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Testberichte

Microsoft Surface Pro 6 Test: Ein großartiges Tablet ohne Neuheiten

In meinem Microsoft Surface Pro 6 Test erfahrt ihr, wie gut das teure Premium-Tablet mit Windows 10, Tastatur und Stift wirklich ist.

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Mit dem Microsoft Surface Pro 6 ist nun die sechste Generation der erfolgreichen Tablet-Serie für Pro-Anwender erschienen. Allzu viel ändert sich im Vergleich zum Vorgänger nicht. Neu ist, dass Microsoft nun auf die achte Generation der Intel Core Prozessoren setzt. Außerdem kann man es nun nicht nur in Grau, sondern auch in Schwarz bekommen. Nun, ist das Windows-Tablet trotz der wenigen Neuerungen ein gutes? Das erfahrt ihr in meinem Microsoft Surface Pro 6 Test.

Microsoft Surface Pro 6 bei* MicrosoftAmazonNotebooksbilliger

Eines Vorweg: Mein Testgerät ist die günstigste Version des Surface Pro 6, die ohne Zubehör 1049 Euro kostet. Für das Geld bekommt ihr einen Intel Core i5, 8GB RAM und eine 128GB SSD. In Schwarz kann man es erst mit einer 256GB SSD bekommen. Dafür wird ein Aufpreis von 300 Euro fällig. Für 1649 Euro bekommt man das gleiche Modell mit einem Core i7 und für 2049 Euro zusätzlich 16GB RAM und eine 512GB SSD. Die Top-Ausstattung bietet eine 1TB SSD und kostet 2449 Euro. Das Surface Pro 5 mit dem Core m3 wird für 899 Euro weiterhin angeboten, doch ändert sich dort überhaupt nichts.

Beginnen wir mit dem Test.

Design und Verarbeitung

Microsoft Surface Pro 6 Verarbeitung

Beim Design des Microsoft Surface Pro 6 hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Nunja, bis auf die schwarze Farboption. Dass sich nichts ändert ist aber nicht schlecht, sondern gut. Ich finde das Design der Surface Serie nämlich großartig. Das Surface Pro 6 besteht weiterhin aus einem hochwertigen Magnesiumgehäuse, ist 8,5mm dünn und wiegt nur 770g. Für ein so großes Tablet sind das gute Maße.

Das Surface Pro 6 fühlt sich sehr hochwertig an. Wenn man es in den Händen hält, hat man das Gefühl ein teures Tablet zu halten. Teuer ist es ja auch tatsächlich. Schön finde ich weiterhin, wie elegant oben die Lüfterschlitze versteckt sind. Bei der Konkurrenz sieht man die deutlich. Da die Core i5 und Core i7 Chips aktiv gekühlt werden müssen, gibt es natürlich Lüfter. Aber die fallen fast gar nicht auf und hört man nur unter Last.

An der rechten Seite bekommen wir einen DisplayPort, einen normalgroßen USB 3.0 Anschluss und den magnetischen Surface Connector. Richtig, einen USB C Port gibt es nicht und das ist der einzige Kritikpunkt, den ich am Design habe. Wer bereits auf USB C angewiesen ist, muss also Adapter verwenden. An sich ist der magnetische Surface Connector aber gut umgesetzt. Stolpert man über das Ladekabel fällt nämlich nicht das ganze Tablet runter.

Microsoft Surface Pro 6 Anschlüsse

Oben gibt es den Einschaltknopf und die Lautstärkeregler. An der linken Seite gibt es außerdem einen normalen Kopfhöreranschluss. Unter dem Kickstand ist ein MicroSD-Kartenslot versteckt. Ganz unten gibt es außerdem einen Anschluss für das Tastatur Cover.

Rechts und links oben sitzen die Lautsprecher. Für ein Tablet ist die Soundqualität tatsächlich ziemlich gut. Viele Premium-Notebooks bieten aber einen besseren Sound. Über dem Display sitzt außerdem eine 5-Megapixel Frontkamera und die auf der Rückseite löst mit 8 Megapixel auf. Auch hier gilt, dass die Bildqualität insbesondere für ein Windows-Tablet richtig gut ist. Aber klar, Smartphones haben bessere Kameras.

Wie bei allen Surface Tablets kann man auch das Surface Pro 6 per Windows Hello und Gesichtserkennung entsperren. Meistens funktioniert das ziemlich gut und zuverlässig.

Microsoft Type Cover

Microsoft Surface Pro 6 Type Cover

Richtig interessant ist das Surface Pro 6 nur mit einem Tastatur Cover. Dieses nennt Microsoft Type Cover und das muss separat für ab 149 Euro dazugekauft werden. Es ist jedoch das gleiche Type Cover des Vorgängers und bei vielen Shops wird es deswegen schon günstiger angeboten. Die Tastatur wird über einen magnetischen Anschluss mit dem Tablet verbunden. Zusammengeklappt schützt es das Display. Es gibt auch eine magnetische Leiste, dank der man das Cover etwas anwinkeln kann.

Beim Type Cover hat sich nichts geändert und deswegen gilt hier weiterhin, dass die Tastatur großartig ist. Das Cover ist wertiger verarbeitet als bei vielen Konkurrenten. Auch die Tasten bieten einen guten Druckpunkt und insgesamt konnte ich mit der Tastatur sofort angenehm und flüssig blind schreiben.

Lesen: Das sind die besten Tablets mit Tastatur

Unter der Tastatur sitzt ein Präzisionstouchpad, das ebenfalls sehr gut funktioniert. Es ist aber deutlich kleiner als die Trackpads vieler Notebooks.

Display und Stift

Microsoft Surface Pro 6 Display

Kommen wir zum Display des Microsoft Surface Pro 6. Dieses ist 12,3 Zoll groß und hat ein Seitenverhältnis von 3:2. Dadurch ist es angenehmer damit zu Arbeiten und im Internet zu surfen, weil man nach unten hin mehr Platz hat. Schaut man Videos, sieht man oben und unten dadurch aber schwarze Balken.

Die Auflösung ist mit 2736 x 1824 Pixel sehr hoch und deswegen sehen Texte und Icons schön scharf aus. Insgesamt ist der Bildschirm ziemlich gut umgesetzt. Die Blickwinkel sind weit, Farben werden gut wiedergegeben und es ist angenehm hell. Es ist ein laminiertes Display, das muss bei dem Preis aber auch so sein.

Auf dem Touchscreen kann man nicht nur die Finger nutzen, sondern auch einen aktiven Stift, der Surface Pen heißt. Es ist genau der gleiche Stift des Vorgängers, der auch mit dem Surface Go funktioniert. Der UVP-Preis liegt zwar bei rund 110 Euro, doch da der Stylus schon etwas älter ist, kann man ihn oft für unter 80 Euro finden.

Microsoft Surface Pro 6 mit Stift

Viel muss ich zum Surface Pen nicht mehr sagen, es hat sich ja nichts geändert. Der Stylus ist richtig gut umgesetzt und funktioniert auf dem Surface Pro 6 ausgezeichnet. Wie Samsungs S Pen unterstützt er 4096 Druckstufen und ist schön präzise. Es gibt einen Button an der Seite und einen oben. Dort sitzt auch eine Batterie, die man gelegentlich austauschen muss.

Ich nutze einen solchen Stylus meistens nur in Photoshop und da funktioniert er super. Aber natürlich kann man auch in Apps wie OneNote handschriftliche Notizen hinterlegen oder künstlerisch zeichnen.

Hardware und Performance

Microsoft Surface Pro 6 Geekbench

Die einzige richtig große Neuerung gibt es bei den verbauten Prozessoren. Man kann das Surface Pro 6 mit einem Intel Core i5 oder Core i7 Chipset der achten Generation bekommen. Das sind beides nun Quad-Core Prozessoren, es gibt also insgesamt vier Kerne. Bei den Vorgängern bekamen wir noch Dual-Core Chips. Dazu gibt es je nach Version 8GB oder 16GB RAM, sowie eine 128GB, 256GB, 512GB oder 1TB große SSD.

Tatsächlich ist die Leistung ein gutes Stück besser als beim Vorgänger. Wie ihr in meinem Benchmark-Vergleich sehen könnt, schneidet das Tablet im Geekbench 4 und im Cinebench Benchmark sehr gut ab. Microsoft ist allerdings recht spät dran. Tablets wie das Lenovo MIIX 520 gibt es schon seit Anfang des Jahres mit den gleichen Prozessoren. Wer auf die besonders hochwertige Verarbeitung und einige Premium-Features verzichten kann, der kann für weniger Geld also eine ähnliche Performance bekommen.

Microsoft Surface Pro 6 Cinebench

Wie gesagt, die Leistung des Surface Pro 6 ist ausgezeichnet. Auch auf meinem Testgerät mit dem Core i5 und den 8GB RAM laufen Programme wie Adobe Photoshop sehr flüssig. Und selbstverständlich kann man ohne Probleme Office-Programme oder Chrome nutzen. Es ist eben die gleiche Hardware, die wir auch mit vielen Premium-Notebooks bekommen.

Da das Tablet keine dedizierte Grafikkarte hat, ist es für solche Anwendungen aber nicht perfekt geeignet. Man kann zwar durchaus FullHD-Videos und begrenzt auch 4K-Videos in Programmen wie Adobe Premiere Pro bearbeiten, muss aber längere Renderzeiten in Kauf nehmen. Auch anspruchsvolle Spiele laufen natürlich nicht so gut wie auf einem Spiele-Notebook.

Microsoft Surface Pro 6 mit Photoshop

Ich habe auf dem Microsoft Surface Pro 6 Fortnite gespielt und das geht durchaus. Da das Tablet keine dedizierte Grafikkarte hat, ist es jedoch nicht wirklich für anspruchsvolle Spiele geeignet. Aber wie gesagt, es geht durchaus. Wenn ich Fortnite mit mittleren Einstellungen gespielt habe, lag die Bildwiederholungsrate durchschnittlich bei über 20 Bildern pro Sekunde. In den niedrigsten Einstellungen sind es zwischen 30 und 35 Bildern pro Sekunde. Trotzdem gibt es immer mal wieder kleinere Ruckler. Und bei niedrigster Grafik sieht Fortnite natürlich nicht besonders schick aus.

Akkulaufzeit

Microsoft Surface Pro 6 Akkulaufzeit

In meinem Akku-Test schneidet das Microsoft Surface Pro 6 richtig gut ab. Tatsächlich kam ich auf eine Laufzeit von gerade so 12 Stunden. Für diesen Test lasse ich immer ein HD-Video bei mittlerer Helligkeit in einer Endlosschleife laufen.

Wie ihr in meinem Vergleich sehen könnt, ist das insbesondere für ein Windows-Tablet ein richtig guter Wert.

Natürlich kommt ihr nur auf diese 12 Stunden, wenn ihr lokal bei mittlerer Helligkeit ein Video abspielt. Im realen Einsatz ist die Laufzeit kürzer. Mit einfachen Office-Arbeiten sind aber bis zu 8 Stunden drin. Nutzt ihr zwischendurch auch Photoshop, bearbeitet gar Videos oder spielt Fortnite, kann der Akku aber auch deutlich schneller leer gehen.

Microsoft Surface Pro 6 Test Fazit

Microsoft Surface Pro 6 Test

Gut, das war mein Microsoft Surface Pro 6 Test. Ich kann es natürlich empfehlen, denn das Microsoft Surface Pro 6 ist großartig. Allzu viel hat sich im Vergleich zum Vorgänger zwar nicht geändert, aber das muss auch nicht sein. Das Design der Surface-Serie ist ausgezeichnet und das ist auch hier so. Man hat immer das Gefühl ein Premium-Gerät in den Händen zu halten. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn wir einen USB C Anschluss bekommen würden.

Abgesehen davon sind das Display, das Type Cover und auch der Surface Pen sehr gut. Die Leistung ist dank der Intel Core Prozessoren der 8. Generation ebenfalls ein gutes Stück flotter als beim Vorgänger. Gleichzeitig hält der Akku länger als bei fast allen Windows-Tablets.

In meinen Augen gibt es beim Microsoft Surface Pro 6 nur einen richtigen Nachteil. Das ist der Preis. Ohne Zubehör muss man mindestens 1049 Euro auf den Tisch legen. Und mit Tastatur und Stift ist man schnell 1250 Euro los. Wer nicht das Einstiegsmodell haben möchte, muss noch mehr Geld ausgeben. Das Surface Pro 6 kann ich also nur empfehlen, wenn ihr bereit seid für ein Premium-Gerät auch einen Premium-Preis zu zahlen.

Schauen wir uns mal einige mögliche Alternativen an.

Microsoft Surface Pro 6 Design

An erster Stelle steht ihr das Lenovo MIIX 520 (Test). Die Version mit einem Core i5, Tastatur und Stift kann man schon für unter 1000 Euro bekommen. Inklusive Zubehör spart man also gut 250 Euro. Die Performance ist fast identisch, doch insbesondere das Design und das Display sind schwächer als bei Microsoft.

Falls ihr mit einer deutlich schwächeren Performance leben könnt und auch mit einem 10 Zoll Display zufrieden seid, könnt ihr euch auch das Microsoft Surface Go (Test) anschauen. Das ist zwar schwächer, aber deutlich günstiger. Dennoch bietet es ein ausgezeichnetes Design, eine gute Tastatur und den gleichen Surface Pen.


10
Microsoft Surface Pro 6 mit Zubehör
Microsoft Surface Pro 6 Test: Das Microsoft Surface Pro 6 ist zwar ein teures, aber großartiges Windows-Tablet. Es bietet ein bewährtes Design, eine sehr hochwertige Verarbeitung und ein ausgezeichnetes Display. Auch die Performance und Akkulaufzeit sind sehr gut. Gleichzeitig funktionieren das Type Cover und der Surface Pen ausgezeichnet. Schade ist nur, dass es keinen USB C Anschluss gibt.
Positiv
  • Hochwertiges Design
  • Sehr gutes Display
  • Leistungsstarke Hardware
  • Gutes Tastatur Cover
  • Lange Akkulaufzeit
  • Ausgezeichneter Stylus

 

Negativ
  • Relativ teuer
  • Kein USB C Port

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