Testberichte
Huawei MatePad Pro Max Test: Geniale Hardware & KEINE Empfehlung?
Das Huawei MatePad Pro Max ist ein extrem flaches Android-Tablet mit 13,2″-OLED-Panel und spannenden Features. Wo sind seine Schwächen?
Huawei hat das modernste Tablet der Welt gebaut. Das MatePad Pro Max ist das dünnste und leichteste 13 Zoll Tablet auf dem Markt, es hat ein sehr schickes OLED-Display mit mattem Coating und die besten Tablet-Lautsprecher, die wir je getestet haben. Warum können wir es trotzdem nicht empfehlen?
In den letzten zwei Wochen haben wir stundenlang alles getestet, von Netflix-Streaming über Gaming und Arbeiten bis hin zum Fotografieren mit dem MatePad. Und es gibt einen sehr, sehr großen Haken, der das ganze Erlebnis fast unbrauchbar gemacht hat. Legen wir los.
Display und Lautsprecher
Beim MatePad Pro Max fließt das meiste Budget ganz klar ins Display. Es ist ein riesiges, 13,2 Zoll großes OLED-Panel mit Top-Ausstattung. Es hat 144 Hz Bildwiederholrate, eine 3K-Auflösung und wird bis zu 1600 Nits hell. Damit ist es locker hell genug für draußen.

Ein weiterer Faktor trägt zur Sichtbarkeit im Freien und auch in Innenräumen bei: Eine matte Beschichtung. Das ist ein optionales Upgrade, das ihr für das Tablet bekommen könnt und das praktisch alle Spiegelungen und Reflexionen vom Display verschwinden lässt. Selbst wenn ein helles Licht direkt aufs Display scheint, kann man gut alles erkennen. Der einzige Nachteil ist, dass die Pixel minimal, aber wirklich nur ganz minimal weniger scharf aussehen als auf einem vergleichbaren glossy Display. Aber wir finden, hier überwiegen die Vorteile. Außerdem sorgt diese Oberfläche für mehr Widerstand beim Stift, dazu später mehr.
Das MatePad Pro hat unserem Test nach das beste Lautsprecher-Setup aller aktuellen Tablets. Es hat sechs Stereolautsprecher und die sind klar, haben jede Menge Bass und werden auch richtig laut. Es grenzt fast an ein Wunder, dass so raumfüllende Lautsprecher in das dünne Gehäuse des MatePad Pro Max passen. Zusammen mit dem Display macht das das MatePad besonders gut geeignet für Filme und Serien.
Design und Verarbeitung
Es ist außerdem eines der optisch beeindruckendsten Tablets überhaupt. Es ist ein Unibody-Aluminiumgehäuse und mit 4,7 mm sehr, sehr dünn. Gleichzeitig ist es mit 499 Gramm für so ein großes Tablet sehr leicht.

Die Front des Tablets hat rundum dünne und gleichmäßige Ränder. Das geht über in sanft abgerundete Ecken und Seiten mit einem glänzenden, metallischen Finish und der strukturierten Metallrückseite. In der oberen rechten Ecke sitzt ein runder Kamerabuckel, der die Hauptkamera und den LED-Blitz beherbergt. Wir finden es richtig schick und das Design ist echt Spitzenklasse.

Der USB-C-Ladeanschluss sitzt auf der rechten Seite. Es ist ein USB-3.2-Port, ihr könnt also ein HDMI-Signal ausgeben, um euren Bildschirm auf einen Beamer oder Fernseher zu spiegeln. In der oberen linken Ecke sitzen die Lautstärkewippe und der Power-Button. Unten gibt es einen integrierten Fingerabdrucksensor. Er funktioniert in 90 Prozent der Fälle, braucht aber gelegentlich einen zweiten Versuch zum Entsperren.
Stift
Der Huawei M-Pencil Pro ist auf den ersten Blick eine Kopie des Apple Pencil Pro. Er kommt in fast der gleichen Verpackung, sieht gleich aus und fühlt sich in der Hand auch ziemlich genauso an. Er hat ebenfalls Neigungserkennung und die Squeeze-Funktion und das sind ja auch klasse Features.

Der M-Pencil Pro kommt ab Werk mit drei verschiedenen Stiftspitzen, die sich in Härte und Material unterscheiden. Ihr könnt euch aussuchen, welche ihr zum Schreiben oder Zeichnen lieber mögt. Außerdem fühlt sich das Schreiben auf dem Display des MatePad einfach viel natürlicher und papierartiger an als auf einem iPad oder Galaxy Tab, und zwar wegen der weicheren Stiftspitzen und der matten Displaystruktur. Das ist wirklich schön.
Allerdings gibt es beim M-Pencil Pro minimal mehr Lag als beim Apple Pencil Pro. Wie viel Druck beim aufs Displaydrücken registriert wird, erschien uns außerdem ein bisschen inkonsistent. Und diagonale Linien sind nicht immer so glatt, wie sie sein sollten.

Huawei Notes ist eine solide vorinstallierte Notiz-App, die so ziemlich alles macht, was ihr von einer Premium-Notiz-App wie Samsung Notes erwartet, und uns sind bisher keine fehlenden Funktionen aufgefallen. Und die vorinstallierte Zeichen-App GoPaint ist auch klasse. Es gibt nicht viele gute Zeichen-Apps auf Android, und GoPaint ist genau das, was ihr für digitale Kunst haben wollt. Es ist eine wirklich gute App, die für Einsteiger nicht zu überladen ist.
Insgesamt ist das MatePad Pro Max ein richtig gutes Tablet zum Zeichnen, aber es gibt eben noch ein paar kleine Inkonsistenzen beim M-Pencil, die den Apple Pencil und ein iPad Air oder Pro für ernsthafte Künstler zur besseren Wahl machen.
Specs, Performance und Benchmarks
Soweit so gut. Aber wie ihr wahrscheinlich wisst, darf Huawei keine Qualcomm- oder Mediatek-Chips in ihren Tablets verwenden und außerdem nicht die neuesten Fertigungstechnologien nutzen. Der Kirin-T93-Pro-Prozessor, der im MatePad steckt, kann es also nicht mit dem neuesten Snapdragon oder dem Apple M5 aufnehmen.
Der Kirin T93 Pro ist eine CPU mit neun Kernen und 14 Threads. Hier steckt also etwas Hyperthreading-Technologie drin, die man sonst eigentlich nur bei Desktop-Chips findet. Dazu kommen 12 GB schneller RAM und in der Basis 256 GB Speicher. Den könnt ihr gegen Aufpreis auf 512 GB erweitern.
Insgesamt fühlt sich die Performance des MatePad schnell an. Apps starten flott, Multitasking läuft ohne Ruckler und das Tablet bleibt selbst beim Gaming relativ kühl. Ehrlich gesagt ist es schon überraschend, wie schnell und reaktionsfreudig das Tablet ist, ohne Zweifel dank der Software-Optimierungen von Huawei.

Vergleichen wir das MatePad also mithilfe von Benchmarks mit der Konkurrenz. In Geekbench 6 ist das MatePad deutlich langsamer als andere Premium-Tablets. Das iPad Air M4 ist im CPU-Single-Core 104 Prozent schneller und im Multi-Core 112 Prozent. Auch das Galaxy Tab S11 Ultra ist stärker, im Single-Core 50 Prozent und im Multi-Core 40 Prozent schneller. Damit liegt das Huawei MatePad auf dem Niveau eines Mittelklasse-Android-Tablets wie dem Xiaomi Pad 8.

Im Grafiktest 3DMark Wild Life Extreme schlägt sich das MatePad Pro Max ganz ordentlich. Das iPad Air ist hier ganze 173 Prozent schneller, das Tab S11 Ultra 135 Prozent. Das normale iPad 11 ist in diesem Benchmark allerdings gleichauf. Und für anspruchsvolle Spiele ist es schnell genug.
Gaming
Leider übersetzen sich die ordentlichen Benchmark-Ergebnisse nicht wirklich in Gaming-Performance, wahrscheinlich weil sich die meisten Entwickler nicht die Mühe machen, für so einen Nischen-Prozessor zu optimieren. In Fortnite seid ihr auf ein Limit von 30 FPS festgenagelt, egal welche Einstellungen ihr wählt. Wir sind sicher, dass das Tablet besser abschneiden könnte, wenn es kein FPS-Limit gäbe.

In Delta Force sieht es deutlich besser aus, hier können wir das Spiel mit makellosen 60 FPS im Exquisite-Preset laufen lassen. Trotzdem gibt es keinen 120-FPS-Modus wie bei den meisten Android-Gaming-Tablets.
Minecraft hat ein anderes Problem: Hier könnt ihr das Spiel mit konstant über 100 FPS laufen lassen, aber die schicken Grafikoptionen, die sonst auf fast allen Android-Tablets zur Verfügung stehen, lassen sich hier nicht aktivieren. Ernsthaftes, kompetitives Gaming werdet ihr auf einem Huawei-Tablet also klar nicht betreiben. OnePlus, Xiaomi und Samsung bieten dafür deutlich bessere Alternativen.
Software
Der mit Abstand größte Nachteil bei jedem Huawei-Tablet ist das Fehlen jeglicher Google-Dienste ohne komplizierte Workarounds. Es nützt euch das beste Tablet-Display der Welt nichts, wenn ihr darauf kein YouTube oder Netflix schauen könnt. Das ist das größte Problem.
Schon beim ersten Start des Tablets werdet ihr direkt von einer Reihe gesponserter, vorinstallierter und vorgeschlagener Apps begrüßt. Das sollte es auf einem Flaggschiff eigentlich nicht geben.

Und ihr müsst direkt in die Huawei App Gallery, um MicroG, den Aurora Store und GBox zu installieren. Die müsst ihr einrichten, um Google-Dienste nutzen und Apps über den Play Store installieren zu können. Und selbst wenn ihr das gemacht habt, besteht immer noch die Chance, dass einige Apps weitere Anpassungen oder Workarounds brauchen. YouTube steckt zum Beispiel bei FHD fest, egal was wir probiert haben, und Netflix erkennt die Widevine-L1-Zertifizierung nicht, die für HD-Wiedergabe nötig ist. Vermutlich gibt es mögliche Workarounds aber ihr werdet vermutlich ein bisschen experimentieren müssen, bis eure korrekt Apps laufen.
Es gibt noch ein paar weitere Software-Probleme, etwa den fehlenden Display-Erweiterungsmodus für externe Monitore und Fernseher, und auch kein offizielles Software-Support-Versprechen. Allgemein ist die Software-Situation einfach ein Chaos, auch wenn das meiste davon nicht Huaweis Schuld ist.
Tastatur Cover
Die Huawei Glide Keyboard ist im Grunde eine bessere, leichtere und hochwertigere Version des Apple Magic Keyboard, mit ähnlichen Stärken und Schwächen. Damit wird das MatePad praktisch zum Laptop. Klar, die Blickwinkel sind stark eingeschränkt, und ihr könnt die Tastatur nicht von der Rückseite trennen. Aber die Tastatur ist großartig, mit die beste auf dem Tablet Markt. Ihr könnt sie tatsächlich auch auf dem Schoß nutzen, genau wie einen Laptop. Und sie kippt nicht um wie die iPad Tastaturen es auf dem Schoß tun.

Die Glide Keyboard wird über drei magnetische Pogo-Pins an der Rückseite des Tablets befestigt und verbindet sich per Huawei NearLink. Zugeklappt funktioniert sie als Schutzhülle. In der Mitte der Tastaturrückseite gibt es eine Stifthalterung für den kompatiblen Huawei-Stift, ein netter Touch. Wir haben einen guten Teil dieses Tests tatsächlich mit der Glide Keyboard geschrieben, und das hat uns richtig Spaß gemacht. Wir wünschten uns nur, die Google-Workspace-Apps würden direkt ohne zusätzliche Konfiguration funktionieren! Sonst könnten wir uns gut vorstellen, unseren Laptop fürs Arbeiten durch dieses Tablet zu ersetzen.
Akkulaufzeit
Das Pro Max kommt mit einem relativ kleinen 9760-mAh-Akku, der mit 66 Watt schnell lädt. Huawei hätte wahrscheinlich eine deutlich größere Zelle ins Pro Max packen können, wenn sie nicht versucht hätten, das dünnste Tablet der Welt zu bauen.

Bei der Akkulaufzeit hält das MatePad 6 Stunden und 18 Minuten durch, wenn wir ein YouTube-Video bei voller Helligkeit in einer Endlosschleife laufen lassen. Das ist ein ziemlich schwaches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass das Samsung Galaxy Tab S11 Ultra im selben Test 14 Stunden durchhält, und das hat auch ein helles OLED-Display.
In der Praxis fühlt sich der Akku des MatePad Pro Max etwas besser an, weil ihr das Display ja nicht die ganze Zeit auf maximaler Helligkeit habt. Aber es gibt hier definitiv noch viel Luft nach oben.
Kameras
Das ist bei Tablets normalerweise kein Highlight, aber die Kameras des MatePad sind für ihre Klasse wirklich gut. Es hat eine 50-MP-Hauptkamera und eine 12-MP-Selfiekamera, und beide können Videos in 4K mit 30p aufnehmen. Die Fotos, vor allem mit der Hauptkamera, sind bei gutem Licht richtig scharf. Ihr könnt sogar in den Pro-Kameramodus gehen und damit RAW-Bilder aufnehmen, wenn ihr wollt. Aber auch Selfies sind scharf. Videos haben eine solide Qualität, sind stabil und kommen gut mit Lichtwechseln zurecht, also perfekt für Videocalls.
Fazit
Wir haben es schon beim letzten Test des Huawei MatePad 11.5 S gesagt, und wir sagen es wieder. Das MatePad Pro Max ist ein großartiges Tablet mit einigen wirklich bahnbrechenden Features. Es ist verrückt dünn und super leicht. Das 13,2 Zoll große matte OLED-Display und die exzellenten Lautsprecher machen es klasse für Filme und Serien, weshalb es so schade ist, dass Netflix nur in 480p läuft und YouTube bei FHD feststeckt. Auch wenn das meiste davon nicht Huaweis Schuld ist, macht es uns einfach schwer, ihre Tablets zu empfehlen.

Davon abgesehen stellt sich auch die Frage, wie lange das Tablet Updates bekommt. Und es besteht immer die Chance, dass eure Lieblings-Apps hier einfach komplett den Dienst verweigern. Ihr müsst wirklich genau wissen, worauf ihr euch einlasst.
Das heißt aber nicht, dass es für dieses Gerät keinen Markt gibt. Wenn ihr euch mit Technik auskennt und bereit seid, für diese Einschränkungen Workarounds zu finden, oder wenn ihr es gezielt auf das matte OLED-Display und den M-Pencil für digitale Kunst abgesehen habt, ist das MatePad Pro Max eine hervorragende Wahl. Schließlich müsstet ihr für ein iPad Pro 13 Zoll mit Nano-Texture-Display deutlich mehr hinblättern.

Wenn ihr euch für ein Huawei-Tablet interessiert, das nicht komplett das Konto sprengt, solltet ihr unbedingt unseren Test zum MatePad 11.5 S anschauen. Es unterstützt ebenfalls den Huawei M-Pencil Pro und hat das gleiche PaperMatte-Coating wie das Pro Max, kostet aber deutlich weniger.

Schönes mattes OLED-Display
Extrem dünn und leicht
Exzellenter Stift und Tastatur
Kraftvolle Lautsprecher
Google-Dienste nur mit Workarounds
Unklarer Support-Zeitraum
Bloatware
Unterdurchschnittliche Performance
Schwache Akkulaufzeit
-
Das Beste2 Monaten agoDie 10 besten großen Tablets mit großem Display im Test | 2026 Edition
-
Das Beste1 Monat agoDie besten Apple iPad Alternativen | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten Tablets fürs Studium im Test | 2026 Edition
-
Das Beste1 Monat agoDie besten Tablets mit OLED-Display | 2026 Edition
-
Das Beste1 Monat agoDie besten Tablets mit 5G, 4G, LTE und SIM-Kartensteckplatz | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten Gaming Tablets zum Spielen im Test | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten iPads: ALLE iPads im Test & Vergleich | 2026 Edition
-
Das Beste2 Monaten agoDie besten iPads für Studenten für die Uni im Test | 2026 Edition
