Acer Switch Alpha 12 im Test: Ein Preis/Leistungssieger

Das Acer Switch Alpha 12 verspricht mit einem Intel Core i5 mit Flüssigkeitskühlung viel Leistung für wenig Geld. Doch wie gut ist das Tablet wirklich? | Von Andrzej Tokarski am 29. August 2016

Acer Switch Alpha 12 Test

Anzeige


Das Acer Switch Alpha 12 ist das aktuell am vielversprechendste Windows-Tablet und die in meinen Augen stärkste Konkurrenz zum Microsoft Surface Pro 4. Es bietet nicht nur ein sehr ähnliches Design mit eingebautem Kickstand, einem Tastatur Cover und Stylus, sondern auch für ab 799 Euro direkt einen Intel Core i5 Prozessor. Dennoch kann Acer dank einer Flüssigkeitskühlung auf laute Lüfter verzichten. Doch wie gut ist das Switch Alpha 12 wirklich? Das wollen wir mit diesem Test herausfinden.

Vorweg ein paar Worte zum Preis. Die günstigste Ausführung kostet mit dem Core i5, 4GB RAM und einer 128GB SSD inklusive Tastatur 799 Euro (Link zum Angebot). Ein Surface Pro 4 kostet in der günstigsten Ausstattung mit einem Core m3 und ohne Tastatur 899 Euro. Weitere Konkurrenten wie das Huawei MateBook (Test) starten bei 879 Euro mit Tastatur – jedoch ebenfalls nur mit einem Core m3.

Design und Verarbeitung

Das Design des Acer Switch Alpha 12 ist dem Microsoft Surface Pro 4 zum Verwechseln ähnlich. So gibt es auch hier auf der Rückseite einen eingebauten Kickstand, der wie ein „U“ geformt ist. An der Unterseite des Ständers ist eine Gummierung angebracht. Das ist praktisch, denn dadurch rutscht das Tablet nicht so leicht. Außerdem ist es so einfacher den Kickstand auszufahren – bei einigen Konkurrenten bricht man sich fast die Fingernägel. Schön ist auch, dass man den Kickstand sehr weit in beliebigen Winkeln ausfahren kann.

Acer Switch Alpha 12 Kickstand

Auch wenn das Design dem Surface sehr ähnlich sieht, ist die Verarbeitung nicht ganz so hochwertig. Zwar bestehen die Rückseite und der Kickstand aus Aluminium, doch es gibt einige nicht ganz so schöne Übergänge zwischen Rahmen, Metallrückseite und Display. Insgesamt ist die Verarbeitung ziemlich gut, aber eben nicht so „edel“ wie beispielsweise beim Huawei MateBook.

Links befinden sich am Rand des Tablets die Lautstärkeregler, sowie der Einschaltknopf und eine Windows-Taste. Auf der anderen Seite befinden sich ein MicroSD-Kartenleser, der Anschluss fürs Netzteil, ein USB Typ-C-Port und ein großer USB 3.0 Anschluss. Ein normaler Audioport ist ebenfalls vorhanden. Vorne und hinten ist jeweils eine Kamera angebracht und auf der Unterseite sitzt ein Anschluss für das Tastatur Cover. Über dem Display sitzen zwei Lautsprecher, die in Ordnung sind.

Switch Alpha 12 Display

Acer Switch Alpha 12 Display

Das 12 Zoll große IPS-Display bietet eine QHD-Auflösung mit 2160 x 1440 Pixel. Damit ist es nicht ganz so hochauflösend wie der Konkurrent von Microsoft, doch ist die Auflösung bei 12 Zoll noch immer hoch genug. Das Panel ist in Ordnung, doch das beste ist es nicht. So ist das Display nicht so hell wie beim MateBook oder Surface Pro 4 und auch Farben sehen ungesättigter aus. Die Blickwinkel sind recht gut.

Auf dem Display kann man mit einem Stylus schreiben, der Stift ist bei der günstigsten Variante aber nicht dabei. Dafür werden rund 35 Euro zusätzlich fällig. Ich konnte den Stift bisher nur auf einer Messe ausprobieren, habe also noch nicht ausführlich damit gearbeitet. Der Stylus schien in Ordnung zu sein, doch mehr kann ich dazu nicht sagen.

Hardware und Performance

Acer Switch Alpha 12 Metallgehäuse

In der preiswertesten Ausführung des Switch Alpha 12 steckt ein Intel Core i5 Prozessor, neben dem ein 4GB großer Arbeitsspeicher und eine 128GB große SSD sitzen. Wer möchte kann es aber auch mit einem Intel Core i7, bis zu 8GB RAM und einer bis zu 512GB großen SSD bekommen.

Normalerweise steckt in lüfterlosen Tablets ein schwächerer Core M Prozessor, wie im Samsung Galaxy TabPro S und anderen Geräten dieser Art. Doch dank einer eingebauten Flüssigkeitskühlung, die Acer LiquidLoop nennt, können die Taiwaner dennoch einen stärkeren Core i5 und Core i7 verbauen. Die entstehende Hitze wird über die Flüssigkeitskühlung an die Metallrückseite abgegeben.

Meinen Tests zufolge funktioniert die Flüssigkeitskühlung sehr gut. Die Rückseite wird zwar recht warm, doch zu heiß wird sie nicht. In Benchmarks kommt das Switch Alpha 12 auf ähnliche Ergebnisse wie andere Core i5 Tablets, die mit lauten Lüftern gekühlt werden. So werden in Geekbench 3 im Single-Core-Test rund 3000 Punkte erreicht und im Multi-Core-Test rund 6000 Punkte. Das Surface Pro 4 schneidet mit einem Core i5 nur sehr minimal besser ab.

Auch im Vergleich zur einem Core M konnte ich deutliche Performanceunterschiede feststellen. Das klingt logisch, doch da die meisten Konkurrenten ihre günstigsten Modelle mit einem Core m3 ausliefern, ist ein Vergleich durchaus gerechtfertigt.

Bei meinem Render-Test in PowerDirector war das Switch Alpha 12 mit dem Core i5 über 10 Minuten schneller das das MateBook mit einem Core m5. Ich habe auf beiden Geräten ein 22 Minuten langes FullHD-Video rendern lassen. Das MateBook mit dem Core m5 kostet 1179 Euro – das günstigere, aber noch immer teurere Core m3 Modell wäre noch langsamer.

Interessant ist aber auch, dass mit aktiviertem Intel QuickSync die Renderzeit bis auf die Sekunde gleich war. Mit QuickSync rendern Videos generell schneller, wenn auch nicht in so hoher Qualität. Das Programm muss diese Technologie jedoch unterstützen.

Das Switch Alpha 12 ist also schneller als Windows-Tablets mit einem Core m5, obwohl selbst welche mit einem Core m3 teilweise bis zu 100 Euro teurer sind. Im normalen Alltag wird man zwischen den Chips möglicherweise keinen allzu großen Unterschied feststellen. Doch wenn man doch mal etwas Rechenintensives erledigen möchte, und sei es nur, wenn man viele Tabs offen hat oder schnell was in Photoshop erledigen muss, ist es schön einen Core i5 zu haben.

Die Tastatur

Acer Switch Alpha 12 Tastatur

Im Lieferumfang ist eine Tastatur enthalten, die sehr dem Type Cover von Microsoft ähnelt. Das dafür verwendete Material ist sehr ähnlich, es gibt ein ähnliches Touchpad und man kann die Tastatur dank einer magnetischen Leiste genau wie bei der Konkurrenz an das Tablet anwinkeln. Das ist super.

Mir gefällt die Tastatur ziemlich gut, Artikel für diesen Blog konnte ich schnell und flüssig darauf schreiben. Ich finde es wichtig, dass man die Tastatur leicht anwinkeln kann – schön, dass Acer hier von der Surface-Reihe ein gutes Features abgeschaut hat. Mehr habe ich über die Tastatur auch nicht zu sagen. Sie ist sehr gut, eben ein Type Cover Klon.

Akkulaufzeit

Acer Switch Alpha 12 Akkulaufzeit

Der Akku hat eine Kapazität von 4870mAh, das soll laut Herstellerangabe für eine Laufzeit von bis zu 8 Stunden reichen. In meinem Akkutest bin ich auch fast auf diesen Wert gekommen, das Switch Alpha 12 hielt 7 Stunden und 30 Minuten durch. Im Vergleich zum MateBook ist das ein guter Wert, dort kam ich nur auf 6 Stunden und 30 Minuten. Allerdings ist das Display bei Huawei auch etwas heller.

Ich führe immer den gleichen Akkutest durch. So lasse ich ein HD-Video in einer Endlosschleife laufen. Die Helligkeit ist dabei auf 50% gesetzt, WLAN ist eingeschaltet und der Ton ist deaktiviert. Außerdem habe ich die automatische Helligkeitsanpassung in den Einstellungen ausgeschaltet.

Für ein Windows-Tablet dieser Art sind 7 Stunden und 30 Minuten gut.

Fazit

Acer Switch Alpha 12 Anschlüsse

Mir hat das Acer Switch Alpha 12 in meinem Test sehr gut gefallen. Zwar ist die Verarbeitung nicht so hochwertig und „edel“ wie bei ein MateBook oder Surface Pro 4, doch insgesamt ist das Design gut umgesetzt. Gleichzeitig ist es ziemlich preiswert und bietet trotzdem einen stärkeren Prozessor als die oft teureren Einsteigermodelle der Konkurrenz. Dass wir hier einen Core i5 mit einer Flüssigkeitskühlung und somit ohne laute Lüfter bekommen, ist echt klasse.

Bei der Verarbeitung und beim Display könnte ein bisschen was verbessert werden, doch insgesamt ist das Switch Alpha 12 für den Preis großartig. In meinen Augen ist es ein Preis/Leistungssieger unter den Windows-Tablets, mit denen man gut ein Notebook ersetzen kann. Und das kann man mit dem Switch Alpha 12 ziemlich gut.

Mögliche Alternativen

Es gibt einige mögliche Alternativen, die jedoch in den meisten Fällen merkbar teurer sind, teilweise aber auch bessere Features bietet. Die stärkste Konkurrenz ist wohl das Microsoft Surface Pro 4, dessen Verarbeitung etwas hochwertiger wirkt. Wer möchte kann hier auch bis zu 16GB RAM bekommen. Doch für das wertigere Design muss man einen starken Premium-Preis zahlen.

Durchaus spannend ist auch das Huawei MateBook, dessen Design richtig edel ist. Hier besteht nicht nur das komplette Gehäuse aus Aluminium, sondern es ist mit 6,9mm auch ziemlich dünn. Auch das 12 Zoll große Display gefällt mir etwas besser als bei Acer. Wer keine allzu großen Performanceansprüche hat, wird mit dem Core m3 oder Core m5 zufrieden sein. Für das hochwertige Design wird aber auch hier im Vergleich zum Switch Alpha 12 ein Aufpreis fällig – trotz schwächerem Prozessor.

Keine News verpassen: Folge TabletBlog bei Facebook!

Anzeige
  • Wieland

    Ist die Tastatur beleuchtet?