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Tipps & Tricks

So denkt Windows, eure SD-Karte sei eine richtige Festplatte – Anleitung zum Einrichten virtueller Laufwerke

Erfahrt hier, wie ihr eure microSD- oder Standard-SD-Karte virtuell in ein Festplattenlaufwerk verwandeln könnt, damit Windows sie für eine Festplatte hält.

Veröffentlicht am

SD-Speicherkarte in einem Microsoft Surface Go

Windows behandelt Wechsellaufwerke wie SD-Karten und USB-Flash-Laufwerke anders als Festplatten und das sogar, obwohl die Festplatte mit der Windows-Installation als solche natürlich meist ebenfalls auswechselbar ist.

Dieser Diskriminierung wollen wir heute ein Ende setzen.

In dieser Anleitung erfahrt ihr, wie ihr ein virtuelles Laufwerk erstellt, damit Windows euer Wechsellaufwerk für eine Festplatte hält. In meinem Fall verwende ich ein Microsoft Surface Go, das über lediglich 64 GB Speicherplatz verfügt, sodass mir sehr häufig der Platz ausgeht.

Nachdem ihr das virtuelle Laufwerk eingerichtet habt, könnt ihr darauf Apps installieren, die vorher nicht auf der SD-Karte installiert werden konnten. Beispielsweise könnt ihr so Adobe-Apps auf der SD-Karte installieren, ebenso wie die Scratch Disks von Photoshop auf die Speicherkarte auslagern. Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, Windows virtuell vorzugaukeln, euer Wechsellaufwerk wäre eine richtige Festplatte.

Lesen: Die 5 besten Tablets für Adobe Photoshop

SD-Karten sind langsamer als SSD-Festplatten

Obwohl SD-Karten keine beweglichen Bauteile haben und somit gesehen unter die Kategorie der eine Solid-State-Disks fallen, liegt ihre Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben von Daten weit hinter der Leistung der meisten SSDs zurück. Achtet also darauf, wichtige Dateien immer auf der Hauptfestplatte zu speichern.

Ich habe einen einfachen Test auf meinem Surface Go durchgeführt, um die Geschwindigkeiten der internen Festplatte und der von mir im Tablet verwendeten Sandisk Extreme 64GB SD-Speicherkarte zu testen. Hier ist das Ergebnis für die interne Festplatte.

Und hier sind die Ergebnisse mit der SD-Karte.

Der interne Speicher benötigte 20,56 Sekunden um eine Sequenz von Tests durchzuführen, während die SD-Karte für den identischen Prozess ganze 47,70 Sekunden benötigte. Dieses Ergebnis zeigt den Geschwindigkeitsunterschied mehr als deutlich.

Ihr könnt diesen Test durchführen, indem ihr die Windows-Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten öffnet. Führt dann den Befehl winsat disk -drive c aus. Ersetzt c durch das Laufwerk, welches ihr testen wollt.

Schlussendlich erhaltet ihr also eine bessere Performance, wenn ihr eure Dateien auf der SSD eures Geräts speichert. Dateien wie die Auslagerungsdatei von Windows oder die Scratch Disks von Adobe sind auf einem schnelleren Laufwerk spürbar besser aufgehoben, da sie sich wie ein Speicher verhalten.

Denkt auch daran, dass es SD-Speicherkarten in unterschiedlichen Geschwindigkeits- und Zuverlässigkeitsklassen gibt. Hier erfahrt ihr, was die Symbole auf der SD-Karte bedeuten. Kauft am besten immer die schnellste und zuverlässigste Karte als Speichererweiterung für euer Tablet.

Nun aber zum eigentlichen Thema. Vermutlich seid ihr hier gelandet, weil ihr keinen Platz mehr auf eurem Hauptlaufwerk habt. Also zeigen wir euch nun, wie ihr aus eurer SD-Karte ein virtuelles Laufwerk erstellen könnt.

So erstellt ihr ein virtuelles Laufwerk in Windows 11

Obwohl diese Anleitung für Windows 11 geschrieben wurde, könnt ihr natürlich auch in Windows 10 ein virtuelles Laufwerk erstellen. Die Schritte sind dort zwar etwas anders, aber im Großen und Ganzen sollte diese Anleitung für euch ebenso hilfreich und verständlich sein.

Klickt zunächst mit der rechten Maustaste auf das Windows-Symbol in eurer Taskleiste. Wählt aus dem Menü die Datenträgerverwaltung.

Erstellen eines virtuellen Laufwerks in der Datenträgerverwaltung

Geht in der Datenträgerverwaltung zu Aktion > Virtuelle Festplatte erstellen. Ihr findet Aktion in der oberen Menüleiste.

Es werden euch verschiedene Optionen angezeigt.

Wählt zunächst eure SD-Karte als Speicherort. Klickt dafür auf die Schaltfläche „Durchsuchen…“ und navigiert zu eurer SD-Karte.

Dieser Schritt erstellt eine Datei, die als Speicher für euer virtuelles Laufwerk dienen wird. Ihr müsst eurer virtuellen Festplatte einen Namen geben. Ich habe meine „virtualhd“ genannt.

Im Feld „Größe der virtuellen Festplatte“ gebt ihr die Größe des virtuellen Laufwerks an. Ich hatte das Problem, dass ich der virtuellen Festplatte nicht den gesamten verfügbaren Speicherplatz auf meiner SD-Karte zuweisen konnte. Ihr müsst also mitunter herumprobieren, bis ihr ein für euch passendes Maximum erreicht habt. Bei meiner 64-GB-Karte habe ich mich schließlich auf 40 GB beschränkt.

Den Rest der Einstellungen habe ich so belassen. Ihr könnt euch zwischen einer virtuellen Festplatte mit fester Größe oder einer dynamisch erweiterbaren virtuellen Festplatte entscheiden. Eine virtuelle Festplatte mit fester Größe reserviert den von euch angeforderten Speicherplatz auf dem Datenträger, während ein dynamisch erweiterbares virtuelles Laufwerk nach Bedarf erweitert wird.

Meine Recherchen haben ergeben, dass virtuelle Festplatten mit fester Größe schneller sind. Aber um ehrlich zu sein, habe ich auch andere Informationen gefunden, die besagen, dass es kaum einen Unterschied zwischen beiden Varianten gibt. Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass beide Methoden problemlos nutzbar sind.

Schließlich klickt ihr auf OK und wartet. Je größer euer virtuelles Laufwerk ist, desto mehr Zeit wird die finale Einrichtung brauchen.

Initialisierung der virtuellen Festplatte

Nun erscheint wieder das ursprüngliche Fenster der Datenträgerverwaltung.

Scrollt im unteren Bereich nach unten, bis ihr eure neue virtuelle Festplatte seht. Bei mir ist es das dritte Laufwerk. Wie ihr sehen könnt, ist sie „Nicht initialisiert“.

Klickt mit der rechten Maustaste auf den grauen Bereich (nicht auf den Teil, auf dem 100MB/Nicht zugewiesen steht).

Anschließend klickt ihr auf „Datenträger initialisieren“.

Es öffnet sich ein Menü – bestätigt mit OK.

Euer virtueller Datenträger ist nun online und ihr müsst ihn nur noch formatieren. Klickt mit der rechten Maustaste auf die weiße Fläche, auf der „Nicht zugewiesen“ steht.

Klickt dann auf „Neues einfaches Volume“.

Folgt dem Assistenten und ändert alles, was ihr wollt. Ihr könnt der Einfachheit halber auch mit den Standardeinstellungen arbeiten.

Ihr solltet eure neue virtuelle Festplatte nun im Windows-Explorer sehen (Windows-Taste + E).

Automatisiertes Einbinden virtueller Festplatten bei der Anmeldung

Wenn ihr eurer Tablet neu startet, werdet ihr feststellen, dass eure neue virtuelle Festplatte nirgends zu finden ist.

Leider müssen virtuelle Laufwerke jedes Mal wieder über die Datenträgerverwaltung über Aktion > VHD anhängen gemountet werden. Oder durch einen Doppelklick auf die VHD-Datei auf eurer SD-Karte.

Dafür hat niemand Zeit. Also lasst uns diesen Schritt automatisieren.

Um den Prozess zu automatisieren, müsst ihr eure Aufgabenplanung aufrufen. Klickt auf das Startmenü und sucht nach „Aufgabenplanung“ ein. Öffnet die Anwendung.

In der rechten Seitenleiste klickt ihr nun auf „Aufgabe erstellen“, woraufhin sich ein Assistent öffnet, der euch durch die Einrichtung der Aufgabe führt.

Auf der ersten Seite gebt ihr einen Namen und eine Beschreibung ein. Ich habe den Prozess schlicht „VHD mounten“ genannt und ihn mit „VHD von SD-Karte mounten“ beschrieben. Achtet darauf, dass ihr die Option „Mit höchsten Privilegien ausführen“ ankreuzt.

Im Reiter „Trigger“ geht ihr auf „Neu“ und wählt im sich neu öffnenden Fenster im Feld „Aufgabe starten“ die Option „Bei Anmeldung“. Es mag euch auch naheliegend erscheinen, stattdessen die Option „Beim Start“ zu verwenden. Ich habe diese Variante ausprobiert, aber es hat bei mir nicht funktioniert.

Klickt im Reiter „Aktionen“ auf die Schaltfläche „Neu“ und gebt in das Eingabefeld Programm/Skript Folgendes ein: powershell.exe -c Mount-DiskImage ‚D:\virtualhd.vhd‘

Ersetzt „D:\virtualhdd.vhd“ mit dem Pfad eurer virtuellen Festplatte. Achtet darauf, dass ihr die einfachen Anführungszeichen vor und nach dem Pfad einfügt.

Startet euren Computer neu und prüft, ob die virtuelle Festplatte automatisch eingebunden wird.

Empfohlene Verwendungszwecke für virtuelle Laufwerke

Als ich das virtuelle Laufwerk erstellte, wollte ich das Problem lösen, dass Photoshop sich regelmäßig darüber beschwerte, dass es nicht genug Speicher für seine Scratch Disk hatte. Dabei handelt es sich um einen temporären Speicher, der während der Verwendung von Photoshop genutzt wird.

Sobald ich meine Scratch Disk für Photoshop auf das virtuelle Laufwerk ausgelagert hatte, gehörte die Fehlermeldung „Scratch Disk Full“ der Vergangenheit an. Ein virtuelles Laufwerk zu erstellen ist enorm praktisch, stellt aber sicher, dass ihr mit der besten SD-Karte arbeitet, die ihr im Handel bekommen könnt.

Nichtsdestotrotz ist es besser, so viel wie möglich direkt auf eurer internen Festplatte zu installieren, bevor ihr die SD-Karte überhaupt als Speichererweiterung anrührt. Wenn ihr die SD-Karte verwenden müsst, dann installiert Apps wenn möglich direkt auf der SD-Karte und nicht auf das virtuelle Laufwerk, weil es sich hierbei ja um einen Ableger der SD-Karte handelt.

Warum solltet ihr eurer internen Festplatte den Vorrang geben? Weil…

  • …interne SSD-Laufwerke viel leistungsfähiger als eine leistungsstarke SD-Karte sind.
  • …interne Laufwerke in der Regel nicht so leicht verloren gehen. SD-Karten können versehentlich abhandenkommen und sind aufgrund ihrer geringen Größe schwer wiederzufinden.
  • …SD-Karten aus Sicht der langfristigen Datenintegrität weniger zuverlässig sind als SSDs

Diesem Credo folgend, habe ich nur Dateien auf meiner SD-Karte gespeichert, die leicht wieder heruntergeladen werden können. Generell gilt bei SD-Speicherkarten für mich die Devise: Ja zu Softwaredateien, virtuellem Speicher und Dateidownloads. Nein zu persönlichen Fotos und Dokumenten, die ich selbst erstellt habe.

Lesen: 12 Tage mit dem Surface Go als PC Ersatz: Ein Experiment

Übersetzt von Christopher Tamcke, englischer Originalartikel auf unserer Partnerseite mynexttablet.com.


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