Testberichte
Lenovo ThinkTab X11 Test: Fast perfekt – aber EIN Fehler
Ist das Lenovo ThinkTab X11 das neue perfekte Outdoor-Tablet auf dem Markt? In unserem Test decken wir alle seine Stärken und Schwächen auf.
Wenn ihr ein robustes Tablet wollt, das ihr mit auf die Baustelle nehmen könnt, dann hat Lenovo genau das Richtige für euch.
Das ThinkTab X11 ist ein robustes, recht einzigartiges Tablet mit wechselbarem Akku, das aussieht, als hätten ein ThinkPad-Laptop und ein Samsung Galaxy Tab Active ein Kind bekommen. In den letzten zwei Wochen haben wir es ausgiebig getestet, für die Arbeit, für die Uni und fürs Filme schauen. Es hat jede Menge spannende Features, aber auch eine Sache, die uns wirklich stört. Schauen wir es uns an.
Design und Verarbeitung
Lenovo erspart euch die schwierige Farbwahl beim Kauf, indem es nur eine einzige anbietet: Eclipse Black. Ein schönes, mattes Dunkelgrau. Die Optik erinnert zwar an das Magnesium-Gehäuse einiger High-End-ThinkPad-Laptops, tatsächlich besteht das Gehäuse aber komplett aus Kunststoff. Es fühlt sich hochwertig an, deshalb finden wir das nicht weiter schlimm.
Auf der Rückseite des X11 prangt ein dunkles Lenovo-Logo und natürlich ein ThinkTab-Logo mit rotem Punkt unten rechts. An der rechten Seite sitzt außerdem ein 3,5-mm-Klinkenanschluss, heutzutage eine echte Seltenheit. Oben gibt es zudem eine völlig bündig abschließende Kamera, die nicht heraussteht.
Es ist ein schönes Design, aber mit der offiziellen robusten Hülle sieht man das Gehäuse nur selten. Ihr könnt das Tablet als Bundle mit Hülle und Stift kaufen oder einzeln. Wir empfehlen euch das Bundle, denn die Hülle ist richtig hochwertig, fühlt sich super an und schützt das Tablet ordentlich.

Es gibt zwei USB-C-Anschlüsse, einen an der rechten Seite und einen an der Unterseite. Der rechte Anschluss ist mit USB 3.2 Gen 1 schneller und unterstützt die Displayausgabe, der untere ist vor allem zum Laden oder für den Betrieb in einer Dockingstation nützlich. Aus irgendeinem Grund funktionieren Displayerweiterung und Desktop-Modus allerdings nur, wenn ihr in den Entwickleroptionen den „One Vision Controller“ aktiviert. Zumindest war das bei uns so.
Der coolste Teil des Designs ist natürlich der wechselbare Akku. Ihr nehmt die Rückabdeckung einfach mit den Händen ab, holt den Akku heraus und setzt entweder einen voll geladenen ein oder betreibt das Gerät am Netzkabel.

Das ist super für die Akkugesundheit, beugt Überhitzung vor, und ihr könnt euch sicher sein, dass euer Tablet nicht aufquillt und Feuer fängt, wenn es im Sommer im Auto oder LKW liegt. Und überraschenderweise bleibt das ThinkTab X11 trotz dieser Funktion nach IP68 staub- und wasserdicht.
Das Tablet wiegt mit eingesetztem Akku 650 Gramm. Schade ist, dass nur ein einziger Akku im Lieferumfang liegt. Einen zweiten müsst ihr separat kaufen, wenn ihr zwischen zwei wechseln wollt.
Wenn ihr die Rückabdeckung öffnet, findet ihr im Inneren außerdem einen microSD-Slot zur Speichererweiterung, der Karten mit bis zu 2 TB unterstützt, und beim 5G-Modell sogar einen nano-SIM-Slot. Das gefällt uns richtig gut.
Akkulaufzeit

Der wechselbare Akku hat eine Kapazität von 10.200 mAh und lädt mit maximal 45 Watt. Für ein 11-Zoll-Tablet ist das ein ziemlich großer Akku, deshalb ist es auch keine Überraschung, dass das Tablet in unserem YouTube-HD-Streaming-Test bei maximaler Helligkeit 9 Stunden und 22 Minuten durchhält. Das ist ein solides Ergebnis, und natürlich könnt ihr die Laufzeit verdoppeln, wenn ihr einen zweiten Akku dabei habt.
Display und Lautsprecher
Das ThinkTab hat ein ziemlich schönes Display. Es ist ein 10,95-Zoll-LCD-Panel, der Kontrast ist also nicht so gut wie bei einem iPad Pro mit OLED-Display, aber mit 800 Nits ist es trotzdem ziemlich hell, hell genug für draußen. Dank der 90-Hz-Bildwiederholrate sehen Animationen flüssig aus, und auch die Blickwinkel sind stabil.
Da es ein 16:10-Format hat, skalieren Videoinhalte perfekt und es bleiben keine oder nur kleine schwarze Balken an den Seiten. Auch die Farben sehen schön aus, große Schwächen gibt es kaum. Und falls eure Umgebung nicht gerade glasfreundlich ist: Das Display ist mit Corning Gorilla Glass geschützt, das schützt vor Kratzern und macht es etwas sturzfester.

Kommen wir zu den Lautsprechern. Ihr bekommt ein Stereo-Setup mit Dolby-Atmos-Unterstützung. Die Lautsprecher sind ganz ordentlich, nicht die besten, die wir getestet haben, aber gut genug, um etwas Musik zu genießen, und außerdem sind sehr laut.
Klar, etwas mehr Bass könnten sie vertragen. Ein Designfehler ist, dass der linke Lautsprecher sehr leise wird, wenn ihr das Tablet in der Hülle mit eingestecktem Stift benutzt. Der Stift verdeckt dann die Lautsprecheröffnung und dämpft den Ton. Also nicht ideal, wenn ihr auf der Baustelle Star Trek schauen wollt.
Biometrie

Das ThinkTab hat einen Fingerabdrucksensor im Power-Button, sodass ihr euer Tablet in derselben Bewegung entsperrt, mit der ihr es einschaltet. Lenovos Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig, wir finden ihn wirklich klasse. Besser als wenn der Fingerabdruckleser unter dem Display sitzt.
Hardware und Performance
Natürlich kann nicht alles perfekt sein, und die Performance des ThinkTab X11 sieht auf dem Papier nicht besonders gut aus. Es nutzt den Snapdragon 7s Gen 3, einen Chip aus der unteren Mittelklasse. Dazu kommen 8 GB RAM und in der Basis 128 GB Speicher. Eine 256-GB-Version gibt es auch, und je nach Region ist sie vielleicht sogar die einzige Option. Die kostet aber etwas mehr.
Interessanterweise kommt auch das Samsung Galaxy Tab Active 5 Pro, ein weiteres robustes Tablet mit Wechselakku, mit dem Snapdragon 7s Gen 3. Und dieses Tablet kam schon im Mai 2025 auf den Markt.
Zum Glück fehlt es dem Tablet die meiste Zeit, also in 90 Prozent der Fälle, nicht an Geschwindigkeit. Apps starten, Multitasking und Surfen fühlen sich flüssig an. Nur wenn ihr das Tablet neu startet oder ein anspruchsvolles Spiel öffnet, fällt die Leistung etwas ab und ihr spürt vielleicht eine kleine Verzögerung. Selbst durch ein 800 Seiten langes PDF-Lehrbuch zu scrollen macht keine Probleme. Das ist klasse.

Das ThinkTab kommt außerdem mit GPS, einem Gyroskop und sogar einem NFC-Chip. Es kann also wirklich fast alles, was euer Smartphone kann, nur in die Hosentasche passt es nicht. Dank NFC könntet ihr es zum Beispiel als Kasse nutzen oder mit einem verknüpften Bankkonto kontaktlos bezahlen.

Zurück zur Performance: Mit Benchmark-Tests können wir das ThinkTab gegen andere spannende Optionen in dieser Preisklasse vergleichen. Im Geekbench-6-CPU-Test ist es deutlich langsamer als ähnlich teure oder sogar günstigere Tablets wie das iPad 11, das Galaxy Tab S11 und sogar Lenovos eigenes Yoga Tab, und zwar sowohl im Single-Core als auch im Multi-Core. Das Galaxy Tab S11 ist im CPU-Multi-Core sogar 170 Prozent schneller, was es für Aufgaben wie Videobearbeitung und anspruchsvolles Gaming deutlich besser macht.

Mit 3DMark können wir die GPU-Leistung messen. Auch hier ist das ThinkTab nicht besonders beeindruckend. Das Galaxy Tab S11 erreicht fast den sechsfachen Wert, das Lenovo Yoga Tab den 4,5-fachen. Nur Samsungs Galaxy Tab S10 FE ist bei der Leistung ähnlich, und dieses Tablet ist viel günstiger. Preis-Leistung ist also keine Stärke des ThinkTab.
ThinkTab X11 Gaming-Test
Bei diesen schwachen Benchmark-Werten könnte man erwarten, dass Spiele praktisch unspielbar sind. Aber in unseren Tests schlägt sich das ThinkTab bei anspruchsvollen Spielen deutlich besser als gedacht.

Wir starten mit Fortnite. Mit maximalen Einstellungen und voller Auflösung läuft das Spiel mit etwa 40 FPS. Stellt ihr die Grafik auf niedrig, bekommt ihr ein flüssiges, konstantes 60-FPS-Erlebnis, das wir sehr gut spielbar finden. Das ist genauso wie beim iPad 11, obwohl das in Benchmarks deutlich schneller ist.
Übrigens: Das X11 hat einen Vibrationsmotor, was bei Tablets gar nicht so üblich ist. Es vibriert bei Benachrichtigungen oder gibt sogar haptisches Feedback in Spielen wie Fortnite. Es ist nur sehr laut und klingt ein bisschen wie ein Motorradmotor.

Delta Force ist ein weiteres anspruchsvolles Spiel, bei dem ihr eine hohe Bildrate braucht. Mit dem Grafik-Preset „Outstanding“ läuft das Spiel mit 40 bis 50 FPS. Auf „niedrig“ bekommt ihr flüssige 60 FPS.
Minecraft mit schicker Grafik ist der einzige Titel, den wir auf dem ThinkTab wirklich für unspielbar halten. Selbst im Performance-Modus ruckelt das Spiel und mit maximalen Einstellungen läuft es überhaupt nicht. Ihr könnt aber einfach auf die einfache Grafik wechseln und bekommt ein perfektes 60-FPS-Erlebnis.

Insgesamt werdet ihr die meisten Spiele auf diesem Tablet problemlos zocken können. Erwartet nur nicht, in kompetitiven Shootern die ganze Zeit 120 FPS zu erreichen.
Lesen: Die besten Gaming Tablets zum Spielen im Test
Stift: Gut für Notizen?
Der mitgelieferte Lenovo Tab Pen XE ist ein industriell aussehender, dicker Stift, der sich bei Nichtgebrauch fest in die Hülle stecken lässt. Er wird mit einer Batterie betrieben.

Unerwartet fühlt sich der Tab Pen XE richtig gut zum Schreiben an. Gut genug für Notizen und sogar zum Zeichnen. Er ist dem Stift des Lenovo Idea Tab weit überlegen, und wir würden sagen, er kommt nah an den S Pen von Samsung heran. Das ist wirklich beeindruckend, und da es ein robuster, dicker Stift ist, müsst ihr euch keine Sorgen machen, ihn zu beschädigen oder fallen zu lassen, etwa wenn ihr Handschuhe trägt. In der Notizen App Squid funktioniert er nicht ganz so gut, sonst aber wunderbar.

Wir konnten es nicht testen, aber der S Pen des Galaxy Tab Active 5 Pro sieht Lenovos Stift verdächtig ähnlich. Tatsächlich sieht sogar die robuste Hülle ähnlich aus. Wir vermuten, dass die Tablets aus derselben Fabrik stammen könnten, oder zumindest das Zubehör. Samsungs S Pen hat den Vorteil, dass er gar keine Batterie braucht und nie geladen werden muss.
Lesen: Die besten Notizen Apps für Android Tablets
Kamera-Test
Etwas überraschend ist, dass die Kameras des ThinkTab tatsächlich richtig gut sind. Die 13-MP-Hauptkamera auf der Rückseite macht solide Fotos und scharfe Videos in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde. Die 8-MP-Frontkamera nimmt zwar nur in Full HD mit 30 Bildern auf, aber die Qualität ist gut und Selfies sehen überraschend detailliert aus. Diese Selfie-Kamera schlägt im Online-Meeting locker die Webcam eurer Kollegen oder Mitschüler.
Software: Android 16 ZUI
Lenovo liefert das ThinkTab mit dem auf Android 16 basierenden ZUI 18 aus. Es ist eine schlichte, aufgeräumte und bloatwarefreie Benutzeroberfläche. Aber es gibt ein großes Problem. Lenovo bietet für das X11 nur zwei Android-Upgrades und vier Jahre Sicherheitsupdates.

Das Samsung Galaxy Tab Active 5 Pro bekommt dagegen sieben Jahre Sicherheitsupdates. Das ist ein großer Vorteil für das Samsung.
Lenovo ThinkTab X11 Test: Unser Fazit
Solltet ihr also zum Lenovo ThinkTab X11 greifen?
Für sich genommen ist das Lenovo ThinkTab X11 ein richtig spannendes Produkt. Der wechselbare Akku ist nützlich und gut umgesetzt. Mit Hülle ist es robust, hat optional 5G und SIM-Unterstützung und ist nach IP68 staub- und wasserdicht.

Allerdings ist es fast dasselbe Tablet wie das Samsung Galaxy Tab Active 5 Pro, das länger Updates bekommt. Wenn ihr also ein robustes Tablet mit Stift sucht, solltet ihr das unbedingt auch in die engere Auswahl mit reinnehmen.

Wechselbarer Akku
robuste Verarbeitung und Hülle
IP68
guter Stift
helles Display
Durchschnittliche Leistung
Recht teuer
kurzer Update-Zeitraum
-
Das Beste2 Monaten agoDie 10 besten großen Tablets mit großem Display im Test | 2026 Edition
-
Das Beste1 Monat agoDie besten Apple iPad Alternativen | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten Tablets fürs Studium im Test | 2026 Edition
-
Das Beste1 Monat agoDie besten Tablets mit OLED-Display | 2026 Edition
-
Das Beste1 Monat agoDie besten Tablets mit 5G, 4G, LTE und SIM-Kartensteckplatz | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten Gaming Tablets zum Spielen im Test | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten iPads: ALLE iPads im Test & Vergleich | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten iPads für Studenten für die Uni im Test | 2026 Edition
