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Lenovo MIIX 630 Kurztest: Wie gut ist das ARM-Tablet mit Windows?

Das Lenovo MIIX 630 gehört zu den ersten Windows-Tablets mit einem Qualcomm Snapdragon 835 ARM-Prozessor. Hier ist mein erster Eindruck.

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Lenovo MIIX 630 Hands On

In diesem Jahr werden die ersten Windows-Geräte mit einem ARM-Prozessor erscheinen. Ganz an der Spitze steht das Lenovo MIIX 630. Dabei handelt es sich um ein 12,3 Zoll großes Tablet, in dem ein Qualcomm Snapdragon 835 Prozessor steckt. Zu den weiteren Features gehören eine Tastaturhülle und ein aktiver Stift. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona habe ich mir das Lenovo MIIX 630 genauer angeschaut.

Übrigens: Das Lenovo MIIX 630 soll eine bis zu 20 Stunden lange Akkulaufzeit bieten und LTE ist standardmäßig mit einer eSIM eingebaut. Durch den sparsamen Prozessor soll der Akku zwar lange halten, doch die Performance wird nicht mit aktuellen Intel Core Prozessoren mithalten können. Wer möglichst viel Leistung haben möchte, sollte sich das gerade von mir getestete Lenovo MIIX 520 anschauen.

Design und Verarbeitung

Das Lenovo MIIX 630 sieht schick aus und ist hochwertig verarbeitet. Es ist 7,3 Millimeter dünn und das Gehäuse besteht komplett aus Aluminium. Nur oben gibt es eine kleine Kunststoffleiste für die Antennen. Nun, das Tablet fühlt sich schön wertig an. Doch angenehm ist es nicht.

Mir sind die Kanten des Metallgehäuses unangenehm aufgefallen. Sie sind nämlich nicht abgeschliffen, sondern kantig und scharf. Dadurch liegt es nicht angenehm in der Hand und die Kanten drücken in die Handfläche. Tatsächlich empfand ich es als unangenehm das Tablet zu halten.

Lenovo MIIX 630 Metallgehäuse

Wenn man das Tablet nur als Notebook nutzen möchte, ist das natürlich irrelevant. Doch wer auf dem Sofa oder im Bett ein Film schauen und das MIIX 630 dabei in der Hand halten möchte, wird die scharfen Kanten zu spüren bekommen. Das Ende der Welt ist es nicht – immerhin ist es solide gebaut. Doch mit dem HP Envy X2 gibt es einen fast identischen Konkurrenten. Und dort sind die Kanten schön abgerundet.

Das Lenovo MIIX 630 hat keinen eingebauten Kickstand. Stattdessen wird es über die Tastaturhülle gehalten, die standardmäßig dabei ist. Normalerweise sind solche Designs zu instabil. Doch tatsächlich hat Lenovo das Tastatur Cover sehr gut umgesetzt. Der Klappständer ist stabil genug und lässt sich in diversen Winkeln aufstellen. Auch die Tastatur ist angenehm und hat eine magnetische Leiste. Dadurch kann man die Tastatur etwas anwinkeln.

Anschlüsse und IR Kamera

Lenovo MIIX 630 Anschlüsse

Das Lenovo MIIX 630 hat keinen Fingerabdruckleser. Stattdessen sitzt über dem Display eine IR Kamera. Dadurch kann man das Tablet per Gesichtserkennung und Windows Hello einfach entsperren. Die Frontkamera löst mit 5 Megapixel auf und auf der Rückseite sitzt eine 13-Megapixel Kamera.

Bei den Anschlüssen hat Lenovo gespart. So gibt es nur einen USB Typ C Anschluss, einen 3,5 Millimeter Klinkenanschluss und einen Kartenslot für MicroSD-Speicherkarten. Über den Typ C Port wird das Tablet auch aufgeladen. Ich frage mich, ob das möglicherweise mit dem ARM-Prozessor zu tun hat. Auch das HP Envy X2 hat nämlich nur einen Typ C Anschluss. Warum nicht zwei?

Display und Stylus

Lenovo MIIX 630 ausprobiert

Das Display des Lenovo MIIX 630 ist 12,3 Zoll groß und es hat ein Seitenverhältnis von 3:2. Es handelt sich dabei um ein IPS-Panel, das ordentlich hell ist und gute Blickwinkel bietet. Die Auflösung liegt bei 1920 x 1280 Pixel und damit unter einem Surface Pro.

Auf dem Touchscreen kann man auch mit einem Stylus arbeiten. Doch der Stift unterstützt nur 1024 Druckstufen und ist damit nicht ganz so gut umgesetzt wie der Lenovo Active Pen 2. Letzteren gibt es zum Lenovo MIIX 520 und dieser unterstützt 4096 Druckstufen – also vier Mal so viele.

Für die meisten müsste der Stylus dennoch ausreichen. Allzu umfangreich konnte ich ihn jedoch nicht ausprobieren. Da es standardmäßig mit Windows 10S ausgeliefert wird, sind keine Apps vorinstalliert, die den Stylus demonstrieren. Aber die Handschrifterkennung in Windows 10 funktioniert natürlich. Mit der Zeit wird es sicherlich auch gut brauchbare Apps im Microsoft Store geben.

Hardware und Windows 10 S

Das Lenovo MIIX 630 gehört zu den ersten Windows-Tablets mit einem Qualcomm Snapdragon 835 ARM-Prozessor. Wir kennen diesen Chip bereits von vielen High-End Smartphones. Zusätzlich gibt es je nach Ausführung 4GB oder 8GB RAM und eine 256GB große SSD.

In dem Tablet steckt also ein ARM-Prozessor und Microsoft versucht schon lange ihr Betriebssystem für diese Architektur zu perfektionieren. Erinnert ihr euch noch an Windows RT? Das hier ist quasi der verbesserte Nachfolger. Nun stellt sich die Frage, wie gut die Leistung des Snapdragon 835 unter Windows tatsächlich ist.

Ab Werk ist Windows 10 S vorinstalliert. Das bedeutet, dass ihr nur Programme aus dem Microsoft Store installieren könnt. Diese sind bereits für ARM-Chips optimiert und müssten auf dem MIIX 630 so wie auf jedem anderen Windows-Gerät laufen. Ihr könnt dann aber keine klassischen Desktop-Programme wie Google Chrome, Adobe Photoshop oder Premiere Pro installieren. Übrigens auch keine Treiber, die bei Webcams oder Druckern beigelegt sind.

Wer möchte kann aber für eine gewisse Zeit kostenlos zu Windows 10 Pro wechseln. Dann funktionieren auch Desktop-Apps wie Chrome. Nun, diese sind nicht für ARM-Chips geschrieben, funktionieren aber trotzdem. Microsoft hat nämlich einen Emulator in Windows 10 eingebaut. Sie laufen also nicht nativ. Laut Microsoft sollen die beliebtesten Programme ganz normal laufen, denn der Emulator wird dafür optimiert. Bei allen anderen wird es im Vergleich zu Intel-Geräten wohl Performanceeinbüße geben.

Lenovo MIIX 630 Kurztest

Auf dem Exemplar auf dem Mobile World Congress war bereits Windows 10 Pro drauf. Ich habe mir die Freiheit genommen Google Chrome zu installieren. Einfach nur um das auszuprobieren. Die Installation verlief ohne Probleme – schön schnell und wie man es erwartet. Der Browser selbst schien auch sehr gut zu laufen. Mir sind einmal Ruckler beim Scrollen aufgefallen. Doch das war ein Messeexemplar und es könnte auch andere Gründe dafür geben.

Wie gut die Leistung klassischer Programme tatsächlich ist, muss ein richtig ausführlicher Test zeigen.

LTE und eSIM

Wie gesagt, LTE ist standardmäßig eingebaut. Dazu gehört auch eine elektronische SIM-Karte, die eSIM heißt. Man muss also keine SIM auswechseln, wenn man den Netzbetreiber wechselt. Stattdessen muss der Mobilfunkanbieter nur etwas elektronisch umstellen.

Auf der Computex habe ich im letzten Jahr bereits das ASUS Transformer Book Mini mit einer eSIM gesehen. In Taiwan konnte man direkt im Microsoft Store einen Mobilfunkanbieter und einen entsprechenden (Prepaid) Vertrag auswählen. Ob das auch nach Deutschland kommt? Möglicherweise. Aber da müssen die Anbieter sicherlich mitspielen.

Vorläufiges Fazit

Lenovo MIIX 630 Tablet

Mein erster Eindruck vom Lenovo MIIX 630 ist zweigeteilt. Ich arbeite oft in Cafés und eine 20 Stunden Akkulaufzeit klingt äußerst verlockend. Auch eingebautes LTE und die eSIM sind spannend. Für Office-Arbeiten wird die Leistung gut genug sein. Doch die Frage ist, ob die Performance auch ausreicht um ab und zu etwas in Photoshop oder Premiere Pro zu arbeiten. Das muss ein richtiger Test zeigen. Auf Messen kann man das nicht genau genug testen.

Enttäuschend finde ich das Design des MIIX 630. Es ist zwar hochwertig gebaut und sieht schick aus. Doch, wie gesagt, die Ecken und Kanten sind zu kantig. Zu scharf. Ob das nur mich stört? Möglicherweise. Ich finde aber man sollte ein Tablet angenehm in der Hand halten können. Vor allem wenn es Konkurrenten gibt, die es besser machen. Dazu zählt das HP Envy X2 mit fast identischer Hardware.

Würdet ihr ein Windows-Tablet wie das Lenovo MIIX 630 ausprobieren?


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