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Testberichte

Lenovo Tab M10 Test: Ein unteres Mittelklasse-Tablet mit fast reinem Android

Lohnt es sich das Lenovo Tab M10 zu kaufen? In meinem Test erfahrt ihr, wie gut das Display, die Leistung, Software und Akkulaufzeit des Tablets sind.

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Das Lenovo Tab M10 ist ein unteres Mittelklasse-Tablet, zu dessen Highlights ein 10,1 Zoll FullHD-Display und fast reines Android 8.1 Oreo gehören. Es hat fast die gleiche interne Hardware wie das deutlich teurere Samsung Galaxy Tab A 10.5 und Lenovo Tab P10 – hat aber weniger Features. Dafür ist es mit aktuell ab 179 Euro deutlich günstiger. Lohnt sich das Tablet? Wie gut es wirklich ist, erfahrt ihr in diesem Lenovo Tab M10 Test.

Eines vorweg: Mittlerweile bietet Lenovo auch ein Lenovo Smart Tab M10 an. Tatsächlich sind das Smart Tab M10 und Tab M10 die gleichen Tablets. Beim Smart Tab M10 ist aber ein Lautsprecher-Dock mit Alexa dabei. Bei beiden liegt der UVP-Preis bei 199 Euro, doch ist das Tab M10 mit aktuell 179 Euro real etwas günstiger. Gut, beginnen wir den Test vom günstigeren Lenovo Tab M10.

Design und Verarbeitung

Lenovo Tab M10 Rückseite Design

Das Lenovo Tab M10 wird in den Farben schwarz und weiß angeboten. Wie bei dem Preis zu erwarten, besteht das Gehäuse komplett aus Kunststoff. Das Design sieht schick aus und ähnelt dem Lenovo Tab P10, dem teureren Bruder. Dort bekommen wir Metall und Glas. Nun, hier bekommen wir ein Kunststoffgehäuse, das aber stabil erscheint. Das Tablet ist 8,1mm dünn und bringt 480g auf die Waage.

Über dem Display sitzen eine 2-Megapixel Frontkamera und eine Status-LED. An der rechten Seite hat Lenovo einen normalen Kopfhöreranschluss und einen USB C 2.0 Port untergebracht. Darüber wird das Tablet auch aufgeladen. Unter dem USB Anschluss sitzt ein MicroSD-Kartenslot zur optionalen Speichererweiterung. Ganz unten gibt es einen Anschluss für ein Dock und links sitzen der Einschaltknopf und die Lautstärkeregler.

Lenovo Tab M10 Buttons

Auf der Rückseite ist eine 5-Megapixel Kamera untergebracht. Leider sind beide Kameras nicht sehr gut. Das ist üblich in dieser Preisklasse. Bei guten Lichtverhältnissen sind sie für Schnappschüsse und Videochats akzeptable. Aber richtig gute Fotos kann man mit den Kameras nicht machen.

Über dem Display sitzen nach vorne geneigt zwei Stereo-Lautsprecher. Die Soundqualität würde ich zwar als noch in Ordnung bezeichnen, aber richtig guter Ton wird nicht wiedergegeben. Es fehlt einfach ein ordentlicher Bass.

Display

Lenovo Tab M10 Review

Das Display des Lenovo Tab M10 ist 10,1 Zoll groß und hat eine FullHD-Auflösung mit 1920 x 1200 Pixeln. Ich sage immer, dass ich eine FullHD-Auflösung auf 10 Zoll für hochauflösend genug finde. Und das ist auch hier der Fall. Texte und Bilder sehen scharf genug aus.

Es ist ein IPS-Display mit weiten Blickwinkeln. Die Farbwiedergabe und der Kontrast sind in Ordnung. Genau das gilt auch für die Helligkeit. Es ist für Drinnen und Draußen im Schatten hell genug, nicht aber um es angenehm in direkter Sonne zu nutzen.

Lenovo bietet für das Tab M10 keinen aktiven Stift an. Das ist in dieser Preisklasse aber auch nicht üblich.

Lesen: Dies sind die besten Tablets für unter 300 Euro

Hardware und Performance

Lenovo Tab M10 Benchmarks

Das Lenovo Tab M10 erscheint standardmäßig mit einem Qualcomm Snapdragon 450 Octa-Core Prozessor. Je nach Version stehen dem 2GB oder 3GB RAM zur Verfügung, sowie ein 16GB oder 32GB großer Flash-Speicher. Wer möchte, kann das Tablet auch mit eingebautem LTE bekommen. Mein Testgerät ist die günstigste Ausführung mit 2GB RAM und 16GB Speicher. Ab Werk sind davon noch knapp über 8GB frei belegbar.

Wir kennen den Qualcomm Snapdragon 450 bereits von dem Lenovo Tab P10 und Samsung Galaxy Tab A 10.5, die beide etwas teurer sind. Da in den drei Tablets sehr ähnliche interne Hardware sitzt, fallen die Benchmark-Ergebnisse von Geekbench 4 und AnTuTu fast identisch aus. In Geekbench 4 erreicht es rund 770 und 3895 Punkte. Bei AnTuTu erreicht es eine Punktzahl von rund 70700.

An dieser Stelle sollte ich auch erwähnen, dass das preislich sehr ähnlich aufgestellte Huawei MediaPad T5 in den Benchmarks etwas besser abschneidet. Interessant ist auch, dass die Leistung dem älteren Lenovo Tab4 10 Plus ähnelt. Es lohnt sich also nicht zu updaten, wenn ihr den Vorgänger bereits habt.

Die Leistung ist im realen Einsatz für die meisten Aufgaben gut genug. So kann man das Betriebssystem selbst und Apps wie Chrome, YouTube oder Word angenehm flüssig nutzen. Ich habe auch Adobe Lightroom ausprobiert. Das funktioniert zwar, ist aber nicht ganz so flüssig wie bei teureren Tablets. Naja, das ist ja zu erwarten.

Mir ist auch aufgefallen, dass beim wechseln zwischen Apps es öfters mal vorkommt, dass eine App ganz neu startet, sie im Hintergrund also beendet wurde. Ich denke das liegt an den 2GB RAM meines Testgerätes. Das ist für die heutige Zeit relativ wenig. In dieser Preisklasse sind 2GB jedoch Standard. Wer viele Apps gleichzeitig nutzen möchte, dürfte mit der 3GB Version besser fahren.

Lenovo Tab M10 Spiele Test

Lenovo Tab M10 Spiele Test

In meinem Spiele-Test ist die Leistung insbesondere für einfache Spiele ausreichend. Shadow of Death läuft beispielsweise schön flüssig. Auch Assassins Creed Rebellion konnte ich ohne große Ruckler spielen. Das funktioniert ziemlich gut.

Ein weiteres Spiel, dass ich ausprobiert habe, ist PUBG Mobile. Und auch das kann man mit niedrigsten Grafikeinstellungen sehr solide spielen. Setzt ihr die Grafik auf balanced kann es aber insbesondere während Kämpfen zu kleineren Rucklern kommen. Genau das habe ich auch bei dem Egoshooter Shadowgun Legends beobachtet.

Wer möchte, kann auf dem Lenovo Tab M10 also durchaus das ein oder andere Spiel spielen. Und dazu gehören auch aufwändigere Games. Aber ein richtiges Spiele-Tablet ist es natürlich nicht. Bei anspruchsvollen Spielen müsst ihr die Grafikeinstellungen in der Regel auf niedrig setzen.

Software

Lenovo Tab M10 mit Android 8

Kommen wir zur Software und das ist eines der großen Highlights des Lenovo Tab M10. Auf dem Tablet läuft ab Werk Android 8.1 Oreo. Ob es jemals ein Update auf Android 9 Pie geben wird, weiß ich nicht. Positiv ist aber schonmal, dass mindestens ein Softwareupdate erschienen ist. Lenovo kümmert sich also zumindest etwas um die Software.

Richtig schön finde ich, dass Lenovo die Oberfläche von Android Oreo nur minimal angepasst hat. Wir bekommen hier fast reines Android und das ist sehr gut. Direkte Konkurrenten von Samsung, Huawei und Amazon haben sehr stark angepasste Oberflächen. Hier bekommen wir hingegen fast reines Google Android.

Einige zusätzliche Funktionen gibt es aber. So kann man in den Einstellungen auswählen, ob man den App-Drawer nutzen möchte oder nicht. Schön ist auch, dass man ein Tap-to-Wake Feature einstellen kann. Da wir hier keinen Fingerabdruckscanner haben, ist das nützlich.

Interessant ist auch der Produktivitätsmodus. Das ist eine Art Desktop-Oberfläche. Wenn man diesen Modus einschaltet, erscheint unten eine Taskleiste mit Apps und die Navigations-Buttons rutschen an die rechte Seite. Das sieht so ein bisschen mehr wie ein Desktop-Betriebssystem aus und es ist dann einfacher mit Tastatur und Maus zu arbeiten. So umfangreich wie Samsung-Dex ist diese Oberfläche aber nicht.

Lenovo Tab M10 zum Arbeiten

Über die Mehrfachnutzer-Funktion kann man auch einen Account für Kinder mit einer Kinderoberfläche einrichten. Da ich keine Kinder habe, kann ich schwer beurteilen, wie nützlich sowas wirklich ist. Viele Kinder kommen sicherlich mit normalem Android klar. Naja, der Kindermodus funktioniert, doch ist dort auch viel Werbung versteckt.

Positiv ist wieder, dass ab Werk nur sehr wenige Apps vorinstalliert sind. Es gibt einige Standard-Apps, sowie die von Google und Skype und Outlook von Microsoft. Mit der Dolby Atmos App kann man den Sound etwas anpassen. Netflix ist ebenfalls vorinstalliert.

Wo wir bei Netflix sind. Das Lenovo Tab M10 unterstützt nicht die nötigen DRM-Standards um Netflix in HD zu schauen. Genau das gleiche Problem haben auch das Samsung Galaxy Tab A 10.5 und das Lenovo Tab P10. Auf dem Huawei MediaPad T5 10 läuft Netflix hingegen in HD.

Akkulaufzeit

Lenovo Tab M10 Akku

Im Lenovo Tab M10 sitzt ein Akku mit einer Kapazität von 4850mAh. In meinem standardisierten Akku-Test hat das für eine Laufzeit von knapp über 8 Stunden gereicht. Für diesen Test lasse ich immer genau das gleiche HD-Video bei mittlerer Helligkeit und eingeschaltetem WLAN in einer Endlosschleife laufen.

Leider sind die knapp über 8 Stunden kein sehr gutes Ergebnis. Wie ihr in meinem Vergleich sehen könnt, bieten alle direkten Konkurrenten eine längere Laufzeit.

Wenn ihr das Tab M10 nur abends ein paar Stunden nutzt, kann es durchaus sein, dass ihr es nur alle zwei Tage aufladen müsst. Im Standby wird nicht viel Energie verloren, das ist gut. Aber trotzdem. Ideal ist die Akkulaufzeit nicht.

Lenovo Tab M10 Test Fazit

Lenovo Tab M10 mit Chrome

Das war mein Lenovo Tab M10 Test. Ist es ein gutes Tablet? Bedenkt man den Preis sind die Verarbeitung, das Display und auch die Performance gut. Das Display bietet eine FullHD-Auflösung und es ist für gängige Anwendungen leistungsstark genug. Besonders schön finde ich, dass wir hier fast reines Android bekommen. Genau das bieten nämlich die Konkurrenten allesamt nicht.

Schade ist hingegen, dass der Akku nicht länger hält und man Netflix nicht in HD schauen kann.

Trotzdem halte ich das Preis/Leistungsverhältnis für gut, denn mit aktuell 179 Euro ist es schön günstig. Empfehlen kann ich es dann, wenn ihr wenig Geld ausgeben möchtet und ein Tablet mit fast reinem Android sucht. Wie gesagt, genau das bietet die Konkurrenz nämlich nicht.

Werfen wir einen Blick auf einige mögliche Alternativen.

Ein direkter Konkurrent ist das Huawei MediaPad T5, das zu einem ähnlichen Preis sehr ähnliche Features bietet. Bei dem Tablet von Huawei bekommen wir eine Metallrückseite und eine etwas bessere Performance, aber auch eine etwas längere Akkulaufzeit. Dafür ist die Oberfläche sehr stark angepasst und wirkt im Vergleich zu Lenovo überladen.

Ähnliche Hardware aber zusätzliche Features bietet das Lenovo Tab P10. Der Prozessor ist der gleiche, es gibt standardmäßig aber mehr RAM und das Display ist heller. Beim P10 bekommen wir vier gute Lautsprecher und einen Fingerabdruckscanner. Auch hier hält der Akku länger und das Gehäuse wirkt hochwertiger. Je nach Angebot kostet es rund 100 Euro mehr.

Eine günstigere Alternative kann je nach Angebot das Amazon Fire HD 10 sein. Das hat eine längere Akkulaufzeit und standardmäßig mehr Speicherplatz, doch ist die Leistung etwas schwächer und es fühlt sich merkbar billiger an. Hier ist die Oberfläche wieder stark angepasst und der Google Play Store muss selbst installiert werden. Interessant ist es nur, wenn es im Angebot deutlich günstiger ist. Sonst würde ich aufgrund des reinen Androids eher das Lenovo Tab M10 nehmen.


7
Lenovo Tab M10
Lenovo Tab M10 Test: Das Lenovo Tab M10 bietet ein gutes 10,1 Zoll FullHD-Display, ein schickes Design und eine solide Performance, die für die meisten Apps ausreichend ist. Besonders schön ist, dass wir fast reines Android 8.1 Oreo bekommen, das schön schlank wirkt. Schade ist hingegen, dass die Akkulaufzeit sehr kurz ist. Features wie die Lautsprecher oder Kameras sind ebenfalls nicht sehr gut. Dafür ist das Lenovo Tab M10 sehr preiswert.
Positiv
  • Gutes FullHD-Display
  • Solide Performance
  • Schickes Design
  • Reines Android 8.1 Oreo
  • Relativ preiswert
Negativ
  • Kurze Akkulaufzeit
  • Schwache Lautsprecher

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