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Burn-in bei OLED-Displays – Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Keine Angst vorm OLED-Burn-In! Mit unseren Tipps müsst ihr euch nie wieder Sorgen vor dem Einbrennen von OLEDs machen, es sei denn, ihr ruiniert euer Panel unwissentlich, indem ihr einige fatale Fehler begeht.

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Symbolbild Burn-In bei einem OLED-Display

OLED-Panels sind hell, brillant und florieren auf dem Tablet-Markt.

Ihr findet sie in den Flaggschiffen der Samsung Galaxy Tab S9-Serie. Auch die nächste iPad Pro Generation von Apple wird höchstwahrscheinlich mit hochwertigen OLEDs ausgestattet sein.

Aber was, wenn euer tausend Euro teures Gerät durch den gefürchteten OLED-Burn-in plötzlich nur noch Schrott wert ist?

Wie sieht ein OLED-Burn-in aus?

Wenn ihr zu einem Konzert oder in einen Club geht, werdet ihr vermutlich einen Stempel auf euer Handgelenk bekommen, mit dem ihr später an der Tür zeigen könnt, dass ihr Gast seid und bereits gezahlt habt. Nach der Veranstaltung wascht ihr den Stempel mit Seife ab, aber meist bleibt er am nächsten Tag trotzdem noch zu erkennen. So ähnlich verhält es sich mit dem Burn-in bei OLED-Displays.

Ein Burn-in oder auch Einbrennen bei OLEDs äußert sich durch bleibende Geisterbilder oder Verfärbungen auf einem Display, auf dem über einen längeren Zeitraum statische Bilder angezeigt werden, z. B. im Bereich der Taskleiste eines als Desktop-Monitor verwendeten Tablets. Das können auch App-Symbole, Logos, Banner und andere Elemente sein, die das Display überlagern.

Wenn z. B. das Logo eines Fernsehsenders ständig an der gleichen Stelle angezeigt wird, kann in diesem Bereich ein Schatten des Logos zurückbleiben, auch wenn andere Inhalte angezeigt werden.

Altersschwäche bei OLEDs lässt sich nicht vermeiden, Burn-In hingegen schon

Die Produkttester der kanadischen Website RTINGS.com (siehe Screenshot oben) haben einen intensiven Test zum Thema Burn-in bei OLED-Panels mit zwei Versuchsreihen über einen längeren Zeitraum durchgeführt (Video unten eingebettet).

Beim ersten Test unter Extrembedingungen liefen die Fernseher kontinuierlich mit statischen Inhalten, um das generelle Einbrennpotenzial zu ermitteln. Der zweite Test simulierte die reale Nutzung, bei der der Fernseher täglich 20 Stunden lang in fünfstündigen Blöcken mit unterschiedlichen Inhalten lief, um das Risiko von OLED-Burn-in zu ermitteln.

Sie kamen zu dem Schluss, dass bei den meisten Zuschauern, die in der Regel verschiedene Sender und unterschiedliche Inhalte schauen, das Risiko des Einbrennens bei OLED-Displays gering ist.

Unter normalen „menschlichen“ Sehbedingungen zeigten OLED-Fernseher im Laufe der Zeit wenig bis gar keine Anzeichen von Einbrennen. Allerdings wurden bestimmte Szenarien identifiziert, bei denen ein Burn-in auftreten kann. Begünstigt wird das Einbrennen von OLEDs vor allem durch die Anzeige statischer Inhalte mit hellen, gesättigten Farben (z. B. Senderlogos oder HUDs in Videospielen).

In der Tat war das Thema Burn-in bei OLED-Panels früher mal ein Problem. Wir sprechen hier allerdings über eine Zeit, die mittlerweile gut 10 Jahre zurückliegt, als OLED-Geräte Probleme mit dem Einbrennen von Inhalten hatten. In letzter Zeit haben wir diesbezüglich nichts mehr von Problemen bei Tablets oder Handys gehört.

Dennoch werdet ihr bei OLED-Panels mit steigender Nutzungs- und Lebensdauer garantiert eine Verschlechterung erleben. Ob es auch zu einem Burn-in kommt, bleibt aber fraglich.

Dass OLED-Panels im Laufe der Zeit merklich abdunkeln, ist eine unvermeidliche Folge der inhärenten Eigenschaften der Technologie, bei der sich organische Verbindungen in den Pixeln mit der Zeit abbauen, was zu einem Helligkeitsverlust in jedem einzelnen Pixel führt.

Jedes Mal, wenn ihr euren OLED-Bildschirm benutzt, wird ein wenig von seiner begrenzten Lebensdauer abgezogen. Wie viel die Pixel abbauen, hängt davon ab, wie warm die Umgebung des Displays ist und wie hell eure Inhalte dargestellt werden (mit anderen Worten: wie hoch der Stromverbrauch der einzelnen Pixel ist).

Schauen wir uns das folgende Diagramm aus einem Labortest an, der Teil einer wissenschaftlichen Arbeit unter dem Titel Modeling the Luminance Degradation of OLEDs using Design of Experiments (DoE) war.

Schaut euch die rote und die blaue Linie an.

Die mit der rote Linie dargestellten Pixel erhielten den meisten Strom (heller), während die blaue Linie den wenigsten Strom erhielt (weniger hell). Die grüne Linie lassen wir außen vor, weil das Display hier keinen Strom erhalten hat. Wir sehen, dass die Pixel der roten Linie nach 4.000 Stunden nur noch etwa 60 % ihrer ursprünglichen Leuchtkraft liefern, während die Pixel der blauen Linie etwa 7.000 Stunden durchhielten, bis der gleiche Verlust an Leuchtkraft erreicht war. Mehr Strom bedeutet also eine stärkere Verschlechterung der Leuchtkraft.

Das Experiment wurde bei 23 Grad Celsius durchgeführt.

Wenn wir die Temperatur auf 60 °C erhöhen, bemerken wir, dass die rote Linie nur etwa 750 Stunden brauchte, um 60 Prozent relative Leuchtdichte zu erreichen, während die blaue Linie diesen Punkt nach etwas mehr als 1.500 Stunden erreichte, verglichen mit 4.000 und 7.000 Stunden bei 23 °C.

Burn-in tritt auf, wenn ein bestimmter Abschnitt des OLEDs im Vergleich zu anderen Teilen viel stärker genutzt wird. Dies führt dazu, dass die maximale Leuchtdichte eines bestimmten Bereichs niedriger ist als die anderer Bereiche, was zum Einbrennen führt.

Warum euch das egal sein sollte

Ich habe ein Samsung Galaxy Note 9 mit AMOLED-Bildschirm, das ich seit 2018 benutze und durchschnittlich fünf Stunden pro Tag verwende. Das sind zusammengerechnet etwa 10.000 Stunden Bildschirmzeit.

Bei einem Gerät, das aktiv genutzt wird, ändert sich die komplette Anzeige ständig, womit nicht nur ein bestimmter Bereich des Displays mit Strom versorgt werden muss, was zu den Geisterbildern führt, die beim Einbrennen von OLEDs auftreten. Außerdem haben sich OLED-Panels seit dem letzten Jahrzehnt, in dem Burn-in noch ein Thema war, deutlich verbessert.

Bevor OLED-Burn-in oder die maximale Lebensdauer von OLEDs zum Tragen kommen, wird euer Gerät ziemlich sicher durch andere Umstände unbrauchbar werden. Bei Tablets wird vermutlich die Akkulaufzeit vorher zum Problem werden oder das Gerät wird euch zu langsam, weshalb ihr ohnehin vorher auf ein neues Tablet aufrüstet.

Solange euer OLED-Display die Nutzungsdauer eures Geräts überdauert, ist alles in Ordnung.

Falls nicht, findet ihr hier einige nützliche Tipps, um die Lebensdauer eures OLED-Bildschirms zu verlängern.

Praktische Tipps zur Vermeidung von OLED-Burn-in

Die Hersteller haben ihre eigenen Methoden, um das Einbrennen zu verhindern, z. B. bewegte Bilder oder Software, die das Einbrennen kompensiert.

Nichtsdestotrotz habt ihr als Nutzer einen großen Einfluss auf die Langlebigkeit eures OLED-Geräts.

Die obige Grafik sollte offensichtlich sein: Haltet die Helligkeit möglichst niedrig und schützt das Display vor Hitze. Einige praktische Tipps:

  • Haltet euer OLED-Gerät während des Gebrauchs von Wärmequellen fern.
  • Benutzt euer OLED-Gerät nicht im prallen Sonnenlicht
  • Schaltet das OLED-Gerät nach dem Gebrauch aus
  • Stellt kürzere Display-Standby-Zeiten ein
  • Vermeidet es, zu lange auf dem gleichen Screen zu bleiben oder das gleiche Bild anzuzeigen

Das heißt, wenn ihr einen Bildschirm kaufen wollt, um dauerhaft ein Menü oder statische Bilder anzuzeigen, solltet ihr lieber eine andere Display-Technologie wählen.

Warum setzen High-End-Geräte auf OLED?

Bevor ihr den Gedanken, ein Gerät mit OLED-Technologie zu verwenden, über Bord werft, sollten wir uns anschauen, warum die Elektronikindustrie mehr und mehr auf OLED-Displays setzt:

  • Bessere Bildqualität
  • Potenziell längere Akkulaufzeit
  • Ein flacheres Panel

OLED-Panels zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, einzelne Pixel gezielt ein- oder auszuschalten und so echte Schwarztöne und unendliche Kontrastverhältnisse für eine außergewöhnliche Bildqualität bei Fotos, Videos und anderen grafischen Inhalten zu liefern.

Diese Technologie bietet euch eine überragende Farbgenauigkeit, größere Betrachtungswinkel ohne Farbverschiebung und schnellere Reaktionszeiten, wodurch Motion blur reduziert wird.

Der Verzicht auf eine Hintergrundbeleuchtung ermöglicht ein flacheres, flexibleres Design, eine schlanke Geräteästhetik und innovative Formfaktoren wie faltbare Bildschirme.

Außerdem verbessert die direkte Pixelbeleuchtung von OLED die Energieeffizienz vor allem bei dunklen Motiven und ist damit ideal für eine breite Palette an Geräten, von Smartphones bis hin zu High-End-Fernsehern.

Wenn euch die Risiken eines OLED-Displays abschrecken, solltet ihr euch überlegen, ob ihr lieber ein günstiges Budget-Tablet kauft, da diese Geräte in der Regel keine OLEDs haben.

Bevor ihr geht…

Nachdem wir eure Ängste vor dem Einbrennen von OLED-Displays nun hoffentlich zerstreuen konnten, solltet ihr euch die besten Tablets mit OLED-Displays anschauen.

Übersetzt von Christopher Tamcke, englischer Originalartikel auf unserer Partnerseite mynexttablet.com.


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