Jumper EZBook 3 Test: Wie gut ist ein 200 Euro Notebook?

Das Jumper EZBook 3 ist ein 14,1 Zoll großes Notebook, das schick ausschaut und nur 200 Euro kostet. Wie gut ist es wirklich? Das erfahrt ihr in meinem Test. | Von Andrzej Tokarski am 20. March 2017

Jumper EZBook 3 Test

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Mich faszinieren immer wieder sehr günstige Geräte aus China, die teils um ein vielfaches preiswerter als hierzulande sind und dafür oft eine spannende Ausstattung bieten. Nachdem ich kürzlich das Chuwi Hi 10 Plus getestet habe, ist nun das Jumper EZBook 3 an der Reihe. Hierbei handelt es sich um ein 14 Zoll großes Notebook im Design eines klassischen Ultrabooks – doch liegt der Preis bei nur rund 200 Euro. Wie gut kann ein solches Gerät sein? Das erfahrt ihr in diesem Test.

Das Jumper EZBook 3 bietet mit seinem Intel Celeron N3350 Prozessor der Apollo Lake Generation eine etwas bessere Performance als preiswerte Windows-Tablets mit ihren Atom Chips. Spannend finde ich außerdem das schicke Design und die FullHD-Auflösung. Wer das Jumper EZBook 3 kaufen möchte, kann das jedoch nicht direkt in Deutschland bestellen – stattdessen wird es von Händlern wie GearBest für um die 200 Euro nach Deutschland exportiert (Link zum Angebot). Die haben mir auch das Testexemplar zur Verfügung gestellt.

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick sieht das Jumper EZBook 3 wie ein hochwertiges Ultrabook aus, das auch von Herstellern wie ASUS oder Apple stammen könnte. Ich finde das Design ist sehr gelungen, doch ist die Bauqualität natürlich nicht mit teureren Geräten vergleichbar.

Anstatt auf Aluminium setzt Jumper hier komplett auf Kunststoff. Es fühlt sich nicht richtig billig an, aber hochwertig auch nicht. Wenn man möchte, lässt sich das Gehäuse leicht biegen. Es scheint zwar für den normalen Alltag durchaus gut genug gebaut zu sein, aber das stabile Aluminiumgehäuse meines Ultrabooks vermisse ich schon. Das kostet aber auch fünf Mal so viel.

Jumper EZBook 3 Design

Um das 14,1 Zoll große Display herum sitzt ein recht schmaler, schwarzer Rahmen, der ebenfalls aus Kunststoff besteht. Unter dem Display ist eine 0,3 Megapixel Kamera angebracht. Die Position der Kamera ist nicht perfekt, denn so schaut das Gegenüber einem direkt in die Nasenlöcher. Andere Hersteller haben die Kamera auch schon so positioniert. Aber das ist nicht schlimm – aufgrund der geringen Auflösung und sehr schwachen Qualität in schwierigen Lichtverhältnissen ist die Kamera leider sowieso nur sehr bedingt zu gebrauchen.

An den Seiten befinden sich ein USB 3.0 Port, ein USB 2.0 Anschluss und ein HDMI-Ausgang. An einen MicroSD-Kartenslot hat Jumper ebenfalls gedacht. Es gibt noch einen Audioport und einen Netzteilanschluss. Ein Ethernet-Adapter fehlt beim Zubehör leider. Das Zubehör besteht nur aus dem Netzteil.

Tastatur

Jumper EZBook 3 Tastatur
Das EZBook 3 hat eine typische Chicklet Tastatur, auf der man recht gut schreiben kann. Ich habe diesen Testbericht und viele weitere Artikel auf dem EZBook 3 geschrieben. Auf die Tasten muss ich jedoch etwas stärker drücken als bei meinem ASUS ZenBook UX303, sonst wird gelegentlich ein Tastendruck nicht erkannt. Man gewöhnt sich aber sehr schnell daran. Nutzbar ist auch das nicht allzu große Touchpad – es ist nicht das beste, aber man kann damit gut und ohne Probleme arbeiten.

Ihr müsst bedenken, dass dieses Notebook mit einer englischen QWERTY-Tastatur ausgeliefert wird. Deutsche Umlaute fehlen auf der Tastatur also und die Sonderzeichen sind an anderen Stellen platziert. Softwareseitig kann man das Tastaturlayout natürlich umstellen, sodass ihr alle Tasten dort findet, wo sie auf einer deutschen Tastatur sind. Das funktioniert sehr gut, aber natürlich auch nur, wenn ihr blind schreiben könnt. Alternativ kann man sich die Buchstaben als Sticker kaufen und auf die Tastatur kleben.

Display

Jumper EZBook 3

Jumper liefert das EZBook 3 mit einem 14,1 Zoll großen Display aus, das mit 1920 x 1080 Pixel eine schön hohe Auflösung bietet. Erst kürzlich ist das Lenovo MIIX 320 zu einem höheren Preis mit einem HD-Display vorgestellt worden – eine FullHD-Auflösung ist bei Geräten für unter 300 Euro noch immer kein Standard.

Mir gefällt, dass Jumper uns hier ein mattes Panel liefert. Dadurch spiegelt das Display nicht so stark

Die Auflösung ist also schön hoch und es ist auch ausreichend hell. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann man nicht allzu viel Erkennung, aber im normalen Alltag kann man es gut nutzen.

Nicht lobenswert sind jedoch die Blickwinkel. Wenn man direkt auf das Display schaut, sieht es sehr gut aus. Von oben und unten bricht die Qualität jedoch schnell ab. Von den beiden Seiten kann man noch deutlich besser etwas erkennen – gut genug um zu zweit auf dem Sofa einen Film zu schauen. Man merkt aber deutliche Unterschiede zu einem IPS-Panel.

Hardware und Performance

Jumper EZBook 3 Laptop

Unter dem Display sitzt ein Intel Celeron N3350 Chipset der Apollo Lake Generation, ein 1,1GHz DualCore Prozessor. Aus China erwarten wir einige Tablets mit diesem Chipset und auch TCL hat mit dem Alcatel Plus 12 ein Tablet mit sehr ähnlicher Hardware präsentiert. Abgerundet wird der N3350 mit 4GB RAM und 64GB internen Speicher.

Die Ausstattung ist also besser als bei einem typischen Windows-Tablet für unter 300 Euro, die meistens nur einen Intel Atom x5 Z8300 oder Z8350 bieten. Und das merkt man auch. Selbst bei normalem Gebrauch ist die Performance merkbar besser als bei einem Tablet mit einem Atom x5.

Tablets mit dem Z8350 haben immer wieder größere Probleme, wenn man im Edge-Browser YouTube schauen möchte. Ganz flüssig ist das EZBook 3 mit dem N3350 auch nicht, aber es ist deutlich besser. Wenn man nicht mehrere Videos im Hintergrund öffnet oder nebenbei irgendein Programm installiert, kann man YouTube ohne größere Probleme schauen.

Webseiten, die nicht ganz so anspruchsvoll sind wie YouTube, kann man auf dem Notebook aber sehr gut und schnell aufrufen – auch wenn man mehrere Tabs offen hat. Für Office-Arbeiten ist die Performance ebenfalls gut genug, Programme wie Word oder Excel laufen sehr gut und ohne Schwierigkeiten.

Auch in Photoshop konnte ich überraschend gut arbeiten. Ich habe mit einem 50 Megabyte großen Bild herumgespielt, Filter angewendet und Grafiken und Texte hinzugefügt. Photoshop läuft hier besser als auf den meisten preiswerten Windows-Tablets. Doch wer sehr intensiv mit Photoshop arbeiten möchte, fährt natürlich mit einem leistungsstärkeren Gerät besser.

In PowerDirector konnte ich ebenfalls gut Videos bearbeiten. Ohne merkbare Ruckler oder Lags konnte ich kleinere Videos schneiden. Natürlich ist es generell angenehmer Videos auf einem leistungsstärkeren System zu schneiden, aber es geht zumindest.

Jumper EZBook 3 Benchmark

Um ein 22 Minuten langes FullHD-Video mit einigen Schnitts zu rendern, brauchte das Jumper EZBook 3 15 Minuten und 51 Sekunden. Das Odys Fusion Win 12 Pro mit dem Intel Atom x5 Z8350, das ich gerade ebenfalls teste, benötigte für das gleiche Video mit über 27 Minuten deutlich länger.

Auch der Geekbench 4 Benchmark zeigt, dass der Intel Celeron N3350 deutlich performanter als der Intel Atom x5 Z8350 ist. So werden im Single-Core-Test 1440 Punkte und im Multi-Core-Test 2480 Punkte erreicht. Obwohl der N3350 nur ein DualCore-Chip ist, liegen beide Ergebnisse deutlich über denen des Z8350, der in der Regel knapp unter 900 und 2200 Punkte bekommt.

Akkulaufzeit

Jumper EZBook 3 Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit des Jumper EZBook 3 ist nicht die beste, das ist generell eine Schwachstelle von Windows-Geräten. Erst recht, wenn man die langen Akkulaufzeiten von Android-Tablets gewohnt ist. Doch für den Preis ist die Laufzeit gar nicht mal schlecht, erst recht, wenn man das große Display bedenkt. In meinem Akkutest kam ich auf eine Laufzeit von gerade so 7 Stunden.

Ich führe bei all meinen Tests genau den gleichen Akkutest durch. Ich lasse immer ein HD-Video in einer Endlosschleife laufen, bis sich das Gerät automatisch abschaltet. Die Helligkeit ist dabei auf 50% gesetzt und WLAN ist eingeschaltet.

Fazit

Jumper EZBook 3 Notebook
Wenn man ein Angebot erwischt, kann man das Jumper EZBook 3 für knapp unter 200 Euro bekommen – andernfalls kostet es etwas mehr. Das ist sehr, sehr günstig und bei diesen Preisen muss man immer Abstriche machen. Hier ist es das Display. Zwar bekommen wir eine schöne FullHD-Auflösung, doch sind die Blickwinkel nicht sehr gut – ein IPS-Panel wäre schön gewesen. Abgesehen davon bekommt man jedoch mehr geboten, als bei den meisten Windows-Tablets, die auch gut 300 Euro kosten können.

So ist die Performance für das Geld in meinen Augen richtig gut. Schön ist auch, dass wir ein großes Display in einem relativ kleinen Packet bekommen. Auf der Tastatur kann man mit einer kleinen Eingewöhnungszeit sehr gut arbeiten – aber es ist eben ein US-Layout und kein deutsches.

Zum normalen Arbeiten konnte ich mit dem Jumper EZBook 3 überraschend gut mein Ultrabook ersetzen, das gut fünf Mal so viel kostet. Bei intensivem Multitasking oder wenn man Videos aufwändig schneiden oder in Photoshop Bilder bearbeiten möchte, merkt man natürlich gravierende Performanceunterschiede. Für unter 200 Euro gefällt mir das Jumper EZBook 3 aber sehr gut.

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