Onda V10 4G im Test – Ein Tablet mit LTE & FullHD Display für 85 Euro

Das Onda V10 4G ist ein Tablet mit LTE, FullHD-Display und Android 7.0 Nougat für unter 100 Euro. Wie gut es ist, erfahrt ihr in meinem Test. | Von Andrzej Tokarski am 30. September 2017

Onda V10 4G Test

Anzeige

Das Onda V10 4G ist ein 10,1 Zoll großes Android-Tablet, das inklusive LTE je nach Angebot unter 100 Euro kostet. Es ist ein sehr preiswertes Tablet aus China, das dennoch ein FullHD-Display, Dual-SIM Slots und Android 7.0 Nougat bietet. Wie gut kann ein so billiges Tablet sein? Das erfahrt ihr in diesem Test.

Wie bei so preiswerten „China-Tablets“ oft üblich, wird das Onda V10 4G nicht direkt in Deutschland verkauft. Dementsprechend würde ich davon ausgehen, dass Garantie und Support gar nicht oder nicht so umfangreich angeboten werden. Mir haben es die Leute von GearBest zugeschickt, dort kostet es gerade knapp unter 95 Euro. Update: Mit dem Coupon AONDAV10 kostet es sogar nur rund 85 Euro (Link zum Angebot).

Design und Verarbeitung

Bei dem Preis könnt ihr euch sicherlich denken, dass die Verarbeitung nicht die beste ist. So besteht das Gehäuse komplett aus Kunststoff. Zwar hatte ich bereits schlechter verarbeitete Tablets in den Händen, aber auch das Onda V10 4G fühlt sich vergleichsweise „billig“ an. Das ist es ja auch. Schön ist hingegen, dass man das Gehäuse nicht so einfach biegen kann.

Hässlich finde ich das Tablet nicht. Die Rückseite ist komplett in Gold gehalten und vorne gibt es um das Display herum einen weißen Rahmen. Mit 8,3 Millimeter ist es für den Preis sogar recht dünn, das Amazon Fire HD 10 (Test) ist deutlich dicker. Auch das Gewicht ist mit 490 Gramm noch in Ordnung.

Anschlüsse, Kameras, Lautsprecher

Das Onda V10 4G hat gleich zwei SIM-Kartenslots, die sich hinter einer Plastikabdeckung befinden. Ihr könnt das Tablet also mit zwei SIM-Karten gleichzeitig benutzen. Dort befindet sich auch ein MicroSD-Kartenslot, in den bis zu 128GB große Speicherkarten passen.

Ich habe das Tablet mit einem Tarif von O2 getestet und verglichen mit meinem Huawei P10 Smartphone konnte ich beim Empfang keine großen Unterschiede feststellen.

Sonst sind die Anschlüsse nicht besonders spannend. Es gibt einen microUSB-Port und einen 3,5 Millimeter Klinkenanschluss. An der rechten Seite befinden sich der Einschaltknopf und die Lautstärkeregler.

Wie zu erwarten ist die Frontkamera mit 2 Megapixel sehr niedrig auflösend. Auch die 5 Megapixel Hauptkamera auf der Rückseite bricht keine Rekorde, wird aber immerhin durch einen LED-Blitz unterstützt. Wirklich gut ist keine der beiden Kameras.

Eher schwach sind auch die beiden Lautsprecher auf der Rückseite. Um hin und wieder YouTube-Videos zu schauen, finde ich die Qualität noch geradeso akzeptable. Für einen Film über Netflix und Co. würde ich aber Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher empfehlen.

Onda V10 4G Design

Display: Spiegelndes FullHD

Das 10,1 Zoll große Display hat ein großes Highlight, aber auch einige Schwächen. Für diesen Preis bekommen wir in der Regel nur eine HD-Auflösung. Doch hier sind es 1920 x 1200 Pixel und Icons und Texte sehen dementsprechend scharf aus. Die Farbwiedergabe und Helligkeit sind durchaus okay, aber nicht auf dem gleichen Niveau wie bei nur etwas teureren Tablets wie dem Huawei MediaPad T3 10 (Test).

Schade ist, dass das Display nicht vollständig laminiert ist. Wie bei so günstigen Geräten öfters üblich, gibt es zwischen dem Touchscreen und dem IPS-Panel darunter einen Abstand von schätzungsweise 2 Millimetern. Das ist ziemlich viel und dadurch spiegelt der Bildschirm sehr stark. Durch den großen Abstand hatte ich nicht immer das Gefühl ein Icon richtig zu treffen und es ist schwer damit draußen zu arbeiten.

Scheinbar wird das Display nicht durch Gorilla Glas oder ähnlichem geschützt. Stattdessen klebt ab Werk eine Schutzfolie auf dem Touchscreen. Bei preiswerten Tablets auch bekannterer Marken ist das öfters so. Ideal finde ich das nicht, da man auf den Schutzfolien schneller Fingerabdrücke sieht. Außerdem hat man das Gefühl auf billigem Plastik herumzuwischen.

Es ist super, dass wir hier eine FullHD Auflösung bekommen. Dadurch sehen vor allem Texte nicht so pixellig wie bei einigen Konkurrenten aus. Aber durch den großen Abstand zwischen Touchscreen und IPS-Panel und der billig wirkenden Folie wirkt das Display ebenfalls billig.

Hardware und Performance

Onda V10 4G Benchmarks

Im Onda V10 4G steckt ein MediaTek MT6753 QuadCore-Prozessor. Das ist ein Chip mit acht Kernen, die jeweils mit 1,3GHz takten. Dazu gibt es 2GB RAM und einen 32GB großen internen Speicher. Neben LTE unterstützt das Onda V10 4G außerdem Bluetooth, GPS und WLAN 802.11 a/b/g/n/ac.

Für den Preis ist die Performance nicht schlecht. Sowohl das Betriebssystem, als auch Apps wie Chrome laufen größtenteils flüssig. Nur hin und wieder kam es während meines Tests zu einigen Rucklern.

Natürlich ist es kein Gaming-Tablet. Dennoch kann man auf dem Onda V10 4G durchaus das ein oder andere Spiel spielen. Dazu gehört auch Asphalt Xtreme, das auf erstaunlich vielen Systemen gut läuft. Die Grafik ist aber deutlich heruntergeschraubt und sieht nicht sehr schick aus. Aber es läuft immerhin.

Wie bei all meinen Tests, habe ich auch hier Modern Combat 5 ausprobiert. Das Spiel ist aber nur spielbar, wenn man keine hohen Ansprüche hat. Während aktionlastigen Szenen kommt es nämlich immer wieder zu Rucklern. Allerdings nicht zu so starken wie beim Lenovo Tab 4 8 (Test) oder Samsung Galaxy Tab A 8.0 (Test).

In Geekbench 4 kommt das Tablet auf 590 und 2490 Punkte. Das ist für den Preis gar nicht mal schlecht. Auch in AnTuTu kommt das V10 4G auf ein durchaus passables Ergebnis von 38920.

Android 7.0 Nougat

Onda V10 4G mit Android Nougat

Richtig schön ist, dass Android 7.0 Nougat vorinstalliert ist. Klar, mittlerweile gibt es Android Oreo. Doch auf den meisten Tablets für unter 100 Euro läuft noch Marshmallow. Ich bezweifle jedoch, dass es jemals Updates geben wird.

Wichtig finde ich Nougat bei einem 10,1 Zoll großen Tablet, damit man den Multi-Window-Modus nutzen kann. Der funktioniert auch hier. Ihr könnt also zwei Apps direkt nebeneinander öffnen. Ich habe öfters Microsoft Word und den Chrome Browser nebeneinander genutzt. Wechselt ihr gleichzeitig nicht ständig die Tabs in Chrome, geht das durchaus flüssig.

Die Oberfläche ist nur sehr minimal angepasst und das ist super. Einige Elemente sehen etwas anders aus, aber im Großen und Ganzen ist es ganz normales Android Nougat. Auch an Apps hat Onda nur das nötigste vorinstalliert. Dazu gehört der Google Play Store, aber auch eine Telefon-App. Ihr könnt mit dem Tablet also telefonieren und SMS verschicken.

Akkulaufzeit

Onda V10 4G Akkulaufzeit

Kommen wir zur Akkulaufzeit. In meinem Akku-Test kam das Onda V10 4G auf eine Laufzeit von gerade so 7 Stunden. Das ist vergleichsweise schwach – in der Regel kommen nur Windows-Tablets auf einen solchen Wert.

Für meinen Akku-Test lasse ich immer ein HD-Video bei 50% Helligkeit und eingeschaltetem WLAN in einer Endlosschleife laufen.

Auch im realen Einsatz ist der Akku nicht viel besser. Ich habe wieder ein Akku-Tagebuch geführt und kam auf eine Laufzeit von insgesamt 26 Stunden. Das hört sich erstmal gut an, doch habe ich das Tablet in dieser Zeit nur 4 Stunden und 20 Minuten aktiv genutzt. In der Zeit habe ich hauptsächlich YouTube geschaut und in Microsoft Word geschrieben. Die Displayhelligkeit war auf 100% und WLAN und Bluetooth waren eingeschaltet.

Onda V10 4G Test Fazit

Onda V10 4G LTE Tablet

Also, ist das Onda V10 4G ein empfehlenswertes Tablet? Es fühlt sich billig an, das ist es auch. Dennoch ist es durchaus stabil gebaut. Durch den etwa 2 Millimeter Abstand zwischen dem IPS Panel und Touchscreen hat es mir jedoch keinen Spaß gemacht das Tablet zu nutzen. Die Performance ist für den Preis hingegen in Ordnung und es ist schön, dass wir für unter 100 Euro integriertes LTE bekommen.

Genau das ist auch der einzige Grund, weshalb ich das Onda V10 4G empfehlen würde. Nämlich dann, wenn ihr ein 10 Zoll Tablet mit LTE für rund 100 Euro sucht und nicht mehr Geld ausgeben möchtet. Für den Preis gibt es kaum bessere Konkurrenten.

In Deutschland direkt fällt mir kein Konkurrent an, der zu einem ähnlichen Preis in der gleichen Liga spielt. Es gibt das neue Kodak Tablet 10, das 3G und Nougat bietet, aber nur eine HD-Auflösung hat. Der Preis ist mit 159 Euro jedoch deutlich teurer.

Wenn ihr einfach nur ein billiges Tablet sucht, würde ich eher das FNF iFive Mini 4S (Test) empfehlen. Das kostet ebenfalls rund 100 Euro, hat aber ein deutlich besseres Display, eine bessere Verarbeitung und eine bessere Performance. Auch die Amazon Fire Tablets sind dann spannendere Alternativen.

Keine News verpassen: Folge TabletBlog bei Facebook!

Anzeige