschiedenen Marken große Unterschiede in der Langlebigkeit feststellen. Die SanDisk High Endurance überlebt laut Hersteller zum Beispiel 10.000 Stunden HD-Aufnahme, während die teurere Max Endurance Variante sechsmal so lange durchhält.

Auch wenn vorzeitiger Verschleiß niemals gänzlich ausgeschlossen werden kann, so seid ihr mit dem Kauf einer der hochpreisigen und besten microSD-Karten auf lange Sicht meist besser beraten und erspart euch damit für die nächsten Jahre ziemlich sicher einen Neukauf wegen technischer Überalterung.

Gefälschte microSD-Karten?

Es gibt immer wieder Gerüchte über gefälschte SD-Karten, deshalb lohnt es sich, eure SD-Karte bei einer seriösen Adresse wie Best Buy oder Staples zu kaufen.

Gefälschte SD-Karten sind schwer zu erkennen, weil die Verpackung und der Aufdruck auf der Karte nicht von der echten Karte zu unterscheiden sind.

Ich habe vor ein paar Jahren eine 1 TB große Samsung-Karte von meinem Freund bekommen. Nach ein paar Einsätzen ging sie kaputt und alle meine Daten auf der Karte waren weg. Ich hätte den Braten riechen müssen – Speicherkarten mit 1 Terabyte waren zu der Zeit noch unbezahlbar und der Preis, für den mein Freund sie gekauft hatte, war verdächtig niedrig.

Es lohnt sich wirklich, die beste verfügbare Karte von einem seriösen Händler zu kaufen.

Symbole auf der microSD-Karte

Wenn ihr eine neue microSD-Karte für euer Tablet, eure Kamera oder euer Smartphone kauft, findet ihr hier alle Symbole, auf die ihr achten müsst, geordnet nach ihrer Wichtigkeit.

Als Faustregel gilt: Je größer die Zahl, desto besser die Leistung.

microSD App Performance Class

Derzeit gibt es zwei Standards für die sogenannte App Performance Class zum Ausführen von Apps auf Android-Geräten.

Die SD Association schreibt dazu: „Die App Performance Class gewährleistet Mindestgeschwindigkeiten für die zufällige und sequenzielle Ausführung, um die Anforderungen an die Ausführungs- und Speicherzeit unter bestimmten Bedingungen zu erfüllen.“.

Die SD Association hat diese Tabelle erstellt, um die Unterschiede zwischen den beiden Leistungsklassen zu verdeutlichen.

Grundsätzlich gilt: Wenn ihr Programme und Apps auf eurem Android-Gerät ausführen wollt, solltet ihr eine Karte kaufen, die mindestens eine A1-, wenn nicht sogar eine A2-Bewertung hat.

Video Speed Rating auf microSD-Karten

Angenommen, ihr nehmt Videos auf oder macht viele Fotos in Serie. In diesem Fall ist das Video Speed Rating besonders wichtig, denn eure Speicherkarte braucht ein Mindestmaß an Geschwindigkeit, um Unterbrechungen und unerwünschte Pausen bei der Aufnahme von Fotos oder Videos zu vermeiden.

SD-Karten mit bestimmten Symbolen garantieren ein Mindestmaß an sequenzieller Schreibgeschwindigkeit. Hier eine veranschaulichende Tabelle der SD Association.

Ihr solltet euren Fokus beim Kauf auf die Video Speed Class setzen, denn sie bestimmt, mit welcher Auflösung ihr aufnehmen könnt. Bei den meisten microSD-Karten handelt es sich um V30-Karten (Stand Anfang 2024), die 4K-Videos aufzeichnen können. Wer schon eine 8K-Kamera mit einer Bildrate von über 60 fps besitzt, braucht eine V60- oder V90-microSD-Karte.

Hier eine weitere Grafik der SD Association, mit der ihr auf einen Blick herausfinden könnt, welche Art von V-Rating ihr braucht.

Die restlichen Symbole zur Klassifizierung der Geschwindigkeit sind heute weniger relevant, weshalb wir an dieser Stelle auch nicht näher darauf eingehen. Hier eine Liste aller V-Klassen mit der maximalen Video-Auflösung, die ihr damit aufnehmen könnt.

  • V6 (auch bekannt als Class 6): SD- bis HD-Videoaufzeichnung
  • V10 (auch bekannt als U1 oder Class 10): Bis zu Full HD
  • V30 (auch bekannt als U3): Bis zu 4K
  • V60: 4K UHD bis 8K
  • V90: 8K UHD-Videos

UHS Bus Interface Speed Standards

Wahrscheinlich habt ihr schon die kleine römische Zahl auf eurer SD-Karte bemerkt.

Höchstwahrscheinlich wird dort ein einzelnes „I“ stehen, aber in Zukunft könnten „II“ oder „III“ für euch zum Standard werden.

Der UHS-Standard beschreibt die Kontakte der Speicherkarte. Die meisten aktuell günstigen Karten haben eine einzelne Reihe, bestehend aus neun Kontakten (UHS-I). Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen, wurden irgendwann Karten mit einer zweiten Reihe von insgesamt 17 Kontakten auf den Markt gebracht (UHS-II und UHS-III).

MicroSD-Karten mit einer Reihe von Kontakten können Daten nur mit bis zu 104 MB/s (UHS-I) übertragen, während microSD-Karten mit zwei Reihen von Kontakten bis zu 312 MB/s (UHS-II) oder sogar 624 MB/s (UHS-III) übertragen können.

Beachtet aber, dass eure Karte und euer Gerät miteinander kompatibel sein müssen, damit ihr diesen Geschwindigkeitsvorteil auch wirklich nutzen könnt. Ihr könnt zwar eine schnellere SD-Karte in ein langsameres Gerät stecken, aber die zusätzlichen Geschwindigkeitsvorteile werden euch nur zugutekommen, wenn euer Endgerät über die gleichen Kontakte verfügt wie eure Speicherkarte.

SDUC, SDXC, SDHC, SD Kapazitätsbasierte Klassifizierung

Speicherkarten werden heutzutage mit Kapazitätsangaben in Gigabyte (z.B. 64GB, 256GB, etc.) oder Terabyte (1TB, 2TB, etc.) verkauft.

Die Größe eurer Karte ist entscheidend dafür, ob sie eine SD-, SDHC-, SDXC- oder SDUC-Klassifizierung erhält.

Jedes Gerät besitzt ein Kapazitätslimit für die Karte, die es verwenden kann. Mein Microsoft Surface Go Tablet kann nur bis zu 2 TB Speicherkapazität nutzen, was die Grenze für eine SDXC-Speicherkarte ist. Im Umkehrschluss funktioniert es auch mit jeder Speicherkarte, die kleiner als 2 TB ist, einschließlich SDHC- und SD-Karten. SD-Karten mit der Klassifizierung SDUC, die für SD-Karten mit mehr als 2 TB und bis zu 128 TB vergeben wird, werden von meinem Tablet nicht akzeptiert. Hier eine weitere Infografik der SD Association, die dies veranschaulicht.

Wenn ihr eine Speicherkarte in relativ normaler Größe für ein einigermaßen aktuelles Gerät kauft, solltet ihr in der Regel auf der sicheren Seite sein. Nur wenn ihr eine moderne Karte mit sehr hoher Speicherkapazität in ein sehr altes Gerät steckt, wird es mitunter zu Konflikten kommen.

Lesen: Sind 64 GB genug für ein iPad? So viel Speicher braucht ihr

Was ist SD Express?

Wenn ihr auf eurer SD-Karte den Schriftzug „Express“ oder „EX“ seht, dann willkommen an der Spitze aktueller SD-Kartentechnologie. Diese Karten sind in der gleichen Speicherkapazität erhältlich wie normale SD- bzw. microSD-Karten, sind dabei aber die schnellsten SD-Karten, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Schaut euch die Geschwindigkeiten an, die in den SD Express-Spezifikationen definiert sind. Sie übertreffen sogar die schnellsten V90-Karten um ein Vielfaches.

SD Express-Karten versprechen heutzutage Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 3940 MB/s und können somit als austauschbare Solid-State-Laufwerke angesehen werden.

Dank der enormen Geschwindigkeit könnt ihr mit diesen Karten problemlos Videos in Superzeitlupe und RAW-Fotos in Serie im Burst-Modus aufnehmen. Darüber hinaus können diese SD-Speicherkarten aufgrund ihrer extrem hohen Lese- und Schreibgeschwindigkeit sogar mit internen Festplatten konkurrieren, wenn es um die Ladenzeiten von Software geht.

Aber auch hier gilt: Wenn eine SD Express-Karte die gleiche Kapazität hat wie eure normale SD-Speicherkarte, könnt ihr diese zwar nutzen, habt dadurch aber nicht automatisch einen Geschwindigkeitsvorteil! Wenn ihr eine solche Karte an einen normalen SD-Kartenanschluss anschließt, funktioniert sie zwar, wird aber durch die UHS-I-Schnittstelle ausgebremst und schlussendlich keine besseren Datentransferraten erzielen als eure billigere UHS-I-Karte.

Fazit

Wenn ihr eine microSD-Karte kauft, solltet ihr euch überlegen, wofür ihr sie verwenden wollt.

Wenn ihr damit Videos aufnehmen wollt, achtet auf die V-Klassifizierung. Kauft eine Karte, die so schnell wie möglich ist, je nachdem, in welcher maximalen Auflösung eure Kamera Videos aufzeichnen kann. Wenn ihr 4K aufnehmen wollt, solltet ihr euch mindestens eine SD-Karte mit der Geschwindigkeitsklasse V30 besorgen.

Wenn ihr Apps auf eurer Speicherkarte ausführen wollt, solltet ihr auf die Application Performance Class achten. Kauft ein Modell, das mit „A2“ gekennzeichnet ist, um das bestmögliche Ergebnis zu gewährleisten.

Wenn ihr eine Karte mit UHS-II- oder III-Rating besitzt, solltet ihr überprüfen, ob euer Gerät diese neuen SD-Karten mit zwei Kontaktreihen auch wirklich unterstützt. Ist dies nicht der Fall, werdet ihr von den Geschwindigkeitsvorteilen dieser Typen leider nicht profitieren.

Achtet außerdem vor dem Kauf einer neuen SD-Karte immer darauf, welche maximale Kapazität euer Gerät unterstützt. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn ihr eine aktuelle SD-Karte für ein älteres Gerät kaufen möchtet, das bereits etliche Jahre auf dem Buckel hat.

Übersetzt von Christopher Tamcke, englischer Originalartikel auf unserer Partnerseite mynexttablet.com.


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