Samsung Galaxy Tab S3 Test: Das beste Android-Tablet?

Das Samsung Galaxy Tab S3 ist ein neues Android-Tablet mit S-Pen Stift und optionaler Tastatur. Wie gut ist es wirklich? Das erfahrt ihr in meinem Test. | Von Andrzej Tokarski am 31. May 2017

Samsung Galaxy Tab S3 Tablet Test

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Das Samsung Galaxy Tab S3 ist das neuste Tablet von Samsung, das sich durch sehr hochwertige Hardware, einem schlanken Design und vor allem den S-Pen Stylus von vielen Konkurrenten unterscheidet. Es ist außerdem das erste Tablet von Samsung, das direkt mit Android 7.0 Nougat erscheint.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 679 Euro (Link zum Angebot) ist es vergleichsweise teuer – auch wenn die Preise bei Samsung oft schnell fallen.

Ist dieser Preis gerechtfertigt und ist das Galaxy Tab S3 aktuell wirklich das beste Android-Tablet? Das erfahrt ihr in meinem Test.

Design und Verarbeitung

Das Samsung Galaxy Tab S3 sieht ziemlich schick aus. Wie beim Vorgänger, dem Galaxy Tab S2 (Test), besteht der Rahmen aus Aluminium. Die Rückseite ist nun nicht mehr aus Kunststoff gefertigt, sondern aus einer Glasoberfläche. Von den Smartphones der Koreaner kennen wir das schon seit einer Weile. Ich finde das sieht durchaus gut aus, doch sieht man nun auch auf der Rückseite schnell Fingerabdrücke. Ein komplettes Metallgehäuse hätte mir besser gefallen.

Abgesehen davon ist die Verarbeitung sehr hochwertig. Man hat das Gefühl ein gut verarbeitetes und teures Tablet in den Händen zu halten – auch weil es mit 6mm sehr dünn ist. Der Vorgänger war mit 5,6mm jedoch etwas dünner.

Samsung Galaxy Tab S3 Lautsprecher

In den Metallrahmen sind gleich vier Lautsprecher eingearbeitet, die zusammen mit AKG entwickelt wurden. Die Lautsprecher sind tatsächlich für ein Tablet ziemlich gut, ja sogar besser als die vieler teurer Notebooks. An den Seiten sind ein MicroSD-Kartenslot, ein USB Typ C Anschluss, der Einschaltknopf und die Lautstärkeregler untergebracht. Es gibt außerdem einen Anschluss für ein optionales Tastatur Cover.

Die Vorderseite des Galaxy Tab S3 ähnelt so ziemlich allen Tablets von Samsung. Über dem 9,7 Zoll großen Display sitzt eine 5 Megapixel Frontkamera und unter dem Touchscreen sind die drei typischen Android-Buttons untergebracht. In den Homebutton ist ein Fingerabdruckleser integriert, das kennen wir schon vom Galaxy Tab S2. Dadurch kann man das Tablet sehr schnell entsperren. Auf der Rückseite ist eine 13 Megapixel Kamera mit einem LED-Blitz untergebracht.

Zwar gibt es viele Smartphones mit etwas besseren Kameras, doch für ein Tablet sind die Kameras des Galaxy Tab S3 ziemlich gut. Die Frontkamera eignet sich sehr gut für Videotelefonie über Skype und Co. und mit der Kamera auf der Rückseite kann man durchaus gute Schnappschüsse machen. Anders als einige Smartphones kann man Bilder jedoch nur im komprimierten JPG-Format aufnehmen und nicht in RAW.

Super AMOLED Display: Großartig!

Samsung Galaxy Tab S3 Android Nougat
Mir haben die Super AMOLED-Displays von Samsung schon immer gefallen und auch das neue Panel des Galaxy Tab S3 ist gelungen. Es ist 9,7 Zoll groß, hat mit 2048 x 1536 weiterhin eine hohe Auflösung und sieht richtig gut aus. Die Blickwinkel sind ausgezeichnet, es ist sehr hell und gibt Farben schön gesättigt und mit einem starken Kontrast wieder.

Das Super AMOLED-Display gefällt mir insgesamt richtig gut, ja ich halte es sogar für das beste Display, das wir bisher in einem Tablet dieser Art gesehen haben. Zwar gibt es Konkurrenten mit einer höheren Pixeldichte, doch aufgrund der schönen Farbwiedergabe und der Helligkeit gefällt mir dieses hier besser. Auch draußen in der Sonne kann man überraschend gut etwas erkennen, das ist nur bei sehr wenigen Tablets der Fall.

Spannend ist, dass das Display auch HDR-Inhalte unterstützt. Das ist super, jedoch ist das Angebot solcher Inhalte bisher sehr begrenzt.

Hardware und Performance

Samsung Galaxy Tab S3 Design

Unter dem Touchscreen sitzt ein Qualcomm Snapdragon 820 OctaCore-Prozessor. Hierbei handelt es sich nicht um den neusten Chipset, auch wenn die Performance sehr hoch ist. Kaum ein Hersteller spendiert seinen Tablets die stärksten Prozessoren, die sie in ihre Smartphones packen. Das ist etwas schade.

Doch wie gesagt, die Performance des Snapdragon 820 ist dennoch gut. Dieser OctaCore-Chip besteht aus vier 2,1GHz Kernen und vier 1,6GHz Kernen, denen mit 4GB ziemlich viel Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Der interne Speicher ist mit 32GB gut, aber zu dem Preis nicht sonderlich groß bemessen. Wenigstens gibt es einen MicroSD-Kartenslot.

An der Performance hatte ich während meines gesamten Tests nichts auszusetzen. Alle von mir ausprobierten Apps liefen sehr flüssig, auch im Chrome Browser kann man gut arbeiten, wenn mehrere Tabs geöffnet sind. Das gleiche gilt für den Multitasking-Modus. Ihr könnt ohne Performanceprobleme zwei Apps nebeneinander öffnen und beispielsweise YouTube schauen und nebenbei mit euren Freunden chatten. In Adobe Lightroom konnte ich ebenfalls sehr gut arbeiten.

Ich habe auf dem Galaxy Tab S3 einige Spiele wie Asphalt Xtreme, Modern Combat 5 und Riptide GP: Renegate ausprobiert und diese liefen ohne Probleme und ohne Ruckler. Wer ein Spiele-Tablet sucht, wird mit der Leistung zufrieden sein und bekommt hier mit die beste Performance in einem Android-Tablet. Auch mein Benchmark-Test bestätigt die gute Performance.

So erreicht das Tablet bei AnTuTu 146772, im Geekbench 4 Single-Core-Test 1730 Punkte und im Multi-Core-Test 4200. Bei AnTuTu ist die Performance damit deutlich besser als beim Huawei MediaPad M3, das bisher meine Vergleichs-Liste anführte. Doch bei Geekbench 4 führt weiterhin das MediaPad.

Samsung Galaxy Tab S3 Benchmarks

Software: Android Nougat

Das Galaxy Tab S3 ist das erste Tablet von Samsung, das direkt mit Android 7.0 Nougat ausgeliefert wird. Für den Vorgänger ist allerdings schon ein Update erschien und tatsächlich ist Samsung in diesem Punkt sehr vorbildlich. Die HighEnd-Tablets des koreanischen Herstellers werden vergleichsweise lange mit Updates versorgt.

Zwar müssen wir immer ziemlich lange warten, aber wenigstens gibt es Updates. Das ist nicht bei vielen Tablet-Herstellern so. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass auch das Galaxy Tab S3 für zwei bis drei Jahre mit aktuellen Android-Versionen versorgt wird.

Zwar ist Android 7.0 Nougat vorinstalliert und Samsung hat wieder ihre eigene Oberfläche darauf gepackt, doch im Vergleich zum Vorgänger hat sich am Design und Interfache kaum etwas verändert. Wer innerhalb der letzten zwei Jahre ein Tablet oder Smartphone von Samsung benutzt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Mich stört etwas, dass Flipboard direkt in den Homescreen integriert ist. Doch das kann man in den Einstellungen ausschalten.

Samsung Galaxy Tab S3 Review

Neben einigen Apps von Samsung sind auch die Angebote von Google und Microsoft vorinstalliert. Abgesehen davon ist die Auswahl an vorinstallierten Apps ziemlich begrenzt. Das ist super! Die Oberfläche von Samsung wirkt dadurch nicht mehr so überladen, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Dank der guten Performance kann man den Multitasking-Modus ziemlich gut nutzen. Diesen aktiviert man, indem man lange den Multitasking-Button drückt. Nicht alle Apps können so geöffnet werden, aber viele. Von Samsung kennen wir diese Funktion schon lange, aber jetzt ist sie direkt in Android integriert.

S-Pen Stylus

Samsung Galaxy Tab S3 S-Pen

Den S-Pen Stift kennen wir schon seit dem ersten Galaxy Note und nach vielen Jahren hat Samsung sich beim Galaxy Tab S3 endlich wieder dazu entschieden einen solchen bei ihren HighEnd-Tablets mitzuliefern. Schön ist, dass der Stift deutlich dicker als bei den Galaxy Note Smartphones oder dem Samsung Galaxy Tab A 10.1 (Test) ist. Dadurch kann man ihn angenehmer auch für längere Zeit benutzen. Der Nachteil: Es ist kein Platz im Tablet um den Stylus dort unterzubringen, man muss ihn also separat transportieren.

Etwas schade ist, dass der S-Pen komplett aus Kunststoff gefertigt ist. Nur die Halterung besteht aus Metall. Dadurch fühlt sich der Stift nicht so hochwertig an wie der Surface Pen von Microsoft oder der Stylus des Huawei MateBook. Aber gut, man hat eben einen Kunststoffstift in der Hand, so schlimm ist das nicht.

Wie üblich hat Samsung dem Galaxy Tab S3 einige Software-Features spendiert, die speziell für den Stift optimiert sind. So gibt es die Samsung Notes App, in der man handschriftliche Notizen oder Zeichnungen hinterlegen kann. Außerdem sind wie bei den Galaxy Note Smartphones die sogenannten Air Commands integriert. Dabei handelt es sich um Shotcuts mit speziellen Funktionen für den Stift. Damit kann man schnell Texte übersetzten oder Screenshots erstellen und darauf schreiben.

Besonders spannend ist ein Feature, das einem erlaubt bei ausgeschaltetem Tablet direkt auf dem Display zu schreiben. Wenn man das Display mit dem Stylus berührt und den Knopf des Stiftes drückt, kann man direkt anfangen eine Notiz zu erstellen, die dann in der Samsung Notes App gespeichert wird – ohne das Tablet vorher entsperren zu müssen. Dadurch kann man sehr schnell eine neue Notiz anfangen.

Wie bei den Vorgängern funktioniert auch hier die Handschrifterkennung überraschend gut, auch wenn ihr nicht ganz so sauber schreibt. Meinem Gefühl nach ist die Handschrifterkennung ähnlich gut wie unter Windows 10.

Übrigens: Ihr könnt beim Schreiben oder Zeichnen ruhig euren Handballen auf das Tablet legen, dieser wird einfach ignoriert, wenn ihr den S-Pen nutzt.

Akkulaufzeit

Samsung Galaxy Tab S3 Akkulaufzeit

Laut Samsung hält der 6000mAh starke Akku bei konstanter Internetnutzung über WLAN für 8 Stunden. Unter gewissen Umständen kann das durchaus hinkommen, doch hängt es natürlich davon ab wie hell das Display ist und welche Webseiten man aufruft. In meinem Akkutest kam ich auf eine Laufzeit von 12,5 Stunden.

Um einigermaßen genaue Vergleichswerte zu bekommen führe ich all meine Akkutests immer genau gleich durch. So lasse ich ein HD-Video in einer endlosschleife laufen, bis sich das Tablet automatisch ausschaltet. Die Helligkeit ist dabei auf 50% gesetzt, WLAN ist aktiviert und ab und zu kommt eine Benachrichtigung von Gmail rein. Facebook oder andere soziale Netzwerke sind nicht installiert.

Wie ihr in der Tabelle sehen könnt, ist die Akkulaufzeit des Galaxy Tab S3 zwar sehr gut, aber nicht die beste. Das ist aber auch zu erwarten, immerhin steckt im Inneren sehr flotte Hardware und es muss ein großes Display mit Strom versorgt werden.

Test Fazit

Samsung Galaxy Tab S3 Glasrückseite

Ich halte das Samsung Galaxy Tab S3 für das aktuell beste Android-Tablet. Das liegt hauptsächlich an dem richtig guten Display – immerhin ist das Display eines der wichtigsten Eigenschaften eines Tablets. Zwar hätte ich mit ein komplettes Metallgehäuse gewünscht, doch ist die Verarbeitung auch mit der Glasrückseite sehr hochwertig. Gleichzeitig ist die Performance sehr gut und die Umsetzung des S-Pen ist wie gewohnt ausgezeichnet.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 679 Euro halte ich das Galaxy Tab S3 jedoch für zu teuer. In der Regel fallen die Preise bei Samsung sehr schnell und schon jetzt bewegt sich der Preis so langsam Richtung 600 Euro. Ich finde das Tablet richtig gut, aber solange der Preis nicht noch weiter fällt, halte ich das Preis/Leistungsverhältnis für nicht ganz so gut.

Je nachdem wie lange ihr das Tablet nutzen möchtet, kann es sich jedoch lohnen etwas mehr Geld zu investieren. Samsung bringt für ihre hochwertigen Tablets nämlich deutlich länger Updates heraus als viele Konkurrenten. So wurde das Galaxy Tab S von KitKat zu Lollipop zu Marshmallow geupdatet und das Galaxy Tab S2 von Lollipop zu Marshmallow zu Nougat. Es gibt nur sehr wenige Hersteller, die für ihre Tablets ebenfalls mindestens zwei neue, große Updates herausgebracht haben. Samsung sagt nicht, wie viele Updates das Galaxy Tab S3 bekommen wird. Aber die Update-Geschichte der HighEnd-Tablets ist sehr vorbildlich.

Angebot
Samsung Galaxy Tab S3 T820 24,58 cm (9,68 Zoll) Touchscreen Tablet-PC (Quad-Core, 4GB RAM, 32GB...
  • Prozessor: 2,15 GHz Quad-Core und 1,6 GHz Quad-Core
  • Besonderheiten: Auflösung 2.048 x 1.536 Pixel, 13,0 Megapixel Hauptkamera und 5,0 Megapixel Frontkamera
  • Akku: 6.000 mAh, Akku-Ladezeit ca. 170 Min, Internetnutzung (Wifi) bis zu 8 Std
  • Weitere Funktionen: Super AMOLED Display, HDR-Wiedergabe, Blaufilter, Offline-Modus, Energiesparmodus
  • Lieferumfang: Samsung Galaxy Tab S3 T820 24,58 cm (9,68 Zoll) Touchscreen Tablet-PC schwarz, Akku1, Ladeadapter, Datenkabel (USB Typ-C), S Pen, Steckplatzwerkzeug, Kurzanleitung

Letzte Aktualisierung am 2017-09-21 / Affiliate Links / Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

Mögliche Alternativen

Wer auf den S-Pen verzichten kann und auch mit einem 8,4 Zoll großen Display zurechtkommt, bekommt beispielsweise mit dem Huawei MediaPad M3 ein ebenfalls sehr hochwertiges Tablet mit einem Metallgehäuse, gutem Display, ebenfalls guten Lautsprechern und einer sehr ähnlichen Performance. Es kostet aktuell 299 Euro – also nur die Hälfte!

Eine weitere Alternative ist das ASUS ZenPad 3S 10. Dieses hat wie das Galaxy Tab S3 ein 9,7 Zoll großes Display mit der gleichen Auflösung. Auch hier ist die Verarbeitung dank eines Metallgehäuses sehr hochwertig, auch hier haben wir gute Lautsprecher, jedoch eine etwas schwächere Performance. Dafür kostet es aktuell nur 349 Euro.

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  • MDN

    Ich bin sehr gespannt, wie das S3 im Vergleich zum Lenovo Tab4 10 Plus abschneidet. Das Tab4 hat zwar keinen Stylus, aber man kann eine Tastatur dazu bestellen, so wie beim S3, und kostet dabei nur die Hälfte.
    Besonders gespannt bei ich, was die Performance angeht. Wenn diese nämlich ähnlich ist, dann greife ich lieber zum Tab4.

  • Punkt

    Es geht doch nicht immer um Leistung …

    Ein Mediapad M3 würde ich JEDEM Samsung Tablet vorziehen! Und da gibt es noch viele andere Alternativen!

    Sorry nein, das Samsung Galaxy Tab S3 ist NICHT das Beste Android Tablet…

  • Thomas Müller

    Mein Galaxy Tab Pro 8.4 hat genau Null Updates von Samsung bekommen. Soviel zur tollen Update Garantie von Samsung.

    Was hier auch nicht erwähnt wird, die Geräte sind mit Knox verseucht um die Kunden zu gängeln und das Rooten der Geräte zu unterbinden.

    Mit der tollen Performance scheint es auch nicht weit her zu sein, schon im Video ist ein deutliches Ruckeln bei der Bedienung zu sehen.