Testberichte
Lenovo ThinkPad X1 2-in-1 Gen 10 Aura Edition Test: Besser als ein Surface?
Ihr sucht ein leichtes Windows-Notebook mit ordentlich Power? In diesem Test erfahrt ihr, ob das ThinkPad X1 zu euren Ansprüchen passt.
Das Lenovo ThinkPad X1 2-in-1 Gen 10 Aura Edition ist ein Premium- und robuster Business-Laptop mit einem sehr hohen Preis – unser Testgerät kostet 2500 Euro. Aber sagen wir mal, Geld spielt keine Rolle, und ihr möchtet einfach das beste 2-in-1 Notebook haben, das es zu kaufen gibt. Ist das hier dann das richtige?
Wir haben das ThinkPad über einen Monat lang getestet – für die Arbeit im Büro, unterwegs und wir haben auch Spiele gespielt und Netflix geschaut. In vielen Punkten hat es uns echt begeistert, aber uns sind auch ein paar Schattenseiten aufgefallen. Aber der Reihe nach, wir beginnen mit dem Design.
Design & Verarbeitung
ThinkPads sind ja bekannt dafür zu den besten Laptops auf dem Markt zu gehören, insbesondere was die Verarbeitung betrifft. Features wie die US-Militär-MIL-STD-810H-Zertifizierung, eine spritzwassergeschützte Tastatur und die insgesamt robuste Bauweise gefallen uns sehr.
Aber auch optisch finden wir, dass Lenovo hier einen guten Job macht. Das graue Gehäuse besteht aus einem matten Aluminium, das sich hochwertig anfühlt und keine Fingerabdrücke wiedergibt. Auf der Rückseite findet ihr ein ThinkPad-Logo in der oberen linken Ecke, zusammen mit einer roten LED, die anzeigt, ob das Laptop an oder im Standby ist.

Alles an diesem Laptop sieht und fühlt sich einfach hochwertig an. Es wiegt 1,3 kg, ähnlich wie ein MacBook Air, und kommt mit einem 14’’ Touch-Display. Am oberen Rand des Displays gibt es eine leicht hervorstehende Notch mit der Webcam.
Es ist ein 2-in-1, es hat also Scharniere, die das Display fast um 360° drehen lassen, sodass ihr es in ein Tablet verwandeln könnt. Wenn es umgeklappt ist, sieht das ThinkPad fast wie ein dickeres Microsoft Surface aus. Ihr könnt es auch im „Zelt-Modus“ verwenden, um Videos zu schauen.
Der Power-Button befindet sich rechts statt auf der Tastatur. So ist er auch im Tablet-Modus erreichbar. Eine kleine LED über dem Button zeigt Power- und Lade-Status an.
Hardware & Performance
Lasst uns über die Performance reden – hier wird’s etwas kompliziert: Ihr könnt das ThinkPad X1 2-in-1 mit 2 verschiedenen CPU-Serien bekommen. Eine davon hat das U-Suffix, die andere das V. Unser Testgerät kommt mit dem Core Ultra 7 258V, 32 GB RAM und einer 1 TB SSD. Ihr könnt ähnliche Specs auch mit 16 oder 64 GB RAM und 512 GB Speicher bekommen.
Wenn ihr etwas sparen wollt, könnt ihr für ca. 2000 Euro ein Modell mit dem Core Ultra 5 225U bekommen. Der Chip ist aber weniger effizient und kommt mit einer langsameren Arc-140T-GPU. Wir empfehlen, bei der V-Serie zu bleiben, wenn ihr die beste Akkulaufzeit und GPU-Leistung wollt.

Aber mehr zu dem Chip in unserem Testgerät. In Geekbench sind die Ergebnisse auf einem Level oder besser als bei anderen Intel-Lunar-Lake-basierten Laptops im CPU-Single-Core Test. Bemerkenswert ist, dass er auch rund 10 % schneller im Single-Core-Test ist als der Snapdragon X Elite im Surface Pro 11. Der Snapdragon-Chip ist im Multi-Core-Test besser, da er 10 statt 8 Kerne hat.
Das ThinkPad glänzt aber richtig in den GPU-Benchmarks, mit einem krassen Vorsprung von 20 % gegenüber dem Acer Swift 14 AI, das denselben Chip hat. Es ist außerdem ganze 35 % schneller als das Microsoft Surface Pro 11 mit dem Snapdragon-Chip.
Gaming-Test
Niemand kauft dieses Notebook fürs Gaming – zumindest ist es dafür nicht gedacht – aber mit dem 120-Hz-Display und der ordentlichen GPU-Leistung sollte leichtes Gaming kein Problem sein.
Und genau das zeigt unser Test. In The Finals mit dem Low-Preset bekommen wir im Schnitt über 80 FPS mit „Performance“-XeSS-Upscaling. Das Ergebnis haben wir bei einer Auflösung von 1920 x 1080p erreicht, die native Auflösung wird wohl deutlich schwieriger sein.

Mit derselben Auflösung haben wir DOOM 2016 getestet. Überraschenderweise ist die Arc-140V-iGPU hier etwas enttäuschend. Mit dem Ultra-Settings-Preset bekommen wir im Schnitt solide 60 FPS, ebenfalls auf 1080p. Wenn man alles auf Low stellt, erreicht man ca. 100 FPS.
Fortnite haben wir auch ausprobiert. Bei FullHD-Auflösung kommt das Game bei niedrigen Settings locker auf 120 FPS. Komischerweise startet Fortnite nach dem letzten Windows-Update nicht mehr, und wir haben bisher keine Lösung gefunden. Deshalb haben wir davon auch kein Videomaterial.
Das ThinkPad wird beim Zocken ziemlich warm, und wir haben Core-Temperaturen von bis zu 95° gesehen, wenn wir das Windows-Performance-Profil nutzen. Wir empfehlen, im Balanced-Mode zu bleiben, um Throttling und Lüfterlärm zu vermeiden.
Es scheint eventuell ein bisschen Treiber-Instabilität zu geben – die mittelmäßige Performance in Doom und Fortnite, das nicht starten will, sind Hinweise darauf – aber insgesamt ist die Gaming-Leistung sehr akzeptabel.
Anschlüsse & Konnektivität
An Anschlüssen hat es einiges. Es gibt 2 klassische USB-A-Ports, je einen auf jeder Seite, und 2 USB-C-Thunderbolt-4-Ports mit Lade- und Display-Output. Da das die einzigen Ladeanschlüsse sind, ist es schade, dass sie beide auf der linken Seite sind. Der DisplayPort-2.1-Output hat genauso funktioniert, wie er sollte, als wir ihn mit unserem Monitor verbunden haben.
Auf der linken Seite gibt’s außerdem einen SIM-Karten-Slot, aber ihr könnt auch eine E-SIM einrichten. Darüber könnt ihr mobil jederzeit ins Internet. Telefonieren kann man darüber leider nicht.
Die rechte Seite hat einen zusätzlichen HDMI-2.1-Port in voller Größe mit bis zu 4K-60Hz-Output und einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Ihr findet dort auch einen Kensington-Nano-Security-Slot für Diebstahlschutz. Ein SD-Kartenleser wäre hier natürlich nett, aber da es ein Business-Laptop ist, kann man das verschmerzen.
Akkulaufzeit
Ein 57-Wh-Akku ist für ein 14’’-Laptop ziemlich durchschnittlich, aber dank des effizienten Intel Chips könnt ihr hier deutlich mehr Laufzeit erwarten als bei früheren Generationen. In unserem YouTube-HD-Playback-Test hält das ThinkPad respektable 10 Stunden bei maximaler Helligkeit. Das Acer Swift 14 AI hielt im gleichen Test 20 % länger, und das Surface Pro 15 %.

Die Akkulaufzeit variiert stark je nach Konfiguration, aber ihr könnt davon ausgehen, dass jede für einen ganzen Arbeitstag bei normaler Nutzung reicht.
Kamera & Entsperren
Dieses ThinkPad hat eine der schärfsten Webcams, die wir je in einem Laptop gesehen haben. Selfies sind gestochen scharf bei 4K-Auflösung, und Videos können mit bis zu 1440p 30 FPS aufgenommen werden. Selbst Videocalls in dunkler Umgebung sind kein Problem. Wenn euch Privatsphäre wichtig ist, könnt ihr die Kamera mit einem Shutter auf der Notch komplett abdecken.

Windows Hello wird ebenfalls unterstützt, und die 3D-Gesichtserkennung sitzt direkt neben der Webcam. Alternativ könnt ihr es mit dem Fingerabdruck-Scanner auf der Tastatur entsperren. Beide Optionen funktionieren zuverlässig, und die Kamera erkennt sogar, wenn ihr wegschaut, um das Display automatisch zu dimmen.
Tastatur & Trackpad
Lasst uns über die berühmte ThinkPad-Tastatur sprechen. Sie ist gut. Die Tasten sind taktil, haben einen langen Hubweg und fühlen sich nicht matschig an wie bei vielen günstigeren Windows-Laptops. Ihr könnt stundenlang darauf tippen, ohne müde zu werden – genau das haben wir beim Schreiben dieses Tests gemacht.
In der Mitte der Tastatur findet ihr den ikonischen ThinkPad-TrackPoint. Auch wenn wir ihn nicht oft genutzt haben: Er hat viele Fans und ist ein schönes Design-Feature.

Die dedizierte Windows-Copilot-Taste neben der rechten Alt-Taste ist unser größter Kritikpunkt. Wenn man normal tippt und ein Sonderzeichen einfügen möchte, drückt man 3 von 10 Mal aus Versehen die Copilot-Taste. Das öffnet dann langsam ein AI-Chatbot-Menü, das nur nervt.
Es gibt zwei Trackpad-Optionen, zwischen denen ihr wählen könnt: entweder ein traditionelles ThinkPad-Trackpad mit 3 physischen Buttons für Links- und Rechtsklick und einen fürs Scrollen mit dem TrackPoint, oder ein haptisches Trackpad ohne Buttons. Unser Modell hat das haptische Trackpad, das sich sehr präzise und hochwertig anfühlt. Es könnte nur einen Tick größer sein.
Lesen: Die besten Tablets mit Tastatur im Test | 2025 Edition
Display
Das ThinkPad X1 2-in-1 kommt standardmäßig mit einem matten 1920x1200p-LCD-„Low-Power“-Display, und für einen Aufpreis könnt ihr auf ein OLED-Display upgraden. Das OLED hat 120 Hz statt 60, bessere Farben, Kontrast und eine 2.8K-Auflösung. Beide Displays kommen auf bis zu 500 Nits Spitzenhelligkeit.

Der Touchscreen funktioniert super. Alles reagiert schnell, und wir haben viel weniger Fingerabdrücke bemerkt als bei vielen Tablets, die wir getestet haben. Einziger Kritikpunkt: Windows 11 ist immer noch nicht wirklich für reine Touch-Bedienung optimiert, obwohl Microsoft eigenen Surface-Tablets baut. Programme wie Photoshop sind ebenfalls für Maus und Tastatur ausgelegt. Touch funktioniert bei Android und iPadOS also besser.
Unser Testgerät hat das OLED-Display, und wir finden es sehr schön. Dank einer Antireflexionsbeschichtung spiegelt es nicht so stark. Wir haben damit The Walking Dead auf Netflix unterwegs geschaut und das hat Spaß gemacht. Dunkle Szenen sind super immersiv, und HDR funktioniert auch klasse.
Mit dem OLED bekommt ihr auch längere Akkulaufzeit, wenn ihr den Dark Mode in Windows und allen Apps nutzt.
Lautsprecher
Was die Lautsprecher angeht, sind wir etwas enttäuscht. Sie werden ziemlich laut und der Klang ist okay, aber er ist längst nicht so detailreich oder bassstark wie bei einem älteren MacBook Pro. Der Sound kommt von unter der Tastatur und dem Gehäuse, was im Tablet-Modus zwar den Raum füllt, aber nicht so klar klingt wie nach vorne gerichtete Lautsprecher.
Bei jedem anderen Laptop würden wir das als mehr als okay bewerten. Aber hier zahlt ihr über 200o Euro, da darf man Spitzenklasse erwarten. Und das ist bei den Lautsprechern leider nicht der Fall.
Lesen: Lenovo Tab Plus Test: Wirklich der Audio-König unter den Tablets?
Lenovo Yoga Pen
Für einen kleinen Aufpreis legt Lenovo den Lenovo Yoga Pen dazu, und wir finden, das lohnt sich richtig. Auf dem großen Touchscreen könnt ihr schnell Notizen aufschreiben, ein Diagramm zeichnen oder auf einem digitalen Whiteboard zeichnen. Es ist eben ein Tablet und Laptop in einem Gerät.

Der Yoga Pen ist sehr präzise und funktioniert in Apps wie OneNote wunderbar. Aufgrund der Größe ist es aber deutlich sperriger als ein klassisches Tablet, das nicht gleichzeitig ein Laptop ist.
Fazit
Lenovos ThinkPad X1 2-in-1 Gen 10 ist ein schlankes und robustes Business-Notebook, das uns im Test sehr gefallen hat. Der Touchscreen funktioniert gut, die Performance ist stark, und Tastatur und Trackpad sind erstklassig. Es ist eines der besten Business-Laptops überhaupt. Nur die Lautsprecher sind etwas enttäuschend.

Ehrlich gesagt ist der größte Schwachpunkt aber der Preis. Ihr bekommt das Lenovo Yoga 7i 14’’ für einen deutlich günstigeren Preis und mit fast identischen Specs.
Aber wenn euch der Preis nicht abschreckt und ihr ein Premium-Gerät sucht, können wir das ThinkPad 2-in-1 auf jeden Fall empfehlen.
Eine größere Alternative ist das Samsung Galaxy Book5 Pro 360 mit S Pen, das wir auch getestet haben. Den Test solltet ihr euch als nächstes anschauen, wenn ihr euch ein Convertible kaufen möchtet.

Sehr robust und leicht
Hervorragende Tastatur und Trackpad
Scharfe WebCam
Solide Leistung und Akkulaufzeit
Lautsprecher enttäuschen
Teuer
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