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Testberichte

Der Windows-Killer? Acer Chromebook Plus Spin 514 im Test

Lohnt sich das Acer Chromebook Plus Spin 514 mehr als jedes Windows-Notebook? Wir verraten es euch im Test.

Veröffentlicht am

Acer Chromebook Plus Spin 514

Nachdem wir von dem letzten Acer Chrome OS Tablet ziemlich enttäuscht waren, hatten wir keine großen Erwartungen an das neue Acer Chromebook Plus Spin 514. Doch dann hat es uns in unserem Test positiv überrascht. Und zwar so sehr, dass wir es für die meisten anstelle eines Windows Laptops empfehlen können, zumindest wenn ihr keine Gamer seid.

Unser Redakteur Sandor hat mit dem 899 Euro Chromebook für ein paar Wochen seinen Windows Desktop ersetzt, er hatte es mit in der Uni, wir haben den Stift getestet, Linux Apps und vieles mehr. Obwohl wir begeistert sind, hat es aber eine große Schwachstelle.

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Leistung und Specs

Das Spannendste am neuen Acer Spin 514 ist definitiv der Mediatek Kompanio Ultra 910 Prozessor. Falls ihr den nicht kennt: Das ist im Grunde die Desktop-Variante des Mediatek Dimensity 9400 Chips, den man in Premium Android-Handys findet. Es ist der mit Abstand leistungsstärkste ARM-Chipsatz, der je in einem Chromebook verbaut wurde. Verwechselt dieses Acer Spin also bloß nicht mit einem dieser alten, langsamen Intel-Celeron-Chromebooks.

Streaming auf dem Acer Chromebook Plus Spin 514

Es gibt zwei Modelle vom Spin Plus 514: eins mit 12 GB RAM und eins mit 16 GB. Beide haben 256 GB UFS-Speicher. Aber passt auf, was ihr kauft: Das 12-GB-Modell ist zwar rund günstiger, hat aber eine schlechtere Webcam und ein dunkleres, weniger scharfes Display.

Da ChromeOS sehr gut optimiert ist, lässt die Multitasking-Performance sogar viele teure Windows-Laptops alt aussehen. Das Acer bleibt auch angeschlossen an einen externen Monitor sehr flüssig, gleichzeitig können zwei Spiele geupdatet werden, wir hatten drei Chrome Fenster und eine 800 Seiten lange PDF in LibreOffice offen. Und währenddessen war der Lüfter kaum hörbar. Sowas kennen wir sonst fast nur von MacBooks mit M Chip.

Acer Chromebook Plus Spin 514 im Geekbench Benchmark-Vergleich

Natürlich mussten wir das Acer auch durch Benchmarks jagen. Im Geekbench 6 CPU-Test ist es bei der Single-Core-Geschwindigkeit 11 % schneller als der Snapdragon X Elite im Microsoft Surface Pro 11. Da das Surface mehr Kerne hat, ist es im Multi-Core-Test allerdings 65 % schneller. Vergleicht man es mit dem Acer Swift 14 AI mit dem Intel Ultra 7 258V ist der Intel-Chip im Single-Core nur mickrige 5 % schneller.

Nur mal als Referenz: Das Acer Spin ist im Single-Core satte 400 % schneller als das Acer Chromebook Tab 311, das wir neulich im Test hatten.

Acer Chromebook Plus Spin 514 im 3D Mark Benchmark-Vergleich

Bei dem Grafik-Benchmark 3DMark Wildlife Extreme liegt das Surface Pro 11 mit dem Snapdragon-Chip etwa 13 % vorn. Aber insgesamt liegen Intel, Mediatek und Snapdragon bei der GPU-Leistung sehr nah beieinander.

Gaming-Performance

Kurz zum Thema Gaming: Wenn ihr wirklich PC-Spiele über Steam oder so spielen wollt, solltet ihr unbedingt zu einem Windows Gerät greifen. ChromeOS lässt euch zwar die meisten Android-Spiele installieren, aber viele davon unterstützen keine Maus und Tastatur-Steuerung, und nativen Steam-Support gibt es hier nicht.

Wir haben Genshin Impact installiert, um die theoretische Gaming-Leistung zu testen, und das Ergebnis ist gut. Auf den höchsten Einstellungen ohne Motion Blur läuft es flüssig mit konstanten 60 FPS und sieht super aus.

Acer Chromebook Plus Spin 514 im Gaming-Test mit Genshin Impact

Man kann übrigens versuchen, die Touch-Steuerung auf die Tastatur zu mappen, aber das klappt eher schlecht als recht. Am Ende haben wir es einfach im Tablet-Modus über das Display gespielt.

Roblox ist eines der wenigen Spiele im Play Store, das vernünftige Tastatur-Steuerung bietet. Im „Polish Driving Simulator“ schafft das Acer perfekte 60 FPS bei maximaler Grafik, und der Lüfter hält das Gerät dabei schön kühl.

Aber wie gesagt, ein Gaming-Laptop ist es eindeutig nicht.

Display: Specs und Eindruck

Das Acer Spin Plus 514 hat einen 14 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 2880 x 1800. Es ist schön scharf und die Bildwiederholungsrate liegt bei 60 Hz – unserer Meinung nach, völlig ausreichend.

Da es ein IPS-Panel ist und kein OLED, sind Kontrast und Schwarzwerte nicht ganz so beeindruckend wie bei Premium-Laptops.

Acer Chromebook Plus Spin 514 im Display-Test

Unser Hauptkritikpunkt ist aber die Spitzenhelligkeit von 340 Nits. In einem hellen Büro reicht das gerade so aus, um komfortabel zu arbeiten. Sobald euch aber die Sonne aufs Display scheint, wird es schwierig, noch etwas zu erkennen. Draußen im Café an einem sonnigen Vormittag könnt ihr das Arbeiten eigentlich vergessen, also es macht keinen Spaß. Und obwohl Acer es als „mattes“ Display listet, finden wir es immer noch ein bisschen zu stark spiegelnd, also wir würden es ganz und gar nicht als matt beschreiben.

Abgesehen davon ist das Display wirklich gut. Besonders cool ist es, den Laptop in den „Zelt-Modus“ zu klappen, um so Filme oder Serien zu schauen.

Lautsprecher

Links und rechts von der Tastatur sitzen zwei Lautsprechergitter, die eigentlich nach top Soundqualität aussehen. Aber hinter dieser Fassade stecken zwei eher mittelmäßige Stereo-Speaker. Sie werden laut genug, um einen kleinen Raum zu beschallen, aber der Klang reißt einen nicht vom Hocker. Bass fehlt fast komplett und Stimmen klingen oft etwas schrill und unangenehm. Für Video-Calls reicht es, aber für mehr auch nicht.

Akkulaufzeit

Acer behauptet, es schaffe bis zu 17 Stunden Laufzeit beim Surfen. Der Akku hat eine Kapazität von 69 Wattstunden, was für einen 14-Zöller ordentlich ist. Geladen wird standardmäßig mit 65 Watt.

In unserem Test, in dem wir HD-YouTube-Video in einer Dauerschleife bei voller Helligkeit laufen lassen, hielt das Acer Spin 11 Stunden durch. Das ist ein solider Wert, aber kein Rekord.

Acer Chromebook Plus Spin 514 im Akkulaufzeit-Vergleich

Das Acer Swift 14 AI hält trotz kleinerem Akku und hellerem Display eine Stunde länger durch – und das mit Windows 11. Auch das Surface Pro 11 hält 25 Minuten länger.

Trotzdem: Die Akkulaufzeit ist im Alltag echt gut. Einen vollen Arbeitstag schafft ihr eigentlich immer mit einer Ladung, manchmal sogar zwei.

Design und Verarbeitung

Die Verarbeitung ist für diese Preisklasse echt schick. Das Gehäuse besteht komplett aus matt-silbernem Aluminium mit einem kleinen Chrome-Logo auf der Rückseite. Schlicht, aber schick. Mit 1,36 kg ist es nicht das leichteste Gerät, aber das stört nur, wenn man es zu lange wie ein Tablet in der Hand hält.

Als 2-in-1-Gerät könnt ihr das Display komplett umklappen, also vom Laptop-Modus in den Zelt-Modus bis hin zum Tablet. Das Scharnier wirkt stabil und das Display wackelt beim Tippen kaum. Leider lässt sich das Display nicht mit einer Hand öffnen. Das wäre ein schöner Bonus gewesen.

Acer Chromebook Plus Spin 514

Klappt man es auf, sieht man relativ dünne Displayränder und eine silberne Tastatur. Das Material um die Tasten ist ein weicherer Kunststoff – fühlt sich nicht super luxuriös an, aber gut. Rechts findet ihr außerdem den Fingerabdruck-Scanner.

Bei den Anschlüssen sieht es gut aus: Rechts gibt’s zwei USB-A 3.2 Gen 1 Ports und ein Kensington-Schloss. Links findet ihr zwei USB-C 3.2 Gen 2 Anschlüsse, die auch ein Bildsignal ausgeben können, sowie den Klinkenanschluss für Kopfhörer. Da es über USB-C lädt, wäre es cool gewesen, auf jeder Seite einen Port zu haben. Schade, dass ein MicroSD-Slot fehlt.

Voll funktionsfähiges Acer Chromebook Plus Spin 514 trotz sichtbarer Sturzschäden

Übrigens: Acer sagt, das Gerät sei nach dem Militärstandard MIL-STD-810H geprüft. Und tatsächlich wirkt es robust. Auf seinem Weg zur Arbeit ist Sandor bei Glatteis voll auf den Rücken gefallen – er hat sich zum Glück nichts getan, weil sein Laptoprucksack mit Laptop drin ihn geschützt hat. Und Stichwort Militärstandard, das Chromebook hat den Sturz technisch wunderbar überstanden, es gibt nur von außen ein paar Schäden.

Lesen: Die besten robusten Outdoor Tablets im Test

Tastatur und Trackpad

Tastatur und Touchpad sind nicht schlecht. Die Tasten haben einen guten Hub und fühlen sich gut an. Am Anfang haben wir uns öfter mal vertippt, weil die Tasten einen Tick mehr Kraft brauchen, als man erwartet, aber daran gewöhnt man sich schnell.

Die F-Tasten sind gleichzeitig Funktionstasten für Shortcuts wie Seite neu laden, Helligkeit und Lautstärke. Einen Nummernblock gibt es bei 14 Zoll üblich nicht. Einziges Manko: Die Pfeiltasten könnten etwas größer sein.

Detailansicht der Tastatur des Acer Chromebook Plus Spin 514

Die Tastatur ist beleuchtet, aber das merkt man eigentlich nur im Dunkeln. Da die Tastatur selbst silber ist, gibt es kaum Kontrast zwischen den Tasten und dem Licht.

Das Trackpad unter der Tastatur ist groß und aus Glas. Es ist zwar kein haptisches Force-Touch-Pad, wie bei manchen teuren Laptops, aber es lässt sich sehr gut bedienen. 

Stylus-Performance

Der Touchscreen unterstützt den USI 2.0 Standard, ihr habt also eine große Auswahl, falls ihr nicht den originalen von Acer nehmt. Wir haben es mit einem HP-Stylus getestet und der funktioniert super. Im Tablet-Modus kann man handschriftliche Notizen sehr präzise aufschreiben. Wir haben es in OneNote, Notewise und der vorinstallierten „Cursive“-App probiert: kaum Verzögerung, und die Druckempfindlichkeit klappt überall.

Acer Chromebook Plus Spin 514 im Test mit einem HP-Stylus

Trotzdem: Zum reinen Mitschreiben würden wir eher ein Tablet nehmen, da das Chromebook auf Dauer etwas zu schwer und klobig ist. Aber um PDFs zu unterschreiben oder bei einer Präsentation als Laserpointer zu dienen, ist der Stift ein klasse Feature.

Lesen: Die besten Tablets mit Stift im Test

Kamera und Mikrofon

Oben im Display sitzt eine 5-Megapixel-Webcam. Damit könnt ihr Videos in 1440p aufnehmen. Die Bildqualität ist okay – scharf genug für Video-Calls oder die Identitätsprüfung beim Ticketkauf. Und wer Angst vor Spionage hat: Es gibt einen physischen Privacy-Shutter zum Zuschieben. Sehr praktisch.

Übrigens: Die günstigere Konfiguration hat nur eine schwächere Full-HD-Webcam.

Das Dual-Mikro-System ist überraschend gut. Die Stimme klingt in Aufnahmen sehr sauber, perfekt für Zoom oder Teams. Ein schönes Gesamtpaket fürs Home-Office.

Software: ChromeOS

Ob ihr das Acer Spin 514 kaufen solltet, hängt letztlich davon ab, wie ihr ChromeOS findet. Viele haben da ein negatives Bild im Kopf, weil sie früher nur billige, lahme Chromebooks gesehen haben.

Auf diesem Spin Plus 514 ist ChromeOS verdammt schnell, simpel und vielseitiger, als man denkt. Die Einrichtung dauert keine 5 Minuten: E-Mail-Adresse eingeben, PIN festlegen, fertig. Und es gibt absolut keine Bloatware – keine nervigen Pop-ups vom Hersteller oder von McAfee.

Acer Chromebook Plus Spin 514 mit Google Chrome OS

Die größte Schwäche bleibt die Kompatibilität. Nicht alle Apps aus dem Play Store lassen sich perfekt mit Maus und Tastatur bedienen. Da hilft dann oft das Touch-Display. Aber Hand aufs Herz: Der volle Chrome-Browser reicht für 95 % aller Leute völlig aus, um ihre Arbeit zu erledigen.

Für die restlichen 5 % muss man kreativ werden. ChromeOS erlaubt es, eine Linux-Umgebung einzurichten. Damit könnt ihr Linux-Programme installieren. Wir haben statt Microsoft Office einfach das kostenlose LibreOffice genutzt und statt Photoshop das Programm Gimp. Das lief erstaunlich gut, aber es gibt keine Garantie, dass ihr für jede Windows-App einen Ersatz findet.

Google verspricht übrigens 10 Jahre Software-Updates. Das ist eine sehr lange Zeit, viel länger als bei Android.

Fazit: Direkt kaufen?

Das Acer Chromebook Plus Spin 514 hat uns im Test richtig gut gefallen, viel besser als die letzten Chrome OS Geräte, die wir getestet haben. Auch wenn das Display etwas heller sein könnte und die Lautsprecher nicht die besten sind, bekommt ihr hier ein klasse Gerät.

Acer Chromebook Plus Spin 514

Wir würden den UVP von 899 Euro nicht so gerne bezahlen, aber das ist eigentlich immer so, denn Laptops, Handys und so fallen ja oft schnell im Preis. Für so ab 750 Euro finden wir es empfehlenswert. Der Mix aus Performance, Akkulaufzeit und dem 360-Grad-Design ist den Preis absolut wert. Wenn ihr ein 2-in-1 sucht und bereit seid, ChromeOS eine Chance zu geben, ist das Acer Spin eine der derzeit besten Optionen.

Falls ihr aber doch eher ein Hybrid-Gerät mit vollem Windows sucht, schaut euch unbedingt unseren Test vom Microsoft Surface Pro 12 an. Das ist ein klasse Windows-Tablet mit abnehmbarer Tastatur, das es oft schon mit ziemlich guten Rabatten gibt.


8

Acer Chromebook Plus Spin 514
Test: Das Acer Chromebook Spin Plus 514 ist ein leistungsstarkes, effizientes und relativ erschwingliches 2-in-1-Gerät. Es gibt zwar einige Schwachstellen wie das dunkle Display und die schwachen Lautsprecher, und natürlich kann ChromeOS für viele Nutzer einschränkend sein. Wenn ihr jedoch lediglich ein Gerät für die Arbeit oder das Studium braucht, um einfache Büroarbeiten zu erledigen und Notizen zu machen, ist es eine klasse Wahl.
Positiv

✅Leistungsstark und effizient
✅
Solide Tastatur und Trackpad
✅
360°-Convertible-Design
✅
Touchscreen, USI-Stift-Unterstützung

Negativ

❌Display zu dunkel
❌
Blecherne Lautsprecher
❌
Software-Einschränkungen durch ChromeOS


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