Testberichte
Redmi Pad 2 9.7 Test: Klasse Display, aber ein RIESIGER Nachteil?
Das neue Redmi Pad 2 kommt im ungewöhnlichen Format von 9.7 Zoll und kostet unter 200 Euro. Welche Qualität können wir zu diesem Preis erwarten?
Mal ehrlich: Ein günstiges Android-Tablet zu kaufen endet meistens in einer Enttäuschung. Die meisten Geräte unter 11 Zoll bereut ihr schnell wieder, weil sie lahme Prozessoren, unscharfe Displays und eine Verarbeitung wie billiges Spielzeug haben. Und genau hier kommt das Redmi Pad 2 9.7 ins Spiel. Für 189 Euro UVP bekommt ihr trotzdem Premium-Features wie ein Display mit hoher Bildwiederholrate.
In den letzten drei Wochen haben wir dieses Tablet zum Lesen, Surfen, Arbeiten und sogar zum Gamen genutzt, um genau herauszufinden, wo seine Grenzen liegen. Und wir sind wirklich beeindruckt. Schauen wir es uns an.
Display und Lautsprecher
Das FHD+-LCD-Display misst hier 9,7 Zoll in der Diagonale, eine früher normale, heute aber fast schon ungewöhnliche Größe, die genau die richtige Mischung aus Handlichkeit und einem ausreichend großen Bildschirm zum Lesen und Videoschauen trifft. Es wird außerdem ziemlich hell, 500 Nits im Standardmodus und bis zu 600 Nits draußen, wenn die automatische Helligkeit und der Tageslichtmodus aktiviert sind. Meistens ist es hell genug, erwartet nur nicht, dass ihr darauf bei direkter Sonne entspannt lesen könnt.

Dieses Display ist für ein Budget-Tablet sehr scharf, und ein weiteres herausragendes Merkmal ist die Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Dadurch fühlen sich Animationen, Scrollen und das Surfen im Netz viel flüssiger an, als ihr es von einem schwächeren Gerät erwarten würdet. Wir haben viel Zeit damit verbracht, PDFs und E-Books auf dem Redmi Pad zu lesen, und fanden es dafür klasse. Deutlich besser als das Samsung Galaxy Tab A11, einfach weil das Display schärfer ist.
Die Blickwinkel sind allerdings eine große Schwäche. Das Tablet wird ab einem Winkel von etwa 30 Grad schnell dunkler, und ab 45 Grad ist fast nichts mehr zu erkennen. Das heißt, ihr müsst immer direkt draufschauen, sonst gibt es deutliche Helligkeits- und Farbverluste.
Widevine L1 wird unterstützt, Netflix läuft also direkt ab Werk in HD und HDR.

Die Lautsprecher sind im Vergleich ziemlich schwach. Es gibt zwei davon, aber sie sind nicht besonders klar, haben kaum hörbaren Bass und klingen bei maximaler Lautstärke verzerrt und schrill. Der einzige Pluspunkt ist, dass sie ziemlich laut werden. Immerhin bekommt ihr einen guten 3,5-mm-Klinkenanschluss, an den ihr kabelgebundene Kopfhörer anschließen könnt.
Lesen: Die 10 besten Notizen Apps für Android Tablets
Performance
Xiaomi setzt bei diesem Tablet auf den Qualcomm Snapdragon 6s 4G Gen 2 zusammen mit 4 GB RAM. Es ist ein 6-nm-Chip, der mittlerweile längst veraltet ist, und ja, 4 GB RAM sind 2026 wirklich knapp. Der Basisspeicher startet außerdem bei lächerlichen 64 GB, gegen Aufpreis bekommt ihr aber 128 GB. Insgesamt sind das keine sonderlich beeindruckenden Specs. Zum Glück gibt es hier einen MicroSD-Slot, in den ihr eine Karte mit bis zu 2 TB stecken könnt.
Optional könnt ihr es mit LTE bekommen, wir haben aber die WLAN-Version.
Wie erwartet ist die Performance eine Schwäche des Redmi Pad. Aber vielleicht nicht so sehr, wie ihr denkt. Als wir das Tablet zum ersten Mal eingerichtet haben, fühlte es sich unerträglich langsam an. Das ganze System fror immer wieder einfach ein und Apps brauchten ewig zum Installieren und Starten. Aber nachdem alle System-Apps installiert und aktualisiert waren, pendelte sich die Performance auf einem akzeptablen Niveau ein. Tatsächlich fühlen sich das 120-Hz-Display und die flüssigen Animationen wie ein Tablet aus einer ganz anderen Liga an. Echte Hänger gibt es nur sehr selten. Zum Surfen, Lesen und Videoschauen braucht ihr nicht viel mehr als das.

Die Benchmarks sind insgesamt ziemlich enttäuschend. Das Pad 2 9.7 spielt in derselben Leistungsliga wie die meisten anderen Tablets mit 6-nm-Chip, etwa das ältere Redmi Pad SE 8.7. Es ist im Single-Core nur 19 Prozent schneller und im CPU-Multi-Core 7,6 Prozent. Also praktisch gleich schnell. Das ähnlich teure Samsung Galaxy Tab A11 ist in Benchmarks tatsächlich deutlich schneller und bietet satte 45 Prozent mehr Single-Core-Tempo. Die GPU ist hier außerdem 2,5-mal schneller. Das Galaxy Tab A11 hat allerdings selbst große Nachteile.
Gaming
Für ernsthaftes E-Sport-Gaming ist dieses Redmi natürlich nicht gemacht. Schaut euch einfach die Benchmarks an. Aber es gibt einen überraschenden Vorteil gegenüber dem Galaxy Tab A11 bei leichteren Titeln. Weil dieses Tablet ein 120-Hz-Display hat, ist auch die Touch-Abtastrate hoch. Das heißt, das Tablet reagiert zum Beispiel beim Zielen in PUBG viel direkter und schneller.

Bei der Leistung landet ihr in PUBG Mobile mit niedrigen Einstellungen bei durchschnittlich etwa 50 FPS. Spielbar ist es also auf jeden Fall.
Clash Royale läuft einwandfrei, aber das Tablet kommt nicht über 60 FPS hinaus, selbst wenn ihr in den Einstellungen den High-Refresh-Modus aktiviert.
Minecraft ist für das Redmi Pad noch fordernder. Mit Fancy-Grafik und maximaler Renderdistanz liegt der FPS-Schnitt bei nur 30. In diesem Spiel müsst ihr bei der Grafik Kompromisse machen. Wer ein echtes Gaming-Tablet sucht, muss mehr Geld ausgeben.
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Design
Die Verarbeitungsqualität ist ziemlich gut, deutlich besser als bei den Konkurrenten in dieser Preisklasse. Es ist ein Unibody-Aluminiumgehäuse, das sich gut anfühlt. Mit 406 Gramm lässt es sich auch über längere Zeit gut halten. Die Front hat rundum gleichmäßige Ränder, wodurch es ein bisschen wie ein iPad Mini aussieht, nur eben etwas größer.

Vorne sitzt eine 5-Megapixel Frontkamera, die für Selfies gut genug ist. Die Rückkamera bietet 8 Megapixel und die Fotos sind okay. Einen LED-Blitz gibt es nicht. Beide Kameras können in FHD mit 30 FPS aufnehmen, und die Videoqualität ist bei guten Lichtverhältnissen akzeptabel.
Schade ist, dass es keinen Fingerabdrucksensor im Power-Button gibt, und die Gesichtserkennung ist sehr rudimentär und bietet nicht die beste Sicherheit. Ihr solltet zum Entsperren lieber bei einer PIN bleiben, wenn ihr sensible Daten auf dem Tablet speichert.

Das Tablet wird unten im Hochformat über den langsamen USB-C-2.0-Port geladen. Externe Monitore kann man nicht anschließen.
Akkulaufzeit
Xiaomi packt einen 7600-mAh-Akku ins Redmi Pad, der mit langsamen 18 Watt lädt. Eine volle Ladung dauert deshalb ziemlich lange. Obwohl die Kapazität klein ist, hält das Redmi Pad 7 Stunden und 55 Minuten durch, wenn wir ein HD-YouTube-Video bei maximaler Helligkeit in einer Endlosschleife laufen lassen. Das ist ein ordentliches Ergebnis. Zum Vergleich: Das Galaxy Tab A11 hält im selben Test 8 Stunden durch und das iPad Mini nur 5 Stunden und 30 Minuten.

Software
Ein möglicher Nachteil ist Xiaomis halbherziger Umgang mit Software-Updates. Aktuell gibt es von Xiaomi keine offizielle Bestätigung, wie lange die Redmi-Pad-2-Reihe Sicherheits- und Android-Updates bekommt. Vielleicht gibt es gar keine, ausgeschlossen ist das nicht, aber aufgrund der EU-Regelung sollte es einige bekommen. Samsungs Galaxy-A-Tablets sind in der Hinsicht klasse, sie sollen sieben Jahre lang OS- und Sicherheitsupdates bekommen.

Dafür wirkt Xiaomis HyperOS 3 auf Basis von Android 16 für schwächere Geräte wie das Redmi Pad viel besser optimiert als Samsungs One UI. Zwar ist das Galaxy Tab A11 in Benchmarks schneller, im Alltag ruckelt es aber sehr viel mehr.
Bloatware ist bei praktisch jedem günstigeren Tablet leider gesetzt. Beim Einrichten installiert das Tablet automatisch zwölf verschiedene gesponserte Drittanbieter-Apps. Das ist kein schöner Anblick, wenn man ein neues Tablet bekommt. Dazu kommen systemweite Werbeanzeigen aus Xiaomis Standard-Apps, die ihr einzeln deaktivieren müsst. Klar, Dealbreaker sind das nicht.
Fazit
Das Redmi Pad hat schon einige erhebliche Nachteile. Es bekommt vermutlich keinen Langzeit-Support wie Tablets von Samsung oder Apple, und die Lautsprecher könnten deutlich besser sein. Außerdem gibt es keinen offiziellen Stift zum Zeichnen und kein Tastatur-Cover zum Schreiben.

Trotzdem ist es ein sehr leicht zu empfehlendes Tablet, einfach weil die Alternativen massive Kompromisse mit sich bringen. Das iPad Mini und die Lenovo-Legion-Tablets kosten ein Vielfaches des Redmi. Und das Samsung Galaxy Tab A11 hat ein viel schlechteres Display und fühlt sich sehr langsam an. Für einfache Aufgaben wie Surfen, Lesen und Nachrichten ist das Redmi wirklich klasse, solange ihr akzeptiert, dass es seine Grenzen hat.
Wenn ihr ein bezahlbares, aber leistungsstärkeres Tablet sucht, schaut euch unbedingt unseren Test zum Redmi Pad 2 Pro an. Es ist ein größeres und deutlich schnelleres Tablet, das wir für ein richtig gutes Angebot halten.

Ordentliches Display
Gut optimiert
Solide Akkulaufzeit
Ungewisse Updates
Teurer als die Konkurrenz
Schwache Gaming-Leistung
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