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Tipps & Tricks

Microsoft Surface Pen: Eine Anleitung für Anfänger

Mit unserem Einsteiger-Guide für den Surface Pen lernt ihr alles Wissenswerte zum Stylus von Microsoft, wie man ihn richtig benutzt und welche Apps am besten für den Stift geeignet sind.

Veröffentlicht am

Microsoft Surface Go 2 mit Surface Pen

Als ich mein Surface Go kaufte, war im Lieferumfang ein Surface Pen enthalten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, was ich damit anstellen sollte, aber dachte mir: „Ja, den nehme ich natürlich gern.“

Ein paar Monate später habe ich den Stylus dann aber doch zum Verkauf angeboten, weil ich ihn einfach nie benutzt habe. Glücklicherweise ohne Erfolg, denn im Nachhinein betrachtet wäre es ein Fehler gewesen, ihn zu verkaufen.

Ich habe nämlich gemerkt, dass ich nur etwas Zeit brauchte, mich mit der Benutzung des Stiftes auseinanderzusetzen und zu lernen, wofür ich ihn überhaupt verwenden kann. Damit euch nicht der gleiche Fehler passiert, habe ich diesen Leitfaden für euch geschrieben.

Der Microsoft Surface Pen, ein zentrales Zubehör für die Surface-Modelle von Microsoft, ist ein aktiver Stylus und digitaler Stift, der entwickelt wurde, um die Stifteingabe auf Microsoft-Tablets wie dem Surface Pro und Go zu verbessern.

Er eignet sich nicht nur zum Schreiben und Zeichnen, sondern ist richtig eingesetzt ein kreatives Werkzeug, mit dem ihr sogar auf realistische Art und Weise digital tuschen könnt. Grafikkünstler nutzen ihn für lockere Pinselstriche, um Skizzen zu schattieren und natürlich aussehende Linien zu zeichnen. Sobald ihr den Stift einmal beherrscht, werdet ihr nie wieder zur Maus zurückkehren!

Surface Pen Modelle

Folgende Surface Stifte sind aktuell erhältlich:

  • Surface Slim Pen 2
  • Surface Slim Pen
  • Surface Pen ohne Clip
  • Surface Pen mit einer Taste
  • Surface Pen mit zwei Tasten
  • Microsoft Classroom Pen
  • Microsoft Classroom Pen 2 und Microsoft Business Pen
  • Surface Pro Pen
  • Surface Hub Pen

Das klingt zunächst recht unübersichtlich, aber tatsächlich lassen sich die Surface Stifte in zwei Hauptkategorien einteilen. Die normale Version namens „Surface Pen“ und die etwas schlankere Variante „Surface Slim Pen“.

Die Surface Pen und Surface Slim Pens lassen sich leicht an ihrer Form unterscheiden. Die Slim-Modelle haben abgeflachte Seitenkanten, während die reguläre Version zylindrisch ist und eher einem handelsüblichen Filzstift ähnelt.

Der Surface Slim Pen 2 ist der neueste und fortschrittlichste Surface Pen. Er besitzt Funktionen wie haptisches Feedback, um beispielsweise das Schreiben auf Papier mit Mikrovibrationen zu simulieren. Außerdem kann er kabellos aufgeladen werden, wofür jedoch ein optional erhältliches Ladegerät benötigt wird.

Die Bestandteile des Surface Slim Pen 2

  1. Stiftspitze
  2. Rechtsklick und Auswahltaste
  3. LED-Statusleuchte
  4. Radiergummi und obere Taste

Die Bestandteile des Surface Pen

  1. Radiergummi und obere Taste
  2. LED-Statusleuchte
  3. Rechtsklick und Auswahltaste
  4. Stiftspitze

Verbinden des Surface Pens mit eurem Surface-Tablet

Der Surface Pen wird über Bluetooth mit dem Surface verbunden. Um ihn zu koppeln, geht Sie zu Start > Einstellungen > Geräte > Stift & Windows Ink.

Sobald der Stylus mit dem Tablet verbunden ist, könnt ihr die weiteren Funktionen einrichten.

Konfiguration des Surface Pens

Im selben Menü, in dem ihr den Surface Pen gekoppelt habt, könnt ihr nun auch die Tastenbelegung konfigurieren.

Dies ist meine Konfiguration, aber standardmäßig funktioniert die Schnelltaste (oben auf dem Surface Pen, auch bekannt als Radiergummi) folgendermaßen:

  • Einmaliges Drücken = öffnet Microsoft Whiteboard
  • Doppelt drücken = öffnet Snip & Sketch
  • Drücken und halten = öffnet Sticky Notes

Windows-Aktionen mit dem Surface Pen

Die mit dem Surface Pen möglichen Aktionen in Windows sind leicht erklärt:

  • Tippen auf den Bildschirm = Klicken mit der Maus
  • Seitentaste drücken und tippen = Rechtsklick
  • Tippen und halten auf einem Element = Drag & Drop
  • Seitliche Taste drücken und Stift ziehen = mehrere Elemente auswählen

Schreiben, Zeichnen und Radieren mit dem Surface Pen

Folgende Methoden gelten grundsätzlich für sämtliche unterstützten Apps:

Schreiben und Zeichnen

Sobald der Surface Pen mit dem Tablet gekoppelt ist, könnt ihr damit schreiben und zeichnen, als ob ihr einen richtigen Stift in der Hand hättet.

Wenn ihr euch dem Bildschirm mit dem Surface Pen nähert, aber kein kreisförmiger Punkt erscheint, ist euer Stift möglicherweise nicht mit dem Surface verbunden. Eine fehlerhafte Bluetoothverbindung lässt sich meist durch einen Neustart des Surface Pens beheben, indem ihr die Batterieabdeckung abnehmt und wieder anbringt.

Der Surface Pen bietet verschiedene Druckempfindlichkeitsstufen und eignet sich daher für alles, von Notizen bis hin zu detaillierten Zeichnungen. Übt mehr Druck auf den Stift aus für dickere Striche oder weniger Druck für feine Linien.

Bevor ihr jedoch mit dem Schreiben beginnt, solltet ihr eure Handfläche auf den Bildschirm legen. Surface Pens verfügen über eine sogenannte „Handflächenabweisung“, die automatisch eure Handfläche erkennt und verhindert, dass sie den Touchscreen beeinflusst.

Für optimales Schreiben und Zeichnen benötigt ihr außerdem Apps, die den Surface Pen unterstützen. Kompatibel sind Apps wie OneNote, Microsoft Office, Adobe Suite und generell Zeichensoftware. Je nach App können unterschiedliche Stift-Werkzeuge zur Verfügung stehen, z. B. verschiedene Pinselarten und Farbeffekte. Weiter unten findet ihr eine Liste der von uns empfohlenen Apps.

Radieren

Genau wie bei einem Bleistift könnt ihr mit dem hinteren Ende des Surface Pens radieren. Dreht dazu einfach den Stift um und verwendet ihn auf dem Display wie einen normalen Radiergummi. Die Radierspitze ist ebenfalls druckempfindlich und ermöglicht so eine präzise Kontrolle.

Den Akkustand überprüfen

Dass der Batteriestand eures Surface Pens niedrig ist, werdet ihr an folgenden Anzeichen bemerken.

Zunächst beginnt die LED an der Seite des Stifts rot zu blinken. Das bedeutet, dass ihr den Akku wechseln oder aufladen müsst.

Das Gerät, mit dem der Surface Pen gekoppelt ist, gibt ebenfalls eine Warnungmeldung bei niedrigem Akkustand aus.

Zudem könnt ihr den Ladestand des Stiftes auch über das Menü aufrufen. Öffnet Start > Einstellungen > Geräte > Stift & Windows Ink, wählt dort euren aktuell verwendeten Stift und ihr solltet den Akkustand angezeigt bekommen.

Beim normalen Surface Pen müsst ihr die leere Batterie durch eine frische AAAA-Batterie ersetzen. Diese Batterie ist kleiner als eine Triple-A-Batterie und ihr werdet sie wahrscheinlich nicht in normalen Geschäften finden.

Für die Surface Slim Pens benötigt ihr entweder eine Ladestation oder ein Gerät mit integriertem Ladegerät, wie zum Beispiel das Surface Pro Signature Keyboard.

Lesen: Die 5 besten Tablets für Photoshop | 2023 Edition

Die Stiftspitze auswechseln

Die Spitze meines Surface Pens war irgendwann so abgenutzt, dass es sich anfühlte, als würde ich mit einem Pinsel schreiben.

Sie zu ersetzen ist aber ganz einfach. Ihr könnt Sets mit jeweils drei Spitzen im Microsoft Store kaufen oder alternativ auch Spitzen Drittanbietern verwenden. Achtet nur darauf, dass ihr eine auch wirklich für euer genutztes Modell passende Spitze kauft.

Entfernt die alte Spitze, indem ihr sie herauszieht. Dies erfordert mitunter etwas Kraft, aber sie wird sich irgendwann lösen. Ihr könnt auch eine Zange oder ähnliches Werkzeug zur Hilfe nehmen.

Der Einbau der neuen Spitze ist ebenfalls kinderleicht. Setzt dazu einfach den Schaft der Spitze in den Stift ein und drückt ihn mit etwas Kraft fest.

Praktische Anwendungsmöglichkeiten des Surface Pens

Wie ich in der Einleitung bereits erwähnte, hätte ich den Surface Pen fast verkauft, aber das war ein Irrtum meinerseits.

Denn ich habe festgestellt, dass der Surface Pen ein prima Werkzeug zum Perfektionieren der eigenen Handschrift ist, insbesondere wenn man ein neues Alphabet wie Kyrillisch, Arabisch, Koreanisch, Hangul, südasiatische Schriften, Japanisch oder Chinesisch lernen möchte.

Früher verbrauchte ich stapelweise Papier, um meine Striche beim Schreiben chinesischer Schriftzeichen zu üben. Das ist mit dem Surface Pen vorbei!

Beginnen wir also mit einigen praktischen Apps zum Schreiben und Notieren.

Lesen: Das beste Microsoft Surface Pro 9 Zubehör – Unsere Empfehlungen

Wacom Bamboo Paper

Eine App die ich persönlich nutze und sehr empfehlen kann.

Was mir am Bamboo Paper besonders gefällt, ist, dass ich verschiedene Papierhintergründe wählen kann (Linie, Raster, Blanko, etc.). Wenn ihr das Schreiben eines neuen Alphabets üben wollt, ist es wichtig, dass ihr eine Basis habt, in der ihr arbeiten könnt. Ansonsten könnt ihr die Proportionen eurer Handschrift nicht wirklich beurteilen.

Bamboo Paper ist eine kostenlos erhältliche Software, mit der ihr eine unbegrenzte Anzahl von Notizbüchern erstellen könnt. Wenn ihr jedoch zusätzliche Werkzeuge und Hintergründe nutzen möchtet, müsst ihr erst die Premium-Version erwerben.

Microsoft OneNote

In der Redaktion von Tabletblog äußerst beliebt ist Microsoft OneNote. Diese App können wir empfehlen, da sie kostenlos ist und mit dem Surface Pen hervorragend funktioniert.

Da sowohl OneNote als auch der Surface Pen Microsoft-Produkte sind, arbeiten beide perfekt miteinander. Mit dem Surface Pen könnt ihr in der App nicht nur handschriftliche Notizen machen, sondern auch verschiedene Formen und Diagramme erstellen und Werkzeuge wie ein Lineal verwenden. Darüber hinaus habt ihr die Möglichkeit, eure handschriftlichen Notizen in getippten Text umzuwandeln.

Eure Notizen werden mit der Microsoft-Cloud synchronisiert und ihr könnt über die Android- und iOS-Apps jederzeit auch von anderen Geräten aus darauf zugreifen.

Die besten PDF-Apps

Hier zwei App-Empfehlungen, die wir besonders gern verwenden.

Xodo PDF-Reader und -Editor

Der PDF-Reader von Xodo ist eine Freemium-App, die als hervorragendes Tool für eine Vielzahl von PDF-bezogenen Aufgaben dient. Mit ihr lassen sich PDF-Dateien problemlos lesen, erstellen, ändern und mit Markierungen versehen. Ihr könnt eine PDF-Datei öffnen und beispielsweise eigene handschriftlichen Notizen hinzufügen oder spezielle Werkzeuge zum Markieren von Text nutzen.

Die App erleichtert euch zudem das Signieren von Dokumenten, und ihr habt die Möglichkeit, Signaturen zur erneuten Verwendung zu speichern. Ebenfalls supereinfach ist die Erstellung neuer PDFs mit Xodo. Hierbei könnt ihr mit einem leeren Blatt beginnen oder ein Bild als Grundlage verwenden.

Drawboard PDF

Drawboard wird von vielen langjährigen Nutzern sehr empfohlen (die Software erschien erstmals 2013) und ist sowohl als kostenlose als auch als kostenpflichtige Version erhältlich.

Die App bietet eine ganze Reihe von Funktionen, darunter die Möglichkeit, Text zu unterstreichen und Zeichnungen einzufügen, sowie die Option, neue Seiten hinzuzufügen oder benutzerdefinierte PDFs zu erstellen. Hinzu kommt eine benutzerfreundliche und intuitive Benutzeroberfläche.

Bei der kostenpflichtigen Version handelt es sich um ein Abomodell. Je nach gewählter Service-Stufe müsst ihr in etwa $50 bis $159 pro Jahr einrechnen, um das Programm in vollem Funktionsumfang nutzen zu können.

Die Pro-Stufen bieten zusätzliche Werkzeuge wie einen Winkelmesser, präzise Messungen und ein Tool zur einfachen Erstellung von Dokumenten. Diese spezialisierten Funktionen sind auf bestimmte Anwendungsbereiche zugeschnitten, die für die meisten Benutzer nicht notwendig sein werden. Wer diese Funktionen jedoch benötigt, wird ihren Wert voll zu schätzen wissen.

Fazit

Der Microsoft Surface Pen ist ein ziemlich ausgeklügeltes und vielseitiges Werkzeug, mit dem sich die Benutzerfreundlichkeit der Surface-Geräte von Microsoft deutlich verbessern lässt.

In diesem Leitfaden haben wir die verschiedenen Modelle, Funktionen sowie praktische Anwendungsbereich genauer beleuchtet. Ob für Grafikdesign oder Notizen, wenn man den Surface Pen erst richtig zu nutzen gelernt hat, wird er zu einem unverzichtbaren Werkzeug.

Meine anfängliche Skepsis gegenüber seiner Nützlichkeit wurde durch eine tiefe Wertschätzung seiner Fähigkeiten getilgt. Ich musste nur erst lernen, was ich an ihm habe.

Übersetzt von Christopher Tamcke, englischer Originalartikel auf unserer Partnerseite mynexttablet.com


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