ASUS ZenPad C 7.0 Test: Wie gut kann ein 99 Euro Tablet sein?

Das ASUS ZenPad C 7.0 mit Android Lollipop kostet 99 Euro. Kann es zu diesem Preis ein ordentliches Tablet geben? Unser neuster Tablet Test soll das zeigen. | Von Andrzej Tokarski am 12. August 2015

ASUS ZenPad Testbericht

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ASUS bringt in diesem Jahr eine ganze Reihe neuer Tablets heraus, die ZenPads heißen. Das günstigste Gerät dieser Serie ist das ASUS ZenPad C 7.0, das in Taiwan für umgerechnet 99 Euro erschienen ist und zu einem ähnlichen Preis auch in Deutschland auf den Markt kommen dürfte. Kann ein so günstiges Tablet überhaupt gut sein und wie ist das Preis/Leistungsverhältnis? Das soll dieser Tablet-Test zeigen.

Update: Mittlerweile ist das ASUS ZenPad 7 in Deutschland verfügbar, jedoch mit mehr RAM und Speicher als bei meinem Testgerät. Dementsprechend kostet das Tablet hier 179 Euro (Link zum Angebot).

Design und Anschlüsse

Das Gehäuse des ASUS ZenPad C 7.0 besteht komplett aus Kunststoff, Metall kann man zu diesem Preis kaum erwarten. Doch das ist nicht schlimm, denn das Design sieht recht schick aus und die Verarbeitung ist gut. Das Tablet ist solide gebaut, man kann es nicht verbiegen und es fühlt sich nicht so billig an, wie der Preis vermuten lässt. Schön ist außerdem, dass man auf der Rückseite keine Fingerabdrücke sieht.

Viele Anschlüsse bietet ASUS uns leider nicht. So gibt es oben nur einen Audioanschluss und unten einen ganz normalen MicroUSB-Port. Einen HDMI-Ausgang gibt es nicht. An der Seite ist ein Kartenslot für MicroSD-Speicherkarten untergebracht. Auf der Rückseite ist nur das Logo von ASUS zu sehen -–und eine eher schwache 5 Megapixel Kamera. Die Frontkamera löst mit 0,3 Megapixel auf.

Display fast ohne Pixel

Das Display ist 7 Zoll groß, deswegen der Name. Schade ist jedoch, dass die Auflösung des IPS-Panels nur bei 1024×600 Pixel liegt. Viel ist das nicht. Natürlich muss man auch hier wieder den Preis beachten, doch bietet das HP Stream 7 für das gleiche Geld eine 720p-Auflösung. Dennoch ist die Pixeldichte höher als bei der deutlich teureren Galaxy Tab A-Serie von Samsung.

Letztendlich hat mich die geringe Auflösung in den meisten Fällen nicht gestört, beim Schauen von Videos fiel mir das kaum auf. Andere mögen diesen Punkt wichtiger werten. Deutlich merken tut man die niedrige Pixeldichte allerdings beim Lesen von Büchern oder beim Surfen im Netz. Texte sehen nicht ganz so scharf aus, wie es bei höher auflösenden Displays der Fall ist.

Abgesehen davon ist das Display in Ordnung. Die Blickwinkel sind gut und die Helligkeit ist durchschnittlich. In einem hellen Raum kann man bei maximaler Helligkeit gut etwas erkennen. Sitzt man hingegen draußen im Garten und hat die Sonne direkt über sich, ist fast nur ein schwarzes Bild zu sehen und das Tablet wird zu einem Spiegel. Dieses Problem haben fast alle Tablets, erst recht die günstigeren.

ASUS ZenPad C 7.0 Test

Hardware und Performance

Wer nur rund 100 Euro für ein Tablet ausgibt, bekommt natürlich auch entsprechende Hardware geliefert. Im ZenPad C 7.0 steckt der neue Intel Atom x3 Chipset, der für günstige Smartphones und Tablets gedacht ist. Dazu gibt es einen 1GB großen Arbeitsspeicher und einen 8GB kleinen internen Flash-Speicher. Das ist sehr wenig und ich musste während meines Tests vieles auf die MicroSD-Karte auslagern.

Natürlich ist der Intel Atom x3 nicht mit einem Snapdragon 810 vergleichbar, hier kommt wieder der günstige Preis ins Spiel. Bei den Benchmarks liegt die Performance in der Regel unter der eines Snapdragon 410, der beispielsweise im Acer Iconia Talk S oder Huawei MediaPad T1 8.0 steckt. Auch die Performance des Samsung Galaxy Tab A 9.7 ist etwas besser. All diese Tablets kosten jedoch über 100 Euro mehr – das war also zu erwarten.

Dennoch läuft zusammen mit Android 5.0 Lollipop das meist flüssig, solange man nicht zu viele Apps nacheinander öffnet. Auch Spiele kann man auf dem ZenPad C 7.0 gut spielen. So liefen Angry Birds 2 und Beach Buggy Racing ohne Probleme, es gibt nur gelegentlich längere Ladezeiten. Auch Modern Combat 5 kann man überraschend gut spielen! Hier sieht die Grafik jedoch deutlich schlechter als bei etwas besseren Tablets aus. In dem folgenden Video findet ihr einen Vergleich der Grafik mit dem Nexus 7.

Lollipop und ZenUI

Schön ist, dass ASUS das ZenPad direkt mit Android 5.0.2 Lollipop ausliefert. Das ist nicht bei allen günstigen Tablets der Fall, erst kürzlich hat Samsung ein neues mit KitKat herausgebracht. Hier handeln die Taiwaner also vorbildlich und das dürfte einer der Gründe sein, weshalb es bei normaler Nutzung nicht zu Performanceengpässen kommt.

Auf Lollipop liegt natürlich die ZenUI, also die eigene Oberfläche von ASUS. Die Anpassungen sind recht umfangreich, fast alle Details sehen etwas anders aus und von dem ganz normalen Lollipop erkennt man nicht viel wieder. Dennoch sieht das Design in meinen Augen recht schick aus.

Unschön ist, dass so viele Apps vorinstalliert sind. Dazu zählen viele von ASUS selbst, wie beispielsweise SuperNote und ein eigener Browser. Aber es sind auch unzählige Programme dritter Anbieter standardmäßig dabei. Dazu zählen Amazons Kindle E-Book Reader, TripAdvisor, Zino, diverse Yahoo-Angebote und mehr.

Klar, der Kindle Reader und TripAdvisor sind gute Apps. Aber müssen diese vorinstalliert sein? Gerade wegen des geringen Speichers hätte ASUS sich auf das nötigste Beschränken sollen. Erst recht, weil man diese sowieso kostenlos im Play Store bekommt.

Es gibt aber auch einige durchaus nützliche Apps. Dazu zählt der Audioassistent und Splendit. Mit letzterem kann man die Farbtemperatur anpassen, was durchaus nützlich ist und sogar dem Schlaf helfen kann.

asus-zenpad-c-70-browser

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist leider nicht sehr gut. Wie bei jedem meiner Tests habe ich ein 720p-Video in einer Endlosschleife laufen lassen. Das Display war dabei auf mittlerer Helligkeit eingestellt, WLAN war aktiviert und es kamen hin und wieder Benachrichtigungen von Gmail herein. Facebook war absichtlich, wie immer, noch nicht installiert.

In diesem Test kam das ZenPad C 7.0 auf eine Akkulaufzeit von gut 5 Stunden. Viel ist das nicht. Auch hier kann man wieder den Preis als Entschuldigung nehmen – und klar, bei einem günstigen Tablet kann man nicht den größten Akku verbauen.

Natürlich hält der Akku ein wenig länger, wenn man nur E-Books liest, E-Mails beantwortet und ein wenig im Netz surft. Wenn man hingegen die ganze Zeit Angry Birds 2 spielt, entleert sich der Akku merkbar schneller.

ASUS ZenPad C 7.0 Verarbeitung

Fazit

Insgesamt halte ich das ASUS ZenPad C 7.0 für ein solides Tablet. Zwar ist die Auflösung niedrig und die Benchmark- und Akku-Tests haben nicht die besten Ergebnisse erzielt. Doch kostet es nur rund 100 Euro! Deswegen halte ich das Preis/Leistungsverhältnis für gut.

Das ZenPad C 7.0 eignet sich in meinen Augen recht gut, wenn man nicht viel Geld ausgeben möchte und vor allem ein Tablet fürs Internet, E-Books und YouTube sucht. Zwischendurch sind auch einige Spiele drin. Es ist ein Gelegenheitstablet.

Aber machen wir uns nichts vor: Für viele ist das ZenPad C 7.0 nicht geeignet. Wer auf eine ordentliche Spielegrafik steht, sollte etwas mehr Geld ausgeben. Das gleiche gilt für Leute, die mit einem Tablet produktiv arbeiten wollen.

ASUS ZenPad C 7.0 Unboxing

Alternativen

Es gibt einige interessante Alternativen zum ASUS ZenPad C 7.0. Wer beispielsweise für das gleiche Geld ein Tablet mit Windows 8.1 – bzw. Windows 10 sucht, kann zum HP Stream 7 greifen. Für einen Aufpreis wird ASUS außerdem 8 Zoll und 10,1 Zoll große Versionen des ZenPads anbieten – die sind jedoch ebenfalls noch nicht in Deutschland verfügbar.

Auch das Huawei MediaPad T1 8.0 ist eine spannende Alternative. Für rund 200 Euro bekommt ihr ein höher auflösendes Display, etwas bessere Performance und vor allem LTE und eine Telefon-Funktion. Dafür ist nur Android 4.4 KitKat vorinstalliert – von einem baldigen Update auf Lollipop gehe ich nicht aus.

Viele weitere empfehlenswerte Tablets findest du in unserem Einkaufsführer.

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  • Daniel

    Danke für den Bericht! Die Zenpads sehen schick aus, aber was soll die niedrige Auflösung? Naja, 100 Euro Ding eben…

  • Wieland

    600p sind für mich ein Dealbreaker, ganz klar. Das lässt sich durch nichts schönreden oder aufwiegen. 600p sind einfach zu grob. 720p sollten das absolute Minimum sein. Ich verstehe nicht was sich Asus dabei gedacht hat. Sie können es doch?! Siehe MemoPads.