Testberichte
Huawei MatePad 11.5 S 2026 Test: Samsung-Killer mit RIESEN Problem
Das Huawei MatePad 11.5 S könnte perfekt sein, ist es aber leider nicht. Warum, das erfahrt ihr in unserem Test zum neuen PaperMatte-Tablet.
Hier haben wir die brandneue 2026 Edition des Huawei MatePad 11.5 S mit PaperMatte Display für 399 Euro. Wir wollten herausfinden, ob Huawei Tablets trotz des Google-Verbots noch einen Sinn machen, ob man mit den Kompromissen leben kann, und ob es überhaupt zu etwas taugt.
Dafür haben wir es einen Monat lang getestet, es als Notizbuch benutzt, Videos und Filme gestreamt und mit dem M Pencil Pro gezeichnet. Dabei haben wir festgestellt, dass es für manche ein herausragendes Tablet ist, richtig gut. Für andere aber eine komplette Geldverschwendung.
Display und Lautsprecher
Das absolute Highlight ist der Bildschirm. Tut euch selbst einen Gefallen und holt euch das PaperMatte-Display, selbst wenn es ein bisschen mehr kostet. Die matte Beschichtung eliminiert fast alle nervigen Spiegelungen, die man von glänzenden Displays kennt, ohne dass Farben oder Kontrast darunter leiden. Außerdem gibt es dem Stylus etwas mehr Widerstand, wodurch sich das Schreiben viel natürlicher anfühlt.

Das eigentliche Display unter der PaperMatte-Beschichtung ist ebenfalls hervorragend. Es ist ein 1800p LCD-Panel mit geschmeidigen 144 Hz. Klar, jedes OLED-Tablet hat bessere Kontraste und tieferes Schwarz. Das heißt, das Samsung Galaxy Tab S11 sieht bei Netflix besser aus, ist aber auch viel teurer.

Das Display des MatePad ist fast so hell wie die 600 Nits des Samsung Galaxy Tab S10 FE+, aber dank der matten Oberfläche schlägt es sich im Sonnenlicht viel besser. Wir konnten tagsüber draußen zeichnen, ohne dass die Augen müde wurden.
Zum tollen Display gesellen sich vier Lautsprecher, die wirklich beeindrucken. Sie sind laut, basslastig und klingen viel angenehmer als die beim Xiaomi Pad 7. Bessere Lautsprecher findet ihr zwar beim iPad Pro oder Galaxy Tab S11 Ultra, aber diese Geräte kosten auch weit über 1000 Euro.
Stylus
Huaweis M-Pencil Pro kommt in einer Verpackung daher, die der des Apple Pencil Pro verdächtig ähnlich sieht.

Wir waren echt positiv überrascht, dass der Stift mit dem Apple Pencil Pro mithalten kann – und zwar Feature für Feature. Er hat Neigungserkennung für Schattierungen, eine präzise Druckempfindlichkeit und sogar ein integriertes Gyroskop, um den Pinsel in unterstützten Apps durch Drehen zu steuern. Der Stift haftet magnetisch oben rechts am Tablet zum Laden und verbindet sich über Huaweis eigene NearLink-Technologie.
Es gibt einen Button auf der Rückseite des Stifts, der standardmäßig die Notizen-App öffnet, und eine Druck-Geste, die ein anpassbares Menü mit Schnellzugriffen aufruft. Quasi wie bei Apple und das funktioniert ebenfalls super.
Wir finden auch klasse, dass der M-Pencil Pro mit drei verschiedenen Spitzen geliefert wird, die sich in Härte und Material unterscheiden. Alle drei sind klasse und bieten ein ganz eigenes Gefühl. Aber egal welche Spitze ihr nehmt: Dank des texturierten Displays fühlt sich das Schreiben auf dem Huawei-Tablet viel weicher an als auf einem iPad oder Galaxy Tab.

Huaweis vorinstallierte Notizen-App und die GoPaint-Zeichen-App sind tatsächlich sehr gut designt und voller nützlicher Funktionen. Die Notizen-App macht bei den Grundlagen alles richtig und fühlt sich wie ein echter Konkurrent zu Samsung Notes an. Die GoPaint-App ist ebenfalls sehr ausgereift und unterstützt hohe Auflösungen, Ebenen und Funktionen wie Animationen.

Unserer Meinung nach ist das MatePad 11.5 S eines der attraktivsten Zeichentablets auf dem Markt und zieht bei Features und Stift-Qualität mit Apple und Samsung gleich. Natürlich haben iPads immer noch die Nase vorn, wenn ihr für eure Arbeit spezifische Apps wie Procreate braucht. Aber wir sind echt überrascht, wie gut der Stift ist.
Software, Support und Workarounds
Doch kommen wir zum großen Nachteil: Anders als die meisten Android-Tablets kommt das Huawei ohne vorinstallierte Google-Dienste.
Statt des Google Play Stores gibt es Huaweis eigenen App-Store. Leider fehlen dort Google-Apps und andere wichtige Dienste wie WhatsApp.
Es gibt aber verschiedene Wege, die zum Laufen zu bringen. Beispielsweise mit MicroG. Das ist eine Open-Source-Alternative zu den Google Play Services, die sich auf Datenschutz fokussiert und sogar von der Bundesregierung gefördert wurde. Sie reduziert die Daten, die ihr an Google sendet, auf ein Minimum.

Installiert ihr aus dem Huawei App Store dann den Aurora-Store, könnt ihr Google Apps installieren und die funktionieren dann genau so, wie sie sollen.
Netflix in HD-Auflösung zum Laufen zu kriegen, ist auch so eine Sache. Das MatePad unterstützt zwar Widevine L1, aber ihr müsst den richtigen Google-Emulator finden und in den Einstellungen herumspielen, um eine Streaming-Qualität über 480p zu bekommen.
Wir haben gut 40 Minuten gebraucht, um zu verstehen, wie wir jede App mit MicroG und AuroraStore zum Laufen kriegen. Das ist schon kompliziert und wir können das Tablet deswegen nur empfehlen, wenn ihr kein Problem damit habt, ein bisschen herumzuexperimentieren und euch das Spaß macht.
Wenn ihr ein Tablet haben möchtet, das einfach funktioniert, solltet ihr euch von Huawei Tablets derzeit fernhalten.
Hardware und Performance
Das neue MatePad nutzt Huaweis eigenen Kirin T92C 6-Kern-Prozessor. Das ist ein Upgrade zum Kirin 9000WL aus dem MatePad 2025. Obwohl es nur 6 Kerne sind, kann das neue MatePad dank Huaweis Hyperthreading-Technologie 9 Threads gleichzeitig bearbeiten. Das hilft bei der Multi-Core-Performance.

Der Arbeitsspeicher liegt jetzt bei 12 GB, und der Speicher startet bei 256 GB und geht hoch bis 512 GB. Das ist für die meisten mehr als genug, aber es gibt keinen MicroSD-Slot zur Speichererweiterung.
Wir hatten Bedenken wegen möglicher Leistungsprobleme, da Huawei in China nur auf ältere, technisch veraltete Fertigungsprozesse zugreifen kann. Aber überraschenderweise fühlt sich das Tablet beim Browsen trotzdem sehr schnell an.

Schauen wir uns die Leistung in Benchmarks genauer an. In Geekbench 6, einem CPU-Test, erreicht das MatePad 11.5 S im Single-Core fast die gleiche Punktzahl wie das Lenovo Idea Tab Pro und liegt im Multi-Core nur 12 % dahinter. Das bedeutet auch, dass es in diesem Test genauso schnell ist wie das Samsung Galaxy Tab S10 FE. Das ähnlich bepreiste Xiaomi Pad 7 ist jedoch im Single- und Multi-Core-Bereich 30 % schneller. Und das iPad 11 ist im Single-Core sogar 80 % schneller.

Wir haben den Wildlife Extreme Test von 3DMark durchgeführt, um die GPU-Leistung zu messen, was für Gaming wichtig ist. Das MatePad ist hier 10 % schneller als das Galaxy Tab S10 FE, liegt aber 40 % hinter dem Lenovo Idea Tab Pro. Das iPad 11 ist auch in diesem Test 85 % schneller. Offensichtlich kann der Kirin 92C Prozessor nicht mit modernen Flaggschiff-Prozessoren mithalten, schlägt sich aber gut gegen andere Mittelklasse-Android-Tablets.
Gaming
Obwohl das neue MatePad in den Benchmarks okay abschneidet, könntet ihr Probleme haben, eure Lieblingsspiele zum Laufen zu bringen, da der Prozessor bei vielen Titeln Kompatibilitätsprobleme hat. Fortnite zum Beispiel startet zwar, zeigt aber einen Grafikfehler und stürzt ab, sobald man versucht, ein Match zu starten.
Einfachere Spiele wie Brawl Stars und Clash Royale laufen einwandfrei, Clash Royale bietet sogar 120 FPS. Aber das ist keine große Überraschung. Auch Roblox braucht nicht viel Rechenleistung und läuft perfekt, egal welche Map oder welchen Spielmodus wir ausprobiert haben.

Wir hatten keine großen Hoffnungen für Genshin Impact, aber das MatePad schafft tatsächlich flüssige 60 FPS bei maximalen Grafikeinstellungen. Und ganz ehrlich, die vier Lautsprecher und das schöne Display machen das zu einem tollen Erlebnis.

Der letzte Titel, den wir getestet haben, ist Delta Force. Leider kann man in diesem Spiel nur 30 FPS bei niedrigen Einstellungen auswählen. Das Tablet liefert sehr flüssige 30 FPS, und wir sind sicher, es könnte das Spiel besser darstellen, wenn es dürfte. Andere Tablets wie das Xiaomi Pad 7 fühlen sich bei diesem Titel besser an.
Insgesamt ist das Huawei MatePad nicht wirklich ein Gaming-Tablet, bietet aber für den Preis eine akzeptable Gaming-Leistung. Das Xiaomi Pad 7 ist jedoch die bessere Wahl für ernsthafte Zocker. Es ist momentan günstiger und hat einen Snapdragon-Prozessor, was bessere Kompatibilität und Optimierung in anspruchsvollen Spielen wie Fortnite bedeutet. Hardcore-Gamer sollten auch das OnePlus Pad 3 in Betracht ziehen.
Akkulaufzeit
Das MatePad 11.5 S verfügt über einen durchschnittlich großen 8800 mAh Akku, der mit 40 Watt lädt. In unserem YouTube-Dauer-HD-Video-Test hält es bei maximaler Helligkeit 6 Stunden und 15 Minuten durch. Das iPad 11 schafft in diesem Test nur 5 Stunden, das Galaxy Tab S10 Lite hält volle 8 Stunden. Die Akkulaufzeit könnte definitiv besser sein.

Unserer Erfahrung nach ist die Akkulaufzeit aber mehr als gut genug für die Arbeit und für Notizen schreiben an einem langen Tag.
Design und Features
Das Gehäuse des MatePad 11.5 S besteht komplett aus Aluminium und fühlt sich exzellent an. Es wiegt stolze 532g und die Kanten und Ecken sind abgerundet. Ihr könnt das Tablet in Grün oder Space-Grey bekommen. Wenn ihr es im Bundle mit der Tastatur kauft, kommt das grüne Tablet mit einer weißen magnetischen Tastatur.

Auf der Rückseite befindet sich der kleine Kamerabuckel mit einem einzigen Sensor und einem LED-Blitz. An den linken und rechten Seiten sieht man die Aussparungen für die vier Lautsprecher. Der Power-Button ist oben links an der Ecke und die Lautstärkewippe direkt daneben. Ganz unten befinden sich die drei Pogo-Pin-Anschlüsse für das offizielle Huawei Tastatur-Cover.
Das Tablet wird über USB-C von der rechten Seite geladen, und wir waren überrascht, dass der Anschluss tatsächlich USB 3.0 ist und sogar Videoausgabe unterstützt. Ihr könnt also einen externen Monitor oder Fernseher an das Tablet anschließen, was für diesen Preis eine weitere Seltenheit ist.

Schade ist nur, dass es nicht gegen Wasser und Staub geschützt ist. Samsungs S10 FE bietet dagegen eine IP68-Zertifizierung.
Kameras
Das MatePad hat eine 8-MP-Frontkamera und eine 13-MP-Rückkamera, die beide gut genug sind.
Tastatur-Cover
Kommen wir zur Tastatur. Genau wie der Stylus verbindet sie sich kabellos über NearLink mit dem Tablet und hat einen eigenen Akku, sodass ihr die Tastatur auch getrennt vom Tablet nutzen könnt. Geladen wird sie über die Pogo-Pins an der Unterseite des Tablets.
Auf der Tastatur lässt es sich gut tippen. Das Ganze fühlt sich mit dem lederartigen Finish hochwertig an, ist leicht und die Tasten haben einen guten Hub. Natürlich gibt es schickere Tablet-Tastaturen mit vollwertigen Trackpads, wie Apples Magic Keyboards oder das vom OnePlus Pad 3, aber die kosten auch viel mehr. Die Tastatur des MatePads reicht völlig aus und ist für den Preis gut.
Ist das Huawei MatePad 11.5 S also ein Flop?
Ganz klar, das Huawei MatePad 11.5 S 2026 ist nichts für jeden. Die Google Apps zu installieren ist für viele viel zu kompliziert und es gibt keine Garantie, dass all eure Lieblingsapps und vor allem Lieblingsspiele auch funktionieren. Ein iPad 11, Xiaomi Pad 7 oder Samsung Galaxy Tab S10 FE sind einfacher zu bedienen.

Für manche kann es aber eine richtig spannende Wahl sein. Die Verarbeitungsqualität, die Lautsprecher, aber vor allem das PaperMatte-Display und der Stylus sind deutlich besser als das, was man normalerweise für 400 Euro bekommt. Wenn diese Features für euch wichtig sind und ihr bereit seid ein bisschen zu basteln, können wir das MatePad 11.5 S vorsichtig empfehlen.
Bevor ihr irgendwas kauft, schaut euch auch unsere Bestenliste mit den besten Android Tablets an, die ihr derzeit kaufen könnt. Dort stellen wir unsere Testsieger in allen Preisklassen vor.

Hervorragendes mattes Display
Toller Stylus
Solide Verarbeitungsqualität
Preiswert
Kein nativer Google-Support
Komplizierte Einrichtung
Mittelmäßige Leistung
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