Testberichte
POCO F7 Test: 400€ Leistungs-Wunder – bis es überhitzt! 🔥
Das POCO F7 von Xiaomi verspricht Flaggschiff-Qualität weit unter 500 Euro UVP – Geht das wirklich gut? Erfahrt es in unserem Test.
Wer aktuell auf der Suche nach einem leistungsstarken Smartphone ist, kommt am Poco F7 kaum vorbei. Mit dem Snapdragon 8s Gen 4 bietet das Poco fast die gleiche Leistung wie die Flaggschiffe der letzten Generationen für nur rund 400 Euro.
Das klingt bisschen zu schön, um wahr zu sein, und tatsächlich sind wir während unseres Tests auf ein großes Problem gestoßen. Dazu gleich mehr.
Hardware & Performance
Im Inneren arbeitet der Snapdragon 8s Gen 4 Prozessor, der von 12 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte internem UFS 4.1-Speicher unterstützt wird. Leistungsmäßig liegt dieser Chip sehr nahe am Snapdragon 8 Gen 3, der in vielen Flaggschiffen des letzten Jahres wie dem Galaxy S25 Ultra steckt.
In GPU Benchmarks wie 3DMark Steel Nomad Light und Solar Bay erreicht das Poco F7 sogar teilweise bessere Ergebnisse als das Galaxy S25 Ultra, mit etwa zehn Prozent Vorsprung bei der GPU-Leistung.

Auch in Geekbench schlägt sich das Smartphone beachtlich. Im Multi-Core-Test ist es rund 50 Prozent schneller als das Google Pixel 9a, in der GPU-Leistung sogar 80 Prozent. Der Single-Core-Wert liegt etwa 20 Prozent über dem Pixel 9a.
Im Vergleich zum Xiaomi 15 ist das Poco im Single-Core-Test etwa ein Drittel langsamer und in der Grafikleistung rund 30 Prozent unterlegen. Trotzdem ein klasse Ergebnis, immerhin sitzt im Xiaomi 15 ein Snapdragon 8 Elite.

Auch die reale Leistung ist klasse. Für den Export eines zehnminütigen 4K-Videos über Instagram Edits benötigt es nur 8 Minuten und 37 Sekunden. Damit liegt es zwar etwa 45 Prozent hinter dem Xiaomi 15 – aber dennoch, das ist sehr gut und man kann damit wunderbar Shorts und kürzere Videos bearbeiten.

Nun kommen wir zu dem Problem – der Wärme, die unter Last entsteht. Bei starker Belastung neigt das Gerät zum Überhitzen. Den 3DMark Wildlife Extreme Stresstest kann es nicht abschließen. Das System schaltet sich zwischendurch ab, weil eine zu kritische Temperatur erreicht wird.
Das Galaxy S25 Ultra hatte hier keine Probleme, obwohl es den leistungsstärkeren Chipsatz hat. Dies ist generell ein Problem, das wir in letzter Zeit bei Xiaomi beobachtet haben. Auch das Xiaomi 15 mit dem gleichen Chip wie beim S25 Ultra überhitzt schnell und kann den gleichen Test ebenfalls nicht abschließen.

Auch bei längerer Belastung im Alltag zeigt sich deutliches Throttling. Wir vermuten, dass Xiaomi den Chip einfach zu lange mit hoher Taktrate laufen lässt, um in Benchmarks besser abzuschneiden. Zur Last der Stabilität.
Spiele-Test
Auf dem Papier bringt das POCO F7 alles mit, was ein mobiles Gaming-Smartphone braucht. Die starke Hardware liefert in vielen Spielen hervorragende Ergebnisse, solange die Temperaturen im Rahmen bleiben.
In Fortnite läuft das Spiel mit dem „Episch“-Preset und voller 3D-Auflösung konstant mit 60 FPS. Auch nach 45 Minuten bleibt die Bildrate stabil. Allerdings wird das Gerät dabei sehr warm.
Noch problematischer wird es bei Call of Duty: Warzone Mobile. Auf den höchsten Einstellungen startet das Spiel mit beeindruckenden 90 FPS, sinkt aber bereits nach kurzer Zeit auf etwa 40 FPS ab. Nach rund 15 Minuten ist das Smartphone so heiß, dass es sich sehr unangenehm anfühlt. Genau das war auch schon beim Xiaomi 15 so.
Mit niedrigeren Grafikeinstellungen verbessert sich die Situation etwas. In Warzone Mobile lassen sich so etwa 60 bis 70 FPS erreichen, ohne dass die Hitzeentwicklung zu extrem wird.

Andere Spiele wie Wuthering Waves laufen hingegen auch auf höchsten Settings sehr flüssig mit stabilen 60 FPS. Hier wird das Smartphone zwar warm, aber nicht unkomfortabel heiß.
Wer mit dem Poco F7 viel spielen möchte, sollte einige Einstellungen anpassen. Wir empfehlen, die Framerate in Spielen zu begrenzen, um Überhitzung zu vermeiden. Auch der „Overclocked“-Modus in Xiaomis Game Boost App bringt kaum Vorteile und führt eher zu höherer Hitzeentwicklung. Wir raten, ihn nicht zu aktivieren.
Generell bietet das Poco F7 für den Preis eine beeindruckende Gaming-Leistung. Und wir empfehlen es tatsächlich auch für Gamer. Aber ihr müsst eben die Einstellungen etwas begrenzen, damit es nicht zu heiß wird. Das ist schon sehr schade.
Display
Das Poco F7 ist mit einem 6,8 Zoll großen FHD+ OLED-Panel ausgestattet. Die Bildwiederholrate liegt bei 120 Hertz und HDR wird ebenfalls unterstützt. Beeindruckend ist das Display-Gehäuse-Verhältnis von 94,2 Prozent, das durch die besonders schmalen Ränder erreicht wird.

Xiaomi gibt eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3200 Nits an. Geschützt wird es durch Gorilla Glass 7i, eine günstigere Alternative zu Gorilla Glass Victus.
Im Alltag überzeugt das Display durch hohe Helligkeit, satten Kontrast und eine sehr scharfe Darstellung. Farben sind lebendig, die Schwarzwerte dank OLED-Technologie tief, und auch im Sonnenlicht bleibt der Inhalt gut ablesbar. Damit kann das Poco F7 problemlos mit aktuellen High-End-Smartphones mithalten.
Kamera: Vergleich mit Galaxy A36
Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf, verfügt über einen optischen Bildstabilisator und nimmt auch RAW-Fotos im 12-Megapixel-Format sowie Videos in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Die Ultraweitwinkelkamera bietet 8 Megapixel und nimmt mit 60 FPS in Full HD auf. Die Frontkamera hat 20 Megapixel und kann die gleichen Videos aufnehmen, also kein 4K.
Wir haben das POCO F7 mit dem Samsung Galaxy A36 verglichen. Ja, nicht die perfekten Vergleichs-Kandidaten, aber wir sind noch dabei, unser Inventar an Smartphones aufzubauen.
Im Vergleich wirkt das Poco weniger farbenfroh, weil die Bildverarbeitung anders funktioniert. Das A36 dagegen übertreibt es mit den Farben. Besonders bei Selfies oder Porträts fallen unnatürliche Hauttöne auf.

Die Hauptkamera von Poco liefert sehr gute Bilder. RAW-Aufnahmen sind scharf und detailreich, zeigen aber in dunkleren Szenen deutliches Bildrauschen. JPGs sehen ebenfalls ziemlich gut aus und hier sieht man kein Rauschen, die Rauschunterdrückung arbeitet also gut.

Die JPEG Fotos sehen im Allgemeinen sehr scharf aus, auch ohne den 50-MP-Modus. Ganz so gut wie beim Google Pixel 9a, das wir kürzlich getestet haben, finden wir sie aber nicht.
Das Galaxy A36 hält überraschenderweise mit dem Poco mit, obwohl es nur 250€ kostet. Die Hauptkamera ist auch 50MP und ist genauso scharf und noch lebendiger als das Poco. Man merkt nur dann einen Qualitätsunterschied, wenn man wirklich heranzoomt und feine Details nebeneinander vergleicht, wobei das Poco minimal detailreichere Bilder liefert.

Die Ultraweitwinkelkamera ist in Ordnung, zeigt aber deutlich weniger Details als die Hauptkamera. Wir wünschen uns hier eine höhere Auflösung. Auch bei Videoaufnahmen bleibt die Qualität durchschnittlich. Dennoch hat die Poco hier die Nase vorn. Obwohl das Galaxy auch eine 8-Megapixel-Kamera verbaut hat, sehen die Videos vom A36 schlechter aus, mit vielen Bildfehlern. Das Poco schafft es, trotz gleicher Auflösung, deutlich bessere Videos und auch schärfere Fotos zu liefern.

Die Frontkamera liefert überraschend gute Ergebnisse für diese Preisklasse. Die 20-Megapixel-Selfies sind scharf und detailreich. Auch der Porträtmodus funktioniert erstaunlich gut, mit präziser Kantenerkennung. Wir wünschen uns aber bessere Videos vorne. Das Galaxy A36 kann Selfie-Videos in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, während das Poco bei FHD bleibt. Das Samsung ist merkbar schärfer.
Lesen: CMF Phone 2 Pro Test: Kamera-Wunder für 250 Euro?
Akkulaufzeit
Der verbaute Akku umfasst 6500 mAh und liefert im Test beeindruckende 29 Stunden Laufzeit. Wir lassen dafür immer ein HD-YouTube Video bei maximaler Helligkeit in einer Endlosschleife laufen.
Damit setzt sich das Poco F7 an die Spitze unserer bisherigen Testergebnisse. Es übertrifft das Pixel 9a um 5 Stunden, das Xiaomi 15 um 4,25 Stunden und das Galaxy S25 Ultra um 2,75 Stunden.

Die Ladezeit kann sich ebenfalls sehen lassen. Dank 90-Watt-Schnellladefunktion ist das Gerät innerhalb von etwa 30 Minuten von 0 auf 90 Prozent geladen. Allerdings wird das Smartphone dabei spürbar warm.
Wichtig zu wissen: Die Schnellladefunktion ist ab Werk deaktiviert und muss in den Einstellungen manuell aktiviert werden.
Bei normaler Nutzung erreichen wir mit dem Poco F7 eine Akkulaufzeit von rund drei Tagen. Sehr schön. In Sachen Ausdauer ist das Poco F7 ein echtes Highlight.
Design & Verarbeitung
Das Poco F7 erinnert mit seinem Design stark an das Samsung Galaxy A36. Beide Geräte sind fast gleich groß. Das F7 besitzt eine Glasrückseite und flache Aluminiumseiten, wodurch es sich wertig anfühlt. Mit einem Gewicht von 215,7 Gramm und einer Dicke von 8,2 Millimetern liegt es überraschend angenehm in der Hand, trotz der Größe. Das Glas auf der Rückseite ist jedoch anfällig für Fingerabdrücke.

Das Design variiert je nach Farbvariante. Während die Modelle in Weiß und Schwarz relativ schlicht und unauffällig wirken, hebt sich die silberne Variante mit einem schwarzen Dreieck auf der Rückseite und einem Snapdragon-Logo deutlich ab. Dieser Look erinnert etwas an Gaming-Smartphones und ist wohl nicht jedermanns Sache.
Wer ein minimalistisches Design bevorzugt, sollte besser zu einer der anderen Farboptionen greifen. Der grüne Streifen durch den Kamerabuckel lässt das Poco auch mit einer Hülle auffallen.
Praktisch ist die IP68-Zertifizierung, die das Poco F7 gegen Wasser und Staub schützt. Das ist in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich.

Auf der Vorderseite befindet sich lediglich eine kleine Punch-Hole-Kamera, die Displayränder sind sehr schmal und verleihen dem Gerät ein hochwertiges Aussehen.
Xiaomi liefert das Smartphone mit einer vorinstallierten Displayschutzfolie und einer dezenten Schutzhülle aus.
Das SIM-Fach bietet Platz für zwei physische SIM-Karten, allerdings fehlt eine eSIM-Unterstützung. Platz für eine MicroSD gibt es nicht.
An der Unterseite des Handys befindet sich der USBC-Anschluss. Leider setzt Xiaomi auf einen USB-C-2.0-Port.
Entsperrmethoden
Zur Entsperrung stehen ein unter dem Display platzierter Fingerabdrucksensor sowie Gesichtserkennung zur Verfügung. Der Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig, liegt aber etwas tiefer im Display, was nicht optimal ist.
Die Gesichtserkennung funktioniert ebenfalls flott, verwendet jedoch keine 3D-Sensorik und ist damit weniger sicher.
Lautsprecher
Die Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos erzeugen einen insgesamt guten Klang. Sie sind laut genug für YouTube, Netflix oder Musik. Im direkten Vergleich zum Galaxy A36 ist das POCO minimal leiser, qualitativ aber auf Augenhöhe.

Im Vergleich zu High-End-Geräten fehlt es an Volumen und Tiefe, für ein Mittelklasse-Smartphone ist die Klangqualität jedoch absolut ausreichend. Leider gibt es keinen Audioanschluss.
Software: 5 Jahre Sicherheitsupdates
Das Poco F7 wird mit HyperOS 2 ausgeliefert, das auf Android 15 basiert. Dank EU-Regelung sind Sicherheitsupdates mindestens bis 2030 garantiert. Wie viele Android-Versionsupdates das Gerät erhalten wird, ist hingegen nicht bekannt.

HyperOS selbst läuft flüssig, sieht modern aus und bietet viele Anpassungsmöglichkeiten. Leider installiert Xiaomi sehr viele eigene Apps, die sich teilweise mit den vorinstallierten Google-Apps doppeln. So gibt es zwei Galerie- und Dateimanager-Apps.
Auch Werbung in Menüs und Empfehlungen bei Wallpaper-Downloads nerven ein bisschen. Leider sind auch eine riesige Menge an Bloatware wie Temu und viele Spiele vorinstalliert.

Positiv hervorzuheben sind die KI-Funktionen: Google Gemini, Circle to Search und verschiedene Xiaomi-eigene Tools wie Live-Translate, Live-Untertitel und KI-Bildbearbeitung sind an Bord. Diese arbeiten gut, setzen allerdings meist eine Internetverbindung voraus.
POCO F7 Test Fazit
Das Poco F7 ist ein Preis-Leistungs-Knaller. Es bietet viel Leistung, ein exzellentes Display und die mit Abstand beste Akkulaufzeit, die wir bisher gemessen haben – und das für 400 Euro. Die Kamera ist gut, der Klang solide und die Software akzeptabel, wenn auch nicht perfekt.

Der größte Schwachpunkt bleibt das Hitzemanagement. Bei intensiver Nutzung überhitzt das Smartphone schnell, was vor allem für Gamer ein echter Nachteil ist. Auch die Software mit ihrer Bloatware ist nicht ideal.
Trotzdem: Wer auf der Suche nach einem leistungsstarken Allrounder mit extrem langer Laufzeit ist, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket zu einem sehr fairen Preis. Insgesamt können wir das POCO F7 empfehlen.
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Super lange Akkulaufzeit
Starke Leistung
Helles Display
5 Jahre Sicherheitsupdates
Überhitzt
Viel Bloatware, Werbung in HyperOS
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