Google Nexus 9 Test – Der ultimative iPad Air Killer?

Mit dem Nexus 9 haben Google und HTC ein sehr interessantes Tablet herausgebracht. Ist es der ultimative iPad Air Killer? Das wollen wir im Test ergründen. | Von Andrzej Tokarski am 20. November 2014

Google Nexus 9 Tablet

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Mit dem Google Nexus 9 erschien vor ein paar Wochen ein äußerst interessantes Tablet, das von HTC hergestellt wird und sowohl aktuelle Hardware, als auch aktuelle Software mit sich bringt. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich beim Nexus 9 um einen ultimativen iPad Air Killer handeln könnte. Warum? Da das Tablet von HTC hergestellt wird, haben wir uns eine hochwertige Verarbeitung erhofft. Außerdem ist es nicht so günstig wie bisherige Nexus-Tablets – immerhin ist der Preis bei 399 Euro angesetzt (Link zum Angebot).

Ist das Google Nexus 9 also eine sehr gute Alternative zum iPad Air, ja sogar besser als das Tablet von Apple? Das werden wir in diesem Tablet Test ergründen.

Design und Verarbeitung

Fangen wir mit dem Design und der Verarbeitung an. Das Design ist in meinen Augen ziemlich nett, aber das ist Geschmackssache. Vorne haben wir es mit einem 8,9 Zoll Display zu tun, das im 4:3 Format gehalten ist. Darüber und darunter sind zwei Lautsprecher angebracht, wie wir es von anderen Geräten von HTC kennen. Um das Gerät herum sitzt ein Rahmen aus Metall, die Rückseite ist jedoch aus einem soften Kunststoff.

Im Großen und Ganzen liegt das Nexus 9 gut in der Hand, während des Tests sind mir jedoch einige Mängel aufgefallen, die auch von zahlreichen anderen bemerkt wurden. So ist der Übergang vom Display zum Rahmen nicht glatt – der Rahmen steht minimal hervor, doch hier könnte sich Staub halten, wenn man das Display abwischt. Außerdem kann man die Rückseite leicht eindrücken – dies scheint keinerlei Auswirkungen auf irgendwas zu haben, aber es ist eben möglich.

Beides ist für mich nicht sonderlich Schlimm, aber ich muss es eben erwähnen, denn andere Tablets wie beispielsweise das iPad Air haben diese kleineren Mängel nicht. Abgesehen davon bin ich mit der Verarbeitung des Nexus 9 vollkommen zufrieden. Es fühlt sich durchaus hochwertig an, wenn auch nicht ganz so wie es bei Gehäusen aus Aluminium der Fall ist.

Google Nexus 9 Rückseite

Display

Kommen wir zum Display. Dieses ist beim Google Nexus 9 mit 8,9 Zoll deutlich größer als beim Nexus 7 und diesmal im 4:3 Format gehalten. Das hat sowohl Vorteile, als auch Nachteile. So hat man beispielsweise beim Lesen von Webseiten oder Büchern deutlich mehr Platz wenn man das Tablet hochkant hält. Schaut man sich hingegen Videos an, hat man oben und unten jeweils einen dicken, schwarzen Balken. Die meisten Filme und Serien werden heutzutage im 16:9 Format gedreht.

Die Auflösung des 8,9 Zoll großen Displays liegt bei satten 2048×1536 Pixel, was super ist. Texte werden sehr scharf wiedergegeben, die Farben sehen gut aus und auch die Helligkeit ist vollkommen in Ordnung. Man kann auch draußen durchaus noch mit dem Nexus 9 arbeiten, spiegeln tut es sich selbstverständlich trotzdem. Dieses Problem konnte noch kein Hersteller so wirklich beheben.

Auch für das Display habe ich leider nicht nur Lob. Das Tablet wird nämlich von Lichthöfen geplagt, die einem vor allem dann auffallen, wenn man ein Video schaut, denn dann hat man oben und unten schwarze Balken. Allzu schlimm finde ich diese Lichthöfe nicht, sie sind auch je nach Exemplar verschieden ausgeprägt, aber sie sind eben doch deutlich sichtbar vorhanden.

Google Nexus 9 draußen

Hardware und Performance

Wo es wirklich nichts auszusetzen gibt, ist bei der verbauten internen Hardware und dessen Performance. Im Nexus 9 steckt nämlich NVIDIAs Tekra K1 Denver Chipset. Dieser besteht aus zwei 2,5GHz Kernen, sowie einer starken Kepler-Grafikeinheit. Sämtliche Spiele, die ich ausprobiert habe, liefen dadurch sehr flüssig und das dürfte auch eine ganze Weile lang für zukünftige Games gelten. Nach einer Weile wird das Tablet dabei recht warm, aber gut, das ist nun einmal bei der Performance so.

Übrigens liefen nicht nur Spiele in meinem Test sehr flüssig, sondern auch alle anderen, von mir getesteten Apps. Spannend ist immer, wie sich Tablets mit Chrome verhalten, wenn viele Tabs geöffnet sind. Hier kann man auf jeden Fall ohne Bedenken viel herumsurfen – das Tablet bleibt flüssig.

Zur weiteren Ausstattung gehören 2GB RAM, 16GB oder 32GB interner Speicher, WLAN, Bluetooth 4.0, NFC und optional auch LTE. Wichtig: Wie bei allen Nexus-Geräten gibt es auch hier keinen microSD-Kartenslot. Man kann den Speicher also nicht erweitern, das sollte man bei der Auswahl der Modelle bedenken.

Software

Auf dem Google Nexus 9 läuft Android 5.0 Lollipop, ja es ist sogar das erste und bisher einzige Tablet, das mit der neusten Version dieses Betriebssystems ausgeliefert wird. Lollipop gefiel mir in meinem Test ausgesprochen gut. Die Oberfläche ist sauber, klar strukturiert und sieht sehr schick aus. Dieses „Material Design“ hat Google auch schon in ihren eigenen Apps eingeführt, viele andere Entwickler sind mit ihren schon nachgezogen.

Es gibt einige spannende Neuerungen in Android 5.0. So wurde auch bei den Tablets die Benachrichtigungsleiste mit den Quick Settings vereint. Wischt man von oben kurz nach unten, werden die Benachrichtigungen angezeigt. Wischt man etwas weiter, kommen auch die Quick Settings zum Vorschein. Hier kann man übrigens auch weitere User hinzufügen, beispielsweise für die Kinder.

Ebenso gut gefällt mir, dass Benachrichtigungen jetzt auch auf dem Sperrbildschirm angezeigt werden. Man sieht also sofort was los ist, sobald man das Display einschaltet und kann dann entscheiden, ob man fortfahren und beispielsweise direkt in die Gmail-App wechseln möchte.

Google Nexus 9 von HTC

Gefreut habe ich mich auch über die „Doppel-Tap“-Technologie, die wir schon von einigen anderen Herstellern wie LG, Nokia und Huawei kennen. Tippt man zweimal auf das ausgeschaltete Display, wird dieses eingeschalten. Das Feature ist sehr praktisch und man gewönnt sich schnell daran, dass man nicht immer den Power-Button drücken muss.

Wir haben es hier mit einem Nexus-Gerät zu tun und dementsprechend ist der Google Now Launcher installiert, den persönlichen Assistent bekommt man also direkt zu sehen, wenn man auf dem Homescreen nach links wischt. Bei dem Google Now Launcher ist es Standard, dass man direkt in die Sprachsuche gelangt, wenn man „OK Google“ sagt. Die Besonderheit beim Nexus 9: Auch wenn das Tablet ausgeschaltet ist, kommt man über „OK Google“ direkt in die Suche. Dieses Feature muss man jedoch erst in den Einstellungen aktivieren.

Kamera

Zu der Kamera möchte ich nicht zu viel schreiben, bei einem 8,9 Zoll Tablet dürfte es doch eher selten sein, dass man diese benutzt. Dennoch haben Google und HTC hier durchaus ordentliche Komponenten verbaut. So sitzt hinten eine 8 Megapixel Kamera mit einer Blende von F/2.4 und hinten eine mit 2,1 Megapixel. Letztere macht während Videochats und kleine Selfies ein gutes Bild, groß ausdrucken möchte man die Fotos aber natürlich nicht.

Etwas besser ist die Kamera auf der Rückseite. Aber auch hier – sie ist bei weitem nicht so gut wie bei aktuellen Smartphones, aber man wird die Kamera wohl auch nicht nutzen wie bei einem Smartphone.

Google Nexus 9 Kamera

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit war in unserem Nexus 9 Test gut, erreicht jedoch keine Spitzenwerte. Im Gehäuse verbirgt sich ein Akku mit einer Kapazität von 6700mAh. Das reicht um bei mittlerer Helligkeit und durchgängiger Videowiedergabe auf zwischen 8 und 9 Stunden zu erreichen. Spielt man aufwändigere Games, geht die Laufzeit eher in Richtung 5 Stunden herunter – bei einer normalen Nutzung hält der Akku aber gut ein bis zwei Tage.

Fazit

Mir gefällt das Google Nexus 9 sehr. Das Display ist bis auf die Lichthöfe ausgezeichnet, die Performance und Android 5.0 Lollipop sind super und die neusten Software-Updates sind für eine ganze Weile garantiert. Es gibt einige kleine Schwachstellen bei der Verarbeitung, in meinem Fall gab es auch ein Klickern aus den Lautsprechern, das jedoch nur bei sehr wenigen Exemplaren auftritt. Doch ich gehe davon aus, und hoffe, dass diese Mängel nur bei der ersten Charge auftreten und schnell komplett behoben sind.

Wer ein Tablet in dieser Größe sucht, wird kaum ein besseres Android-Tablet finden. Und das ist der Punkt. Das Nexus 9 ist ein klasse Tablet mit Android, kann aber vor allem bei der Verarbeitung nicht ganz mit einem iPad Air mithalten. Wem das Betriebssystem also egal ist, fährt je nach Bedürfnissen mit einem iPad Air der ersten oder zweiten Generation besser. Und das sage ich nicht als Apple-Fan, ich persönlich nutze lieber Android.

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