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Testberichte

Xiaomi Mi Notebook Pro Test: So gut ist das China Notebook wirklich

Das Xiaomi Mi Notebook Pro ist ein 15 Zoll Notebook aus China mit ziemlich spannender Hardware. Ich starte meinen Test mit einem Unboxing-Video.

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Xiaomi Mi Notebook Pro ausprobiert

Das Xiaomi Mi Notebook Pro ist ein Notebook aus China, das ziemlich spannende Hardware und ein komplettes Metallgehäuse für vergleichsweise wenig Geld bietet. Im Inneren sitzt ein Intel Core i5-8250U Quad-Core Prozessor der achten Generation und eine NVIDIA GeForce MX150 Grafikkarte. Weitere Premium-Features wie ein eingebauter Fingerabdruckleser runden das Gerät ab. Ich nutze das Xiaomi Mi Notebook Pro nun seit über zwei Monaten und dies ist mein Test.

In Deutschland direkt ist das Xiaomi Mi Notebook Pro nicht verfügbar. Stattdessen kann es aus China über diverse Shops wie GearBest importiert werden. Die haben mir auch das Testexemplar zur Verfügung gestellt. Ich habe das Modell mit dem aktuellen Core i5, 8GB RAM und einer 256GB SSD (Link zum Angebot).

Design & Verarbeitung

Das Xiaomi Mi Notebook Pro sieht überraschend hochwertig aus – und ist es auch. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es sei ein MacBook Pro. Doch es ist natürlich von Xiaomi und auf der Rückseite leuchtet kein Apfel-Logo. Wie beim MacBook besteht das Gehäuse aber komplett aus Aluminium. Tatsächlich fühlt es sich richtig hochwertig und stabil an. Auch die Rückseite des Displays besteht aus Metall und lässt sich nicht eindrücken.

Klappt man das Mi Notebook Pro auf, bekommt man unter dem Display ein „Mi“ Logo zu sehen. Die Rahmen um das Display herum sind vergleichsweise dünn, aber nicht ganz so schmal wie bei der Dell XPS Serie. Über dem Display sitzt eine 1-Megapixel Kamera, dessen Qualität in Ordnung, aber auch nicht ausgezeichnet ist.

Auf der rechten Seite gibt es zwei USB Typ C Anschlüsse. Darüber wird das Notebook auch aufgeladen. Neben den Typ C Ports sitzt ein großer SD-Kartenleser. Auf der anderen Seite bekommen wir einen 3,5 Millimeter Klinkenanschluss, zwei große USB 3.0 Typ A Ports und einen HDMI-Ausgang. Xiaomi hat also an die wichtigsten Anschlüsse gedacht.

An den Seiten gibt es unten jeweils einen Lautsprecher, die ebenfalls ziemlich gut sind. Die Soundqualität ist deutlich besser als bei meinem ASUS ZenBook. Und besser als bei allen Windows-Tablets, die ich bisher getestet habe. Ich bin mir aber sicher, dass es weitere 15 Zoll Notebooks gibt, die ähnliche oder gar bessere Lautsprecher haben. Ich habe zu wenige Geräte dieser Größe genutzt.

Tastatur, Touchpad & Fingerabdruckleser

Auf der Tastatur konnte ich direkt sehr gut schreiben. Tatsächlich ist die Tastatur ausgezeichnet, ich habe an ihr nichts auszusetzten. Ihr müsst aber bedenken, dass es sich hierbei um eine amerikanische QWERTY-Tastatur handelt. Es sind also keine deutschen Umlaute abgedruckt. Softwareseitig kann man die Tastatur natürlich auf Deutsch stellen. Wer blind schreiben kann, kann sie dann wie eine normale deutsche Tastatur benutzen. Andernfalls könnte man Sticker kaufen oder ausdrucken und darauf kleben.

Unter der Tastatur sitzt ein Touchpad, das ebenfalls sehr solide umgesetzt und schön groß ist. Ich empfinde das Touchpad als sehr präzise und angenehm.

In der oberen Ecke ist ein Fingerabdruckleser eingebaut. Damit kann man das Notebook dank Windows Hello einfach entsperren. Der Fingerabdruckscanner funktioniert ziemlich gut und präzise.

Display

Das Display des Xiaomi Mi Notebook Pro ist 15,6 Zoll groß. Obwohl es keinen Touchscreen hat, ist das Display glossy, also spiegelnd. Farben sehen dadurch brillanter aus und es lässt sich leichter säubern. Mir hat es Spaß gemacht Fotos in Lightroom und Photoshop zu bearbeiten, denn das Display ist ziemlich schick.

Dennoch, bei Geräten ohne Touchscreen bevorzuge ich eher matte Displays. Nun, allzu schlimm ist das nicht, denn das Panel ist ziemlich hell. Man kann damit draußen angenehm arbeiten. Das eigene Spiegelbild sieht man dennoch.

Es ist ein IPS-Panel mit guten Blickwinkeln und einer FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Ich finde eine FullHD-Auflösung ist noch in Ordnung. Auch, weil das die Leistung erhöht und den Akku schont. Wenn man genau hinschaut, sieht man bei dem großen Display aber Pixel. Die Pixeldichte alle Smartphones und der meisten Tablets ist deutlich höher.

Ich habe ja schon gesagt, dass das Display schön hell ist. Mir ist aber bei der niedrigsten Helligkeitsstufe ein Problem aufgefallen. Setzt man die Helligkeit ganz runter, variiert die Helligkeit manchmal etwas. Es ist so, als würde ein Helligkeitssensor verrücktspielen – doch hat es gar keinen. Der Fehler taucht nur manchmal auf und ich konnte ihn nicht für dieses Video reproduzieren.

Wie gesagt, das Problem gibt es nur bei der niedrigsten Helligkeitsstufe. Wenn ich das Display nur einen kleinen Tick heller mache, ist die Helligkeit stabil. Deswegen stört es nicht so sehr, vielleicht ist es aber sowieso nur ein Problem mit meinem Modell.

Hardware & Leistung

Xiaomi Mi Notebook Pro

Im Xiaomi Mi Notebook Pro sitzt ziemlich spannende Hardware. Dazu gehört der Intel Core i5-8250U Prozessor der achten Generation. Das ist nun ein Quad-Core Chip, dessen vier Kerne mit 1,6GHz laufen. Im Turbo Boost können sie aber auf bis zu 3,4GHz hochtakten. Dazu gibt es in diesem Fall 8GB RAM und eine 256GB große SSD.

Xiaomi bietet das gleiche Modell auch mit einem Core i7-8550U an. Zusätzlich kann man es mit 16GB Arbeitsspeicher bekommen. Die Modelle sind natürlich etwas teurer. In allen Ausführungen steckt außerdem eine NVIDIA GeForce MX150 Grafikkarte und die SSD bietet eine Kapazität von 256GB.

Durch die NVIDIA Grafikkarte und vor allem durch den neuen Intel Core i5 Quad-Core Chip ist die Performance des Xiaomi Mi Notebook Pro richtig gut. Im Vergleich zu der letzten Kaby Lake Generation ist die Leistung merkbar besser. Das spiegeln Benchmarks wie Geekbench wieder. Dort kommt es auf ausgezeichnete 4080 und 13800 Punkte.

In Cinebench R15 kommt es im Open GL Test auf 87,14 Bildern pro Sekunde und im CPU Test erreicht es ein Ergebnis von 592. Ich habe bereits das Lenovo MIIX 520 mit dem gleichen Prozessor aber ohne dedizierter Grafikkarte getestet. Wie ihr in meinem Vergleich sehen könnt, sorgt die NVIDIA MX150 Grafikkarte im Open GL Test für ein deutlich besseres Ergebnis.

Lenovo MIIX 520 Geekbench Lenovo MIIX 520 Cinebench

Xiaomi Mi Notebook Pro Spiele-Test

Im realen Einsatz ist die Leistung ebenfalls sehr gut. Ich konnte ohne Probleme Fotos in Adobe Lightroom und Photoshop bearbeiten, aber auch Videos mit Premiere Pro schneiden. Es ist eben der neue Intel Core i5-8250U mit einer NVIDIA GeForce MX150 Grafikkarte und die Performance ist genauso gut wie bei vergleichbaren Geräten.

Das Xiaomi Mi Notebook Pro ist natürlich nicht direkt ein Spiele-Notebook. Trotzdem habe ich einige Spiele ausprobiert. Dazu gehört Cuphead, das wie zu erwarten sehr flüssig läuft. Anspruchsvollere Spiele laufen ebenfalls, aber nicht in den höchsten Grafikeinstellungen. Das neue Rennspiel Forza 7 ist etwas zu anspruchsvoll für das Mi Notebook Pro. In der Demo lief es mit den niedrigsten Einstellungen bei rund 30 Bildern pro Sekunde.

Das Spiel Fortnite lässt sich überraschend gut spielen. Ich habe alle Einstellungen auf hoch gesetzt und die Bildwiederholungsrate liegt in der Regel bei 25 bis 30 Bildern pro Sekunde. Wer mehr möchte und vor allem in Actionreichen Szenen auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte die Einstellungen aber auf Medium setzen.

Zwei SSD-Slots: Austauschen oder erweitern

Xiaomi Mi Notebook Pro SSD

Wie gesagt, im Xiaomi Mi Notebook Pro steckt eine 256GB SSD von Samsung. Die SSD ist sehr schnell, erreicht in den Benchmarks aber nicht ganz die Werte, die sie sollte. Um das zu beheben gibt es ein BIOS Update. Alle Infos dazu findet ihr hier. Neue Modelle werden möglicherweise bereits mit dem Update ausgeliefert. Aber ganz ehrlich, ich denke nicht, dass man die Unterschiede im realen Einsatz merkt.

Nun, wer möchte kann die SSD austauschen. Tatsächlich hat das Mi Notebook Pro aber nicht nur einen, sondern gleich zwei SSD-Slots. Der zweite Slot ist unbelegt.

Um SSDs zu wechseln oder einzubauen, müsst ihr die Unterseite abnehmen. Dazu müsst ihr eine Reihe an Schrauben lösen. Eine davon befindet sich unter dem mittleren Kunststofffuß. Habt ihr die Schrauben entfernt, könnt ihr die Rückseite abnehmen. Das geht aber nicht ganz so einfach wie bei einigen anderen Notebooks. Neben den Schrauben wird die Unterseite nämlich auch durch kleine Kunststoffhaken gehalten.

Ihr müsst relativ viel Druck anwenden, um die Kunststoffhakten zu lösen. Ich hatte dabei teilweise das Gefühl, als würde ich sie kaputt machen. Doch das war nicht der Fall, die Unterseite sitzt nur eben ziemlich fest. Ich rate dringend dazu etwas Geduld und vor allem das richtige Werkzeug zu benutzen. Dazu gehört ein ordentlicher Kunststoffhebel. Ich habe etwas zu viel Gewalt angewendet und mit einem Schraubenzieher das Gehäuse unten etwas beschädigt. Das solltet ihr vermeiden.

Nun, wie gesagt, es gibt zwei SSD-Slots. Da die eingebaute SSD bereits ziemlich flott ist, habe ich die behalten und eine zweite SSD eingebaut. Ich habe mich für die 1TB Samsung 960 Evo NVME SSD entschieden (Link zum Angebot). In meinem Testgerät stecken jetzt also zwei SSDs und das funktioniert genauso, wie es sollte.

Windows 10: Von Chinesisch zu Deutsch/Englisch

Xiaomi liefert das Mi Notebook Pro zwar mit einer richtigen Windows 10 Lizenz aus, jedoch ist es eine Lizenz für einsprachiges Windows 10 Chinesisch. Das bedeutet, dass ihr in den Einstellungen nicht einfach die Sprache auf Englisch oder Deutsch stellen könnt. Nun, es gibt offenbar einige kostenlose Wege die chinesische Version von Windows 10 in eine deutsche oder englische zu ändern. Doch weiß ich nicht, wie legal das ist.

Wenn ihr bereits eine Windows 10 Lizenz zu Hause rumliegen habt, könnt ihr natürlich die benutzen. Wenn ihr den Lizenzschlüssel in den Einstellungen austauscht, könnt ihr direkt das deutsche oder englische Sprachpaket herunterladen. Bis auf eine Xiaomi-App ist nichts vorinstalliert. Dennoch könnt ihr natürlich wie gewohnt Windows 10 komplett neu installieren.

Alternativ kann man bei Amazon und anderen Shops für 5 bis 10 Euro eine Windows 10 Pro Lizenz bekommen. Dann kann man auch sämtliche Sprachpakete herunterladen.

Upgrade auf Windows 10 Professional

Eine weitere Möglichkeit an das deutsche oder englische Sprachpaket zu kommen ist ein Upgrade auf Windows 10 Pro. Wie gesagt, Xiaomi liefert es mit ganz normalem Windows 10 aus – nur eben der chinesischen Version. Upgradet ihr auf Windows 10 Pro, können alle Sprachpakete heruntergeladen werden. Das dürfte die günstigste legale Methode sein, um an andere Sprachpakete zu kommen.

Ich habe auf einem Presseevent von Microsoft mal eine Pro Lizenz bekommen, die ich nie benutzt habe. Wenn man Windows 10 Pro über den Microsoft Store als Upgrade kauft, ist das aber noch immer vergleichsweise teuer. Bei Amazon kann man einen Windows 10 Professional Aktivierungsschlüssel aber für rund 5 Euro kaufen. Ich vermute, dass nicht jeder einen Windows 10 Pro Key herumliegen hat. Deswegen wollte ich probieren, ob diese Amazon Keys tatsächlich funktionieren. Ich habe die 5 Euro ausgegeben und der Aktivierungsschlüssel kam per E-Mail – und es funktioniert tatsächlich.

Wenn ihr Windows 10 nicht komplett neu installieren möchtet, müsst ihr erstmal durch das chinesische Setup kommen. Nun, das funktioniert genauso wie bei anderen Windows-Geräten, ist aber in Chinesisch. Wählt ihr diesen Weg, solltet ihr euch ein paar Screenshots von einem deutschen Setup heraussuchen, damit ihr wisst, auf welche Buttons ihr klicken müsst. Auch der Google Übersetzer funktioniert ziemlich gut. Nochmal, es ist normales Windows, nur eben in Chinesisch. Alle Einstellungen befinden sich also genau dort, wo sie auch bei einem deutschen Windows sind.

Akkulaufzeit

Xiaomi Mi Notebook Pro Akkulaufzeit

Werfen wir einen Blick auf die Akkulaufzeit. In meinem Standard-Test kam das Mi Notebook Pro auf eine Laufzeit von 11 Stunden. Für meinen Akku-Test lasse ich immer ein HD-Video bei 50% Helligkeit und aktiviertem WLAN in einer Endlosschleife laufen.

Verglichen mit Windows Tablets ist die Akkulaufzeit in diesem Test ausgezeichnet. Es gibt aber weitere normale Notebooks, die auf ähnlich gute oder gar bessere Werte kommen. Laut Laptopmag kommt das Dell XPS 13 beispielsweise auf gut 15 Stunden.

Im realen Einsatz ist die Akkulaufzeit ebenfalls sehr solide. Ich arbeite oft in Cafés und das Mi Notebook Pro hält mit Office-Arbeiten locker einen normalen Arbeitstag durch. Bearbeitet ihr Videos in Premiere Pro oder spielt Spiele wie Fortnite, kann die Laufzeit aber deutlich niedriger sein. Wie üblich hängt es immer davon ab, was genau ihr macht.

Xiaomi Mi Notebook Pro Test Fazit

Xiaomi Mi Notebook Pro Unboxing

Ich habe das Xiaomi Mi Notebook Pro jetzt seit über zwei Monaten und habe es in der Zeit viel als mein alltägliches Notebook genutzt. Zum Schreiben von Artikeln, um Fotos zu bearbeiten, aber auch um Videos zu schneiden. Und ich muss sagen, mir gefällt es richtig gut. Die Verarbeitung ist großartig und die Performance ist ausgezeichnet. Das Display könnte etwas hochauflösender sein. Aber dafür verbraucht es nicht so viel Strom und die Leistung ist besser.

Insgesamt halte ich das Xiaomi Mi Notebook Pro für ein richtig gutes Notebook, das gleichzeitig ziemlich preiswert ist.

Natürlich müsst ihr bedenken, dass das Mi Notebook Pro aus China kommt. Im Zweifel müsst ihr also auf Garantien und Support verzichten. Ich halte das Preis/Leistungsverhältnis zwar für sehr gut, aber dennoch sind 700 bis 800 Euro viel Geld. Ich habe den Support nicht getestet. Aber wie gesagt… ich gehe nicht davon aus, dass er so umfangreich wie in Deutschland ist. Wenn es Probleme gibt, müsst ihr die möglicherweise selbst beheben.


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